Was macht einen Menschen zum Mörder? Diese Frage stellen sich nicht nur Psychologen und Kriminalisten seit Jahrhunderten und gerade in der heutigen Zeit besonders immer dann, wenn man in den Medien mal wieder mit einer Schreckensmeldung über ein neuerliches grausames Verbrechen konfrontiert wird. Werden die Täter bereits böse geboren, haben Erziehung und Umfeld einen Einfluss auf die Entwicklung vom „normalen“ Bürger zum Straftäter, ist es eine Mischung von mehreren Faktoren oder liegt die Ursache dafür womöglich sogar in den Genen oder anderen medizinischen Veranlagungen? (mehr …)

Es gehört schon ein gewisses Maß an Kreativität dazu, aus dem inzwischen meist doch etwas uninspiriertem (oder um es boshaft zu formulieren „ausgelutschtem“) Zombie-Subgenre auf originelle Weise hervorzustechen. Das jedoch ist dem US-amerikanischem Autor Max Brooks mit seinem Roman „Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot“ gelungen. Wem dieser zugegeben etwas alberne deutsche Titel nichts sagt, der hat vielleicht schon eher mal etwas von „World War Z“ gehört, dem Action-Blockbuster von und mit Hollywoodstar Brad Pitt aus dem Jahr 2013. Trotz des kommerziellen Erfolges dieses Streifens wurde der überwiegend dann doch in übliche Genre-Klischees abdriftende Film der Romanvorlage nicht gerecht, was wenig überrascht, wenn man den Kommentar von Autor Max Brooks zur Umsetzung liest: „They didn’t ruin my book, they ignored it.“ Denn was das Buch vom meist typischen Zombie-Splatter abgehoben hat, beschreibt der Originaltitel des Romans schon recht treffend: „An Oral History of the Zombie War“. Dahinter verbergen sich (natürlich fiktive) Augenzeugenberichte über eine globale Zombie-Epidemie, die fast schon in einem Sachbuch-artigen Stil auf den ersten „Z-Weltkrieg“ zurückblicken – mal aus medizinischer, mal aus politischer und mal aus ganz alltäglicher Sicht, und das aus allen Ecken der Welt. (mehr …)

In einem sind sich die meisten Science-Fiction-Autoren offenbar einig: die Menschheit blickt nicht gerade rosigen Zeit entgegen. Auch Jason M. Hough reiht sich in die Phalanx der Pessimisten ein, denn in seinem Roman „Darwin City“ steht die menschliche Rasse wie der Untertitel „Die Letzten der Erde“ verrät ganz dicht vor dem Abgrund – mal wieder. (mehr …)

Als Fußballfan hat man auf dem deutschen (Mainstream-)Zeitschriftenmarkt seit vielen Jahren die Qual der Wahl zwischen den großen Drei: rund um das Tagesgeschäft kämpfen die beiden Rivalen „kicker“ und „SportBILD“ um die Vormachtstellung, wobei die eine Hälfte der Leser auf die vermeintliche Seriosität des mittlerweile 100-jährigen Sportmagazins schwört und die andere auf die zumindest im Sportbereich oft sehr gut vernetzten Quellen der SportBILD-Redaktion setzt und die gerne etwas sensationsgierige Berichterstattung des Axel Springer Verlags mehr oder weniger zähneknirschend in Kauf nimmt, um immer die aktuellsten Infos zu bekommen und bei den neuesten Gerüchten mitreden zu können. (mehr …)

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Krimi- und Thrillerreihen gibt es in der Buchbranche bekanntlich wie Sand am Meer, und wohl kaum eine Stadt dürfte dabei als Schauplatz bei Autor*innen und Leser*innen gleichermaßen so beliebt sein wie London – die Heimat von Jack the Ripper, Sherlock Holmes und unzähligen anderen Schurken und Ermittlerfiguren. Das ist aufgrund der Vielseitigkeit und der bewegten Historie der englischen Hauptstadt sicherlich nicht überraschend, macht es für Schriftsteller*innen aber alles andere als leicht, sich im literarischen Großstadtdschungel der Metropole zu behaupten. Umso bemerkenswerter ist es daher, dass Tony Parsons seinen Helden, Detective Constable Max Wolfe, in „Die ohne Schuld sind“ bereits in seinen sechsten Einsatz schickt (nicht berücksichtigt sind dabei die drei zusätzlich erschienenen Novellen). (mehr …)

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Fünf Bände umfasst die Krimi-Reihe des schwedischen Autorenpaares Cilla und Rolf Börjlind mittlerweile und auch wenn sich die beiden dabei gerne durchaus typischer Elemente vor allem skandinavischer Genrevertreter bedienen, so sind sie seit dem ersten Buch immer auch ihren eigenen Weg gegangen. Das zeigt sich vor allem bei den Charakteren, denn wo sich die meisten Autoren auf **eine** prägnante Ermittlerfigur (wie z.B. Henning Mankells Kommissar Wallander oder Jo Nesbøs Harry Hole) oder vielleicht noch ein Duo (wie Stieg Larssons Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist) konzentrieren, setzen die Börjlinds dagegen fast schon auf einen kompletten Cast. So werden die Bücher zwar gerne mal als „Rönning & Stilton“-Reihe bezeichnet, allerdings sind die junge Polizistin Olivia Rönning und der vom einem turbulenten Leben gezeichnete Ex-Ermittler Tom Stilton nur zwei Figuren von vielen, die in den Geschichten nahezu gleichberechtigt eine Rolle spielen und in den bisherigen Bänden sowohl gemeinsam als auch jeder für sich bereits einiges erlebt haben. (mehr …)

Cormac Reilly hat als Polizist eine fast schon makellose Karriere hingelegt: aufgewachsen in der irischen Hafenstadt Galway hat er sich im Verlauf von rund zwei Jahrzehnten vom unerfahrenen Frischling zum angesehenen Detective Inspector hochgearbeitet und es in Dublin sogar in den elitären Kreis einer Anti-Terror-Einheit geschafft. Auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Laufbahn tritt Reilly dann aber aus eigenem Antrieb auf die Bremse und zieht aus Liebe zu seiner Lebensgefährtin Emma, die als Biologin eine äußerst renommierte Stellung an der Universität von Galway angeboten bekommen hat, zurück in seine Heimat, um selbst eine Position bei der örtlichen Polizeistation anzunehmen. Dort soll der Elite-Polizist seine Qualifikation und Erfahrung gewinnbringend einsetzen und dazu beitragen, die Dienststelle weiterzuentwickeln, doch die Realität sieht für Reilly nach seiner Rückkehr eher trist aus: statt an aktuellen Fällen mitzuarbeiten soll sich der Detective Inspector erst einmal langsam mit alten, ungelösten und oft hoffnungslosen Fällen einarbeiten und wird als Ermittler aus der Hauptstadt zudem von seinen neuen Kollegen kritisch beäugt. (mehr …)

Eines muss man dem britischen Autor Martin R. C. Kasasian schon einmal zugestehen: entweder er ein wirklich gesundes Selbstbewusstsein – oder aber er nimmt sich selbst und sein Werk nicht ganz so ernst und betrachtet seine Charaktere mit einem gewissen Augenzwinkern. Vermutlich liegt die Wahrheit (wie so oft) irgendwo in der Mitte. Was ist der Grund für diesen Eindruck? Nun, woran denkt man zuerst, wenn die Rede von einem etwas exzentrischen Detektiv ist, der im viktorianischen London mit seiner außergewöhnlichen Auffassungsgabe und der Unterstützung eines Partners mit medizinischem Hintergrund die schwierigsten Verbrechen aufklärt? Richtig, den wohl berühmtesten Ermittler der Literaturgeschichte, Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Dessen Schöpfer, der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, hat in Kasasians Debütroman „Mord in der Mangle Street“ einen kleinen Gastauftritt, der Anlass zum Glauben gibt, Doyle hätte seine Figur auf einem der beiden Protagonisten dieses Buches aufgebaut und sich von dessen Fällen zu seinen Romanen inspirieren lassen. So viel wie gesagt zum Thema „gesundes Selbstbewusstsein“… (mehr …)

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London hatte „Jack the Ripper“, New Orleans den „Axeman“: Von 1918 bis 1919 kam es in der größten Stadt des US-Bundesstaates Louisiana zu einer blutigen Mordserie. Mindestens sechs Menschen fielen einem Killer zum Opfer, der sich meist mitten in der Nacht in die Schlafzimmer seiner Zielpersonen schlich und diese auf brutale Weise mit einer Axt tötete. Mitunter werden dem Täter noch weitere Morde aus dem Jahr 1911 zugeschrieben, allerdings ist bis heute immer noch ungewiss, ob diese Verbrechen tatsächlich ebenfalls auf das Konto des „Axeman“ gingen. Das liegt auch daran, dass der Serienmörder bis zum heutigen Tag nicht überführt werden konnte und sich ähnlich wie bei „Jack the Ripper“ zahlreiche Theorien um die wahre Identität des Mörders entwickelt haben. Eine weitere Parallele zwischen den berüchtigten Killern ist, dass beide sich in Bekennerschreiben an die Öffentlichkeit bzw. die Polizei gewendet haben, um ihre Jäger zu verhöhnen. (mehr …)

Ein Roman, der in London spielt und Krimi-Elemente mit Urban Fantasy vermischt – das klingt doch stark nach einem Werk von Bestsellerautor Ben Aaronovitch und seiner Reihe um Police Constable Peter Grant, der es in seinen Fällen mit viel Magie und allerlei fantastischen Wesen zu tun bekommt. „Die Seelen von London“ stammt jedoch aus der Feder der jungen Engländerin A. K. Benedict, die bereits in ihrem Debütroman „Die Eleganz des Tötens“ die Grenzen des klassischen Kriminalromans überschritt und ihre Geschichte mit Zeitreise-Elementen kombinierte. Mit ihrem zweiten Buch begibt sich die Autorin nun ins Reich der Geister und erschafft ähnlich wie Aaronovitch ein geheimes und geheimnisvolles London – billiger Abklatsch oder originell genug, um sich von dem vermeintlichen Vorbild abzuheben und auf eigene Weise zu überzeugen? (mehr …)

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