Skandinavienkrimis gibt es mittlerweile wie Sand an der Ostsee und um aus der Masse an (zum großen Teil qualitativ wirklich guten) Spannungsromanen aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Co. hervorzustechen braucht es inzwischen deutlich mehr als eine düstere Atmosphäre, traumatisierte Ermittlerfiguren oder brutale Morde. Über die Bücher des schwedischen Autorenduos Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist kann man sicherlich geteilter Meinung sein, eines tun sie aber mit Sicherheit nicht: dem typischen Schema F folgen. Wo „Erik Axl Sund“ – so das gemeinsame Pseudonym des Duos – draufsteht, da ist auch Erik Axl Sund drin. (mehr …)

Schon bei seinem letzten Krimi „Die Strömung“ hat das das schwedische Autorenpaar Cilla und Rolf Börjlind gezeigt, dass sie in ihren Geschichten versuchen, aktuelle gesellschaftliche und politische Themen mit einzubeziehen – so stand der dritte Band ihrer Reihe stark unter dem Eindruck des zunehmenden Rassismus in Europa im Allgemeinen und in Schweden im Speziellen. Auch „Schlaflied“, der vierte Fall für das Ermittlerteam um die junge Polizistin Olivia Rönning und den ehemaligen Kommissar Tom Stilton schlägt in eine ähnliche Kerbe und greift diesmal die Situation um die weltweite Flüchtlingskrise auf. So befindet sich Stockholm zu Beginn dieser Geschichte fast schon in einem Ausnahmezustand und vor allem am Bahnhof scheint die Situation zunehmend außer Kontrolle zu geraten: immer mehr Asylsuchende aus Kriegsgebieten kommen in der schwedischen Hauptstadt an und die Behörden und Hilfskräfte können den großen Ansturm kaum noch bewältigen. Flüchtlingshelfer sind ebenso am Rande der Erschöpfung wie die Neuankömmlinge, die in den meisten Fällen eine wochenlange Odyssee durch die halbe Welt hinter sich haben und voller Angst und Ungewissheit in die Zukunft blicken.

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Mit seiner Reihe um das „Sonderdezernat Q“ und den mürrisch-charismatischen Ermittler Carl Mørck zählt der dänische Schriftsteller Jussi Adler-Olsen mittlerweile seit mehr als einem Jahrzehnt zu den ganz großen Namen im Krimi-Genre und die inzwischen acht Bände umfassende Serie stürmt mit schöner Regelmäßigkeit die Bestsellerlisten – und das in mehr als 40 Sprachen. Dabei hat es der Autor mit seinen Geschichten inzwischen sogar auf die Leinwand geschafft, denn vier der Bücher wurden bereits verfilmt. Rund zehn Jahre nach Erscheinen von „Erbarmen“, dem ersten Fall für Carl Mørck und seine Kollegen, hat sich Der Audio Verlag erneut des Stoffes angenommen und die Geschichte als aufwändig produziertes und vor allem ungekürztes Hörspiel umgesetzt. (mehr …)

Ist er ein Held, der rund 70.000 Menschen das Leben rettete, oder ein Massenmörder, der kaltblütig 164 Passagiere in den Tod geschickt hat – dies ist eine der zentralen Fragen, die es in „Terror“ von Ferdinand Schirach zu klären gilt. Im Mittelpunkt des ursprünglichen Theaterstücks, welches Der Hörverlag hier als rund anderthalbstündiges Hörspiel produziert hat, steht der Luftwaffen-Major Lars Koch. Dieser muss sich vor Gericht verantworten, weil er auf eigene Verantwortung ein von einem Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abgeschossen hat, um einen verheerenden Anschlag auf die Münchener Allianz Arena zu verhindern, wo sich mehrere Zehntausend Menschen für eine Konzertveranstaltung versammelt hatten. Bei dem dramatischen Abschuss kamen alle Personen an Bord der Maschine ums Leben. Als Folge dessen sieht sich Major Koch nun mit einer Anklage wegen 164-fachen Mordes konfrontiert und es droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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Es sollte ein unbeschwerter Mutter-Sohn-Ausflug werden, doch es endet in einem Albtraum: Joan hat mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Nachmittag wie schon so viele Male zuvor im Zoo verbracht und im waldigen Park nur ein wenig die Zeit aus den Augen verloren. Kurz vor der Schließung hasten die beiden Richtung Ausgang, als es um sie herum immer wieder laut knallt. Joan denkt noch an eine technische Störung einer der Maschinen im Zoo, doch als sie dann mehrere auf dem Boden liegende, leblose Körper entdeckt, wird ihr ihre dramatische Situation bewusst: sie und ihr Junge sind mitten in einem brutalen Amoklauf gelandet und es geht plötzlich ums nackte Überleben… (mehr …)

Ted Conkaffey und seine Partnerin Amanda Pharrell zählen wohl ohne Frage zu den ungewöhnlichsten Ermittlerfiguren im Thriller-Genre: der eine ein Ex-Cop, der angeblich ein 13-jähriges Mädchen brutal missbraucht und beinahe getötet hat, die andere eine verurteilte Mörderin, die eine mehrjährige Gefängnisstrafe abgesessen hat. Auf den ersten Blick wohl nicht gerade ein Duo, dem man seine Angelegenheiten anvertrauen würde, doch bereits in „Crimson Lake“ haben die beiden Antihelden aus der Feder der australischen Autorin Candice Fox unter Beweis gestellt, dass sie die Verbrecherwelt in Down Under mal so richtig aufmischen können.

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„Want to read something good? […] If you like my stuff, you’ll like this.“
(Quelle: Twitter)

Wenn dieses Lob von niemand geringerem als Bestsellerautor Stephen King höchstpersönlich kommt, dann hat man als Autor/in praktisch den Jackpot geknackt und kann sich eigentlich entspannt zurücklehnen und genüsslich verfolgen, wie das eigene Werk durch die Decke geht. So überrascht es dann auch wenig, dass „Der Kreidemann“ bereits in rund 40 Länder verkauft wurde und dort zumeist auch recht rasant die Bestsellerlisten erobert hat. Vor nicht allzu langer Zeit hat die Autorin C.J. Tudor noch fremde Hunde ausgeführt, um sich die Zeit zum Schreiben finanzieren zu können, jetzt wird sie bereits als „Britain’s female Stephen King“ gefeiert.

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Der Name John Grisham steht wie kaum ein zweiter für das Genre der Justizthriller, welches ohne den amerikanischen Rechtsanwalt und Bestsellerautor vielleicht heutzutage nur eine Randnotiz im Bereich der Spannungsliteratur wäre. Gerade die frühen Grisham-Werke wie „Die Jury“, „Die Firma“, „Die Akte“ oder „Die Kammer“ gelten längst als Klassiker, wozu sicherlich auch einige sehr erfolgreiche Buchverfilmungen mit Hollywoodstars wie Tom Cruise, Sandra Bullock, Matthew McConaughey, Denzel Washington oder Julia Roberts beigetragen haben. An den Weltruhm der 1990er Jahre konnten die jüngeren Werke zwar (bisher) nicht mehr ganz anknüpfen, trotzdem ist dem Autor nach wie vor praktisch im Jahresrhythmus ein Platz weit vorne auf den Bestsellerlisten sicher.

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Eine kleine Warnung vorweg: Wer in absehbarer Zeit einen Skandinavien-Urlaub in einem dänischen Ferienhaus plant, der sollte um dieses Buch vielleicht vorerst einen kleinen Bogen machen. Denn genau so ein vermeintliches Urlaubsidyll hat Anne Nørdby zum Schauplatz ihres Thrillers „Kalter Strand“ auserkoren und setzt auf den 473 Seiten des im GMEINER-Verlag erschienenen Buches alles daran, den Traum vor allem vieler deutscher Touristen in einen waschechten Albtraum zu verwandeln. Und ohne hier bereits allzu viel vorwegzunehmen: dieses Unterfangen gelingt der Autorin ausgesprochen erfolgreich. (mehr …)

Es gibt Romane, bei denen bräuchte man praktisch schon beim Buchtitel eine Spoilerwarnung – „Lazarus“ von Lars Kepler ist eines davon. Der insgesamt bereits siebte Fall für den finnischstämmigen, jedoch in Schweden ermittelnden Kriminalkommissar Joona Linna ist zwar thematisch weit entfernt vom bekannten gleichnamigen Kirchenheiligen, wer aber über ein normales Maß an Allgemeinbildung verfügt weiß, dass dieser in der Bibel von Jesus von den Toten auferweckt wurde – und kann damit schnell ahnen, womit Alexandra und Alexander Ahndoril (das schwedische Autorenpaar hinter dem Pseudonym „Lars Kepler“) ihren leidgeprüften Helden in diesem Band konfrontieren. Zwar ist dieser im Verlauf der Reihe bereits zwar in gewisser Weise selbst von den Toten wieder auferstanden, im Mittelpunkt von „Lazarus“ steht aber Linnas ärgster Widersacher, der skrupellose Serienmörder Jurek Walter. Der Mann, der für viele Jahre die Familie des Kommissars zu einem dramatischen Versteckspiel gezwungen hat, wurde zwar bei einem Polizeieinsatz von mehreren Kugeln getroffen und stürzte vermeintlich tödlich getroffen in einen reißenden Fluss, doch aktuelle Ereignisse wecken in Joona Linna die Angst, dass das für unmöglich gehaltene tatsächlich Realität ist: Jurek Walter lebt. (mehr …)

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