Autor: Jeffery Deaver
Sprecher: Dietmar Wunder
Länge: 14 Std. 04 Min. (ungekürzt)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
New York wird von einer beispiellosen Anschlagsserie in Atem gehalten, vor der sich niemand sicher fühlen kann. Denn der Attentäter tötet mit einer Waffe, die in unserer hochtechnisierten Welt so unsichtbar wie allgegenwärtig ist: Elektrizität. Angesichts immer neuer Opfer machen sich der gelähmte Ermittler Lincoln Rhyme und seine Assistentin Amelia Sachs auf die atemlose Jagd nach einem buchstäblich unfassbaren Täter, der keinerlei Spuren hinterlässt und kaum mehr als ein Phantom zu sein scheint. Doch Lincoln Rhyme weiß, dass ihr Gegner allzu real ist – ein zu allem bereiter Killer, dem nichts so viel Freude bereitet wie das grausame Spiel mit der Angst…

Zum Hörbuch:
Die Stadt New York reagiert geschockt, als eines Morgens ein Anschlag auf einen Linienbus verübt wird, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Das Opfer starb auf besonders grausame Weise: es wurde von einem bewusst erzeugten Lichtbogen – einer starken elektrischen Entladung – getroffen und durch die enorme Spannung auf einen Schlag praktisch ausgelöscht. Das betroffene Umspannwerk, das zu diesem Zweck vom Täter überlastet wurde, gehört zur Algonquin Inc., einem der größten Energieerzeuger des Landes. Als dieser eine Computermanipulation in seinem Verbundsnetz feststellt, wird das FBI eingeschaltet und der Fall landet somit auch beim gelähmten Ermittler Lincoln Rhyme und seiner Partnerin Amelia Sachs, die mittlerweile auch seine Lebensgefährtin ist.

Kurze Zeit nach dem ersten Anschlag geht ein Erpresserschreiben bei der Algonquin Inc. ein, in dem weitere Terrorakte angekündigt werden, sollte der Stromversorger den gestellten Forderungen nicht nachkommen. Die ersten Spuren der Ermittler führen zu einer bisher unbekannten Gruppe Öko-Aktivisten, die offenbar zusammen mit arabischen Extremisten gemeinsame Sache machen. Als wenig später weitere Unschuldige sterben müssen, verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass es sich bei den Verantwortlichen um jemanden mit Insiderkenntnissen über die Algonquin Inc. handeln muss, denn der Täter kennt sich anscheinend bestens mit der Konzern selbst und dessen Versorgungsnetz aus…

„Opferlämmer“ ist der mittlerweile neunte Teil der Erfolgsreihe des amerikanischen Autors Jeffery Deaver rund um den Ermittler Lincoln Rhyme. Wer schon ein Buch aus der Reihe gelesen oder gehört hat, dürfte wissen, dass dieser seit einem Arbeitsunfall vom Hals abwärts gelähmt und deshalb die meiste Zeit ans Bett gefesselt ist. Mittlerweile kann er sich jedoch auch mithilfe eines speziellen Rollstuhls fortbewegen, seitdem er wieder einen seiner Finger minimal kontrollieren kann. Trotz seiner Behinderung wird Rhyme immer wieder vom FBI oder der New Yorker Polizei angefordert, weil er nach wie vor als herausragender Ermittler und als einer der besten Forensiker des Landes gilt. Ihm zur Seite steht natürlich auch in diesem Fall wieder Polizistin und Freundin Amelia Sachs, welche die Tatortuntersuchung und Zeugenbefragung übernimmt, während Rhyme von seiner Wohnung aus die Ermittlungen koordiniert.

In ihrem neuesten Fall bekommen es die beiden mit einem besonders gnadenlosen Killer zu tun, der zudem auf eine ungewöhnliche Waffe zurückgreift: Strom. Mittels gezielter Manipulation sorgt der Täter für extreme Entladungen an gut besuchten Orten und verursacht dadurch eine hohe Opferzahl. Durch diese ungewöhnliche Mordmethode sind Rhyme und Co. gezwungen, sich näher mit der Materie selbst sowie dem Versorgungsnetz New Yorks auseinanderzusetzen und ermitteln so vorrangig im Umfeld der Algonquin. Um die physikalischen Prozesse zu erklären, ist zwangsläufig eine Menge an Erklärungen notwendig, damit der Leser wichtige Elemente wie z.B. die eingangs erwähnten Lichtbögen versteht und sich vorstellen kann. Leider ist diese Einführungsphase sehr ausgedehnt und stellenweise äußerst langatmig, sodass der Einstieg in das Hörbuch eher zäh verläuft.

Das ändert sich jedoch kurz vor Mitte der Geschichte, als nämlich die Identität des Täters enthüllt wird. Fortan geht es darum, die betreffende Person in Gewahrsam zu nehmen, bevor weitere Anschläge verübt werden können. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Tempo dramatisch zu und „Opferlämmer“ weiß in gewohnter Deaver-Manier zu fesseln. Es entwickelt sich immer mehr ein packendes Katz-und-Maus-Spiel mit überraschenden Wendungen, die für ein enormes Spannungsniveau sorgen. Besonders die letzten zwei Stunden sind wirklich grandios und bieten alles, was man sich von einem guten Thriller erhofft.

Wie man es von der Rhyme/Sachs-Reihe gewohnt ist, wird auch diesmal wieder viel Wert auf die Untersuchung von Hinweisen und auf forensische Detailarbeit gelegt. Wer also auf CSI-ähnliche Spurensuche steht, dürfte auch bei dem neuesten Deaver wieder auf seine Kosten kommen. Besonders gelungen finde ich die für die Serie typischen „Beweistafeln“. Auf diesen werden alle wichtigen Spuren, Personen und Tatorte vermerkt und von Zeit zu Zeit aktualisiert, sodass man alle handlungsrelevanten Infos immer wieder aufgefrischt bekommt. Wen diese wiederholten Zusammenfassungen nerven, der kann das Kapitel ja einfach überspringen, ich jedenfalls weiß diese Passagen sehr zu schätzen, weil man beim Nebenbeihören gerne mal das ein oder andere wichtige Detail verpasst…

Neben der Haupthandlung gibt es noch weitere kleine Nebenstränge, welche für willkommene Abwechslung sorgen. So steht Lincoln Rhyme während der gesamten Ermittlungen ständig in Kontakt zu den Behörden in Mexiko, wo der „Uhrmacher“ – ein von Rhyme in der Vergangenheit gejagter Serienmörder – vermutlich seinen nächsten Auftragsmord begehen wird. Gespannt verfolgt Lincoln die Fortschritte der Mexikaner, wonach der gesuchte Killer kurz vor der Ergreifung steht. Zudem spielt auch die Behinderung des genialen Forensikers wieder eine größere Rolle, so wird er diesmal mit einer Organisation konfrontiert, die sich vehement für Sterbehilfe einsetzt. Weil diese den gelähmten Ermittler als prominenten Fürsprecher für sich gewinnen wollen, macht sich auch Rhyme heimlich Gedanken über dieses Thema und den Sinn seines eigenen Lebens. Für mein persönliches Highlight sorgt jedoch der kleine Handlungsstrang um einen verdeckten Ermittler, der in den Straßen New Yorks nach Spuren der gesuchten Öko-Terrorgruppe fahndet und dazu teilweise dubiose Quellen anzapfen muss. Dieser Fahnder steht permanent im Wettstreit mit einem Kollegen, der bevorzugt neue Medien wie das Internet für die Nachforschungen einsetzt und ständig von der wichtigen Rolle des „digitalen Umfelds“ spricht. Dieser Zwist wird von Jeffery Deaver absolut großartig aufgelöst, ohne hier aber zu viel verraten zu wollen. Nur so viel: Ich hatte nach der entsprechenden Passage ein breites Grinsen auf meinem Gesicht.

Zum Sprecher:
Wie die meisten Vorgänger wird auch der neueste Lincoln Rhyme-Roman wieder von Dietmar Wunder gelesen, dessen Stimme man zum Beispiel von den Synchronisierungen von Daniel Craig, Don Cheadle, Adam Sandler oder Edward Norton kennen dürfte. Wunder liest routiniert und weiß auch in diesem Hörbuch wieder voll zu überzeugen. Ob besessener Psychopath, nörgelnder Lincoln Rhyme, besorgte Amelia Sachs – der Sprecher findet stets den richtigen Ton und trägt so einen großen Teil zum positiven Eindruck des Titels bei. Insgesamt eine absolut tadellose Vorstellung.

Mein Fazit:
Zugegeben, der neue Rhyme-Thriller braucht eine Weile, bis er in Fahrt kommt. Der Anfang mit seinen langen physikalischen Erläuterungen und ausführlichen Beschreibungen der Organisation des Energiekonzerns strapaziert die Geduld des Hörers schon recht stark. Wer dranbleibt, wird jedoch dafür vollends entschädigt. Sobald der Täter enthüllt ist und es praktisch „nur noch“ um dessen Ergreifung geht, fackelt Deaver ein wahres Feuerwerk ab. Hochspannung (im wahrsten Sinne des Wortes), überraschende Wendungen, Dramatik – die zweite Hälfte ist nahezu perfekt. Vor allem das große Finale ist absolut fantastisch gelungen. Für Jeffery Deaver-Fans und Freunde akribischer Spurenermittlung ein Pflichtkauf, Einsteigern sei vielleicht eher das frisch erschienene Hörbuch „Der Knochenjäger“ (der erste Teil der Serie) ans Herz gelegt, in dem die Anfänge der Zusammenarbeit von Rhyme und seiner Partnerin thematisiert werden.

Meine Wertung: 8/10

Informationen:
Das Hörbuch „Opferlämmer“ von Jeffery Deaver hat eine Länge von 14 Std. und 04 Min. und ist ungekürzt für 24,95 Euro bei audible.de erhältlich. Kunden mit Flexi-Abo bezahlen natürlich wieder nur 9,95 Euro. Eine auf gut die Hälfte gekürzte Version gibt es bereits für 13,95 €. Weitere Infos gibt es auf der Detail-Seite bei audible.de


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