Autor: Chris Carter
Umfang: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Verlag

Klappentext:
Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.

Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Zum Roman:
Als Detective Robert Hunter an einem Freitagmorgen den folgenschweren Anruf erhält, lässt ihn die Botschaft vor Angst erstarren. Am anderen Ende der Leitung meldet sich der „Kruzifix-Killer“, den Hunter und sein Partner Carlos Garcia seit geraumer Zeit jagen. Der Mörder teilt dem Polizisten mit, dass er Garcia in seine Gewalt gebracht hat. Er verrät Hunter den Aufenthaltsort seines Kollegen, gibt ihm jedoch nur noch eine Stunde Zeit, um diesen zu retten. Als Robert in dem kalten Kellerraum ankommt, findet er dort ein Bild des Grauens vor. Garcia hängt in einem abgeschlossenen Glaswürfel, an ein mannshohes Kreuz genagelt und mit einer Dornenkrone auf dem Kopf. Auf einem Holztisch findet Hunter einen Kassettenrekorder, mit dem der Killer sein teuflisches Spiel erklärt. Der Detective muss einen von vier Knöpfen betätigen, um seinen Partner aus dem Kasten zu befreien. Erwischt er jedoch den Falschen, fließt eine tödliche Dosis Strom durch Garcias Körper. Doch damit nicht genug: Carlos ist über einen Herzmonitor an eine Ladung Sprengstoff angeschlossen. Hört sein Herz auf zu schlagen, fliegt das gesamte Gebäude in die Luft. Hunter hat nur 60 Sekunden, um die richtige Entscheidung zu treffen…

Nach diesem hochdramatischen Auftakt springt die Handlung fünf Wochen in die Vergangenheit. Hunter und Garcia werden zum Fundort einer Leiche gerufen, die in einem abgelegenen Waldstück gefunden wurde. Das Opfer, eine junge Frau, hängt schwer misshandelt an zwei Holzpfosten, und muss vor ihrem Tod lange und grausam gefoltert worden sein. Besonders schockierend: Ihr wurde bei lebendigem Leib die Haut vom Gesicht gezogen. Als die Polizisten im Nacken der Toten ein eingeritztes Doppelkreuz finden, läuft es Detective Hunter eiskalt den Rücken hinunter. Das gleiche Symbol hatte vor Jahren der „Kruzifix-Killer“ auf seinen Opfern hinterlassen, ein brutaler Serienmörder, der damals mindestens sieben Menschen getötet hatte. Doch der Täter wurde damals gefasst, hatte die Morde gestanden und wurde anschließend hingerichtet. Hat Detective Hunter damals einen schweren Fehler gemacht und den Falschen überführt? Musste eine unschuldige Person für die Taten eines anderen sterben?

Hunter nimmt erneut die Ermittlungen auf und fahndet fieberhaft nach dem Killer. Unterstützt wird er dabei von seinem neuen Partner Carlos Garcia, der ihm erst vor wenigen Tagen zugeteilt wurde. Robert ist zunächst wenig begeistert, hatte er seinen letzten Partner doch vor gar nicht langer Zeit durch einen tragischen Unfall verloren.

Garcia ist mit den damaligen Ermittlungen im Fall des Kruzifix-Killers nicht besonders gut vertraut und wird von Hunter nach und nach in die damaligen Ereignisse eingeweiht. Auf diese Weise erfährt auch der Leser von der Vorgeschichte der neuerlichen Entwicklungen. Diese Kombination aus erfahrenem Cop und „Anfänger“ im Morddezernat ergibt in der Praxis ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Gespann. Während Hunter noch schwer von der Vergangenheit geprägt und psychisch nicht voll auf der Höhe ist, bringt Garcia frischen Wind und neue Ideen in die Ermittlungen.

Beide Charaktere sind gut ausgearbeitet und durchweg sympathisch, wenn auch der Fokus überwiegend auf Robert Hunter liegt. Dieser ist ein wahres Wunderkind: Schon in frühen Jahren fiel er durch hohe Intelligenz auf und machte im Schnelldurchgang Karriere, bis er schließlich beim FBI als Profiler landete. Nach dem Mord an seinem Vater beschloss er jedoch, die Kriminellen selbst jagen zu wollen und wechselte zum Los Angeles Police Department. Doch neben seiner beruflichen Erfolgslaufbahn ist sein Privatleben eher nicht so rosig. Hunter lebt allein, ist von dem Tod seines Partners noch schwer mitgenommen und macht sich große Vorwürfe, weil er damals offensichtlich den falschen Mann ins Gefängnis gebracht hat. Als er Garcia als neuen Partner zugeteilt bekommt, sträubt er sich zunächst davor, gibt dann jedoch nach. Im Laufe der Ermittlungen findet das Duo dann immer besser zueinander und wächst zu einem guten Team heran.

Der Fall selbst ist gut konstruiert und durchweg spannend und bekommt vor allem durch die dramatische Vorgeschichte einen interessanten Charakter. Der Kruzifix-Killer scheint fast übermächtig, hinterlässt keine Spuren und treibt sein Spiel mit der Polizei, vor allem mit Hunter selbst. So wird er unter anderem zum Wetten auf Hunderennen herausgefordert, um ein weiteres Opfer zu verhindern. Als Leser wird man des öfteren auf eine falsche Spur geführt und bekommt am Ende eine überraschende, aber glaubwürdige Auflösung präsentiert.

Mein Fazit:
Mit „Der Kruzifix-Killer“ hat Chris Carter einen packenden und schockierenden Thriller hingelegt, der zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt. Zwar erfindet der Autor das Rad nicht neu und frische Ideen sucht man größtenteils vergebens, doch die Handlung ist clever konstruiert und durchweg spannend. Die beiden Ermittler sind interessante Charaktere und zudem überaus sympathisch. Die Chemie stimmt hier auf jeden Fall, sodass man ab und zu auch über einen markigen Spruch schmunzeln darf. Für schwache Nerven ist der Roman jedoch nichts, hier geht es ordentlich zu Sache und keine Grausamkeit wird ausgelassen. Ans Kreuz genagelte Opfer, gehäutete Gesichter, Snuff-Movies – dem Leser bleibt nichts erspart. Wer sich jedoch für Geschichten im Stil von „Saw“ oder „Sieben“ begeistern kann, macht mit einem Kauf auf keinen Fall etwas falsch. „Der Kruzifix-Killer“ ist keine große Literatur, aber verflucht spannend und sehr kurzweilig. Mit „Der Vollstrecker“ ist mittlerweile auch schon der Nachfolger erschienen, der es über kurz oder lang auch wieder in meine Bibliothek schaffen dürfte…

Meine Wertung: 8/10

Informationen:
„Der Kruzifix-Killer“ von Chris Carter ist im Ullstein Verlag erschienen und hat einen Umfang von 480 Seiten. Das Buch ist für 9,95 € als Taschenbuch erhältlich. Weitere Infos auf der Verlags-Homepage.


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