Autor: Jonathan Hayes
Sprecher: Torsten Michaelis
Länge: 12 Std. 55 Min. (ungekürzt)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
Weil er in Notwehr einen von religiösem Wahn besessenen Serienkiller töten musste, hat der Pathologe Edward Jenner in New York seine Zulassung verloren. Zumindest so lange, bis alle Einzelheiten geklärt sind. Da kommt ihm das Angebot gerade recht, für drei Monate seinen Freund Marty als Medical Examiner in Florida zu vertreten. Doch kaum ist er im Süden angekommen, werden Marty und seine Frau heimtückisch ermordet. Unversehens findet sich Jenner in einem Strudel aus dunklen Familiengeheimnissen, skrupelloser Machtgier und undurchsichtigen Drogengeschäften wieder…

Zum Hörbuch:
„Tortur“ ist das zweite Buch von Jonathan Hayes mit der Hauptfigur des New Yorker Pathologen Edward Jenner. Im Vorgänger „Martyrium“ machte dieser Jagd auf einen wahnsinnigen Serienkiller, der aus religiösen Motiven eine Reihe von Frauen aus bestialische Weise ermordete. Als der Mörder auch Jenners Freundin Ana in seine Gewalt brachte, kam es zwischen ihm und dem Pathologen zu einem finalen Showdown, in welchem Jenner den Killer in Notwehr tötete.

Der Nachfolger knüpft nun direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an. Jenners berufliche Karriere liegt mehr oder weniger auf Eis. Seine Zulassung als Pathologe wurde ihm nach der Tötung des Serienmörders vorübergehend entzogen, da die Vorfälle zunächst noch genau untersucht werden müssen. Jenners Ruf bei den Kollegen ist ebenfalls arg ramponiert. Als sein Freund Martin Rowbourne ihn bittet, für drei Monate seine Vertretung als Medical Examiner in Florida zu übernehmen, kommt ihm dieses Angebot gerade recht und so nimmt er nach kurzer Bedenkzeit an. In New York hält ihn momentan eh nichts mehr, erst recht nicht seit seine Freundin Ana ihre Beziehung beendet hat, da sie durch Edwards Nähe immer an die schrecklichen Erlebnisse erinnert wird.

In Florida angekommen, muss der Pathologe dann gleich einen schlimmen Schock verkraften. Marty und dessen Frau sind einem Verbrechen zum Opfer gefallen und wurden getötet. Aus Verbundenheit zu seinem langjährigen Freund stellt Jenner daraufhin eigene Ermittlungen an. Als wenig später mehrere Männerleichen erhängt an einem Baum gefunden werden, deutet immer mehr auf einen Hintergrund im Drogenmilieu hin. Im Laufe seiner Untersuchungen verstrickt sich Jenner dann immer tiefer in einem Geflecht aus knallharten Drogengeschäften, Korruption und Verschwörung. Zudem werden seine Nachforschungen von der örtlichen Polizei behindert, welche die Einmischungen des Gerichtsmediziners alles andere als erfreulich findet. Für Jenner wird die Situation noch schlimmer, als er immer mehr zu der Erkenntnis kommt, dass auch sein Freund Marty seine Finger im dreckigen Drogengeschäft mit im Spiel hatte…

Bei seinen Ermittlungen trifft Edward Jenner auf die Familie der Cranes, eine der reichsten Familie Floridas, bestehend aus dem Patriarchen selbst, seiner Tochter und seiner Enkelin. Jenner und Cranes Tochter kommen sich im Laufe der Geschichte immer näher, doch der Pathologe scheint sich damit gleichzeitig immer tiefer in den Sumpf der Drogenkartelle zu vertiefen, denn Vater Crane ist Gerüchten zufolge ebenfalls im Milieu involviert und steht im Verdacht, auf seinen Farmen nicht nur Viehzucht, sondern auch eine floriende Metamphetamin-Produktion zu betreiben. Dadurch gerät Edward immer mehr in Gefahr und muss sogar um sein eigenes Leben fürchten.

Neueinsteigern wird der Einstieg vom Autor sehr leicht gemacht, denn zu Beginn der Geschichte werden die Geschehnisse aus dem Vorgänger „Martyrium“ noch einmal ausführlich zusammengefasst. Obwohl ich den ersten Teil bereits kannte, kam mir das sehr entgegen, da ich die Ereignisse und Zusammenhänge nicht mehr ganz präsent hatte. Wer allerdings auf einen ebenso blutrünstigen Thriller wie „Martyrium“ hofft, wird jedoch ein wenig enttäuscht, denn „Tortur“ schlägt einen deutlich anderen Ton an. Weniger Brutalität, dafür mehr Atmosphäre und interessante Charaktere.

Während mir die Figur des Pathologen Edward Jenner im ersten Teil schon recht gut gefallen hat, wurde er mir im Laufe der Geschichte noch sympathischer. Jonathan Hayes hat hier eine sehr spannende Persönlichkeit geschaffen, die so gar nicht in das Klischee eines Gerichtsmediziners passt. Er versteckt sich nicht im weißen Kittel in der klinischen Kälte der Pathologie, sondern ihn treibt es raus auf die Straße. Er hat einen sturen Kopf und geht keiner Konfrontation aus dem Weg. Dabei scheut er selbst vor einer handfesten Schlägerei nicht zurück. Dieser rauhe, emotionale und unangepasste Charakter birgt sehr viel Spannung, was im Verlauf der Story noch den ein oder anderen Konflikt hervorbringt, gerade was den Kontakt zur Familie Crane betrifft.

Der Kriminalfall hingegen ist weniger spektakulär als im Vorgänger und deutlich geradliniger. Überraschende Wendungen gibt es hier kaum, stattdessen geht die Geschichte von Anfang an strikt in Richtung Drogenmilieu. Jenner rutscht immer tiefe in das gefährliche Business hinein und bringt sich ernsthaft in Gefahr, woraus das Buch einen Großteil der Dramatik bezieht. Die Auflösung ist meiner Meinung nach aber etwas zu übertrieben, hier wäre etwas weniger wohl mehr gewesen. Der Schluss ist nämlich etwas unübersichtlich und aus meiner Sicht zu actionreich geworden.

Ein klarer Pluspunkt von „Tortur“ ist jedoch die sehr gelungene Atmosphäre. Die Handlung spielt nämlich in der schwülen Hitze Floridas und den stickigen Sümpfen der Everglades, und diese Umgebung wird vom Autor eindrucksvoll auf den Leser transportiert. Man kann sich sehr gut in das Szenario hineinversetzen und dabei die drückende Schwüle förmlich spüren.

Zum Sprecher:
Wie schon der Vorgänger wird auch „Tortur“ wieder von Torsten Michaelis gesprochen. Dieser leistet hier wieder sehr gute Arbeit, seine Stimme passt hervorragend zum knurrigen Gerichtsmediziner. Man bekommt sogar eine ganz kleine Gesangseinlage geboten. Emotionen wie Ärger oder Angst werden vom Sprecher gut umgesetzt, es fällt dem Hörer dadurch sehr leicht, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Leider gibt es noch relativ wenig Hörbücher mit Torsten Michaelis, gerade im Thriller-Genre würde ich in Zukunft gerne mehr von ihm hören.

Mein Fazit:
Nach „Martyrium“ legt Autor Jonathan Hayes mit dem Nachfolger nun ebenfalls einen guten Thriller hin. „Tortur“ überzeugt mit einem tollen und verhältnismäßig unverbrauchten Setting mit stimmiger Atmosphäre und einer sympathischen Hauptfigur. Leider ist die Handlung insgesamt betrachtet etwas vorhersehbar. Daher kann der Titel auch nicht ganz an die Qualität des Vorgängers anknüpfen. Trotzdem bietet Hayes dem Hörer hier ordentliche und wenig blutrünstige Krimiunterhaltung, die noch dazu von einem sehr guten Sprecher vorgetragen wird. Freunde des ersten Teils dürfen auch hier bedenkenlos zugreifen und ich würde mich freuen, wenn noch weitere Bücher mit dem Pathologen Edward Jenner folgen würden. Dieser Charakter hat definitiv Potenzial für eine interessante und erfolgreiche Krimireihe.

Meine Wertung: 7/10

Informationen:
Das Hörbuch „Tortur“ von Jonathan Hayes hat eine Spieldauer von 12 Stunden und 55 Minuten und ist ungekürzt für 24,95 Euro bei audible.de erhältlich. Kunden mit Flexi-Abo bezahlen nur 9,95 Euro. Der Trailer zum Titel ist unten eingebettet, weitere Informationen gibt es auf der Detail-Seite bei audible.de


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