
Während die meisten Krimireihen so angelegt sind, dass man ohne Schwierigkeiten mitten in die Serie einsteigen oder sich auch nur einzelne Bände herauspicken kann, so war Thomas Engers Geschichte um den norwegischen Journalisten Henning Juul von Anfang an anders konzipiert: Hier bietet jeder der einzelnen Romane zwar einen eigenständigen Fall, wie bei kaum einer anderen Reihe dieses Genres zieht sich jedoch ein besonders dominanter roter Faden durch die Bücher. Wie viele seiner nordischen Ermittlerkollegen trägt nämlich auch Engers Protagonist eine tragisches persönliches Schicksal mit sich herum, welches hier aber nicht wie so oft üblich dazu dient, den schwermütigen Charakter oder etwa eine Alkoholabhängigkeit oder ähnliche Schwäche der Hauptfigur zu erklären, sondern sich im Verlauf der drei Vorgänger „Sterblich“, „Vergiftet“ und „Verleumdet“ zu einem verzwickten und sehr emotionalen Kriminalfall entwickelt hat. Das Trauma Henning Juuls ist der Tod seines sechsjährigen Sohnes, der bei einem Wohnungsbrand ums Leben kam – eine Tragödie, deren Ursache auch Jahre später noch nicht aufgeklärt werden konnte und deren rätselhafte Umstände den Journalisten immer noch antreiben, seinem verstorbenen Kind Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Juul ist nämlich davon überzeugt, dass das tödliche Feuer kein Unfall war, sondern bewusst gelegt wurde, um sich an ihm persönlich zu rächen – ein Verdacht, der gerade für einen Vater natürlich nur schwer zu ertragen ist… (mehr …)