Wayward_Rezi

Noch immer ist der FBI-Agent Ethan Burke in der amerikanischen Kleinstadt Wayward Pines in Idaho gefangen, allerdings kennt er nun das Geheimnis, das diesen seltsamen Ort umgibt, und soll als neuer Sheriff fortan selbst dafür sorgen, dass niemand die strengen Regeln der Stadt bricht und jeder sich widerstandslos in sein Schicksal fügt. Ethan selbst fällt es jedoch immer noch schwer, seine neue Existenz in Wayward Pines zu akzeptieren und die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und ohne ständige Überwachung aufzugeben. Als Eingeweihter kennt er aber nun eben auch die Welt außerhalb der Grenzen des die Stadt umgebenden Elektrozauns und weiß daher um die Aussichtslosigkeit seiner Situation. Doch auch in der Bevölkerung von Wayward Pines wächst langsam Widerstand gegen das fremdbestimmte Leben, die quälende Ungewissheit und die ständige Angst. Sheriff Burke gerät so in ein schier auswegloses Dilemma, denn eigentlich soll er jede potenzielle Rebellion im Keim ersticken, muss zu diesem Zweck aber auch seine Familie und Verbündeten hintergehen. Als dann auch noch ein grausamer Mord geschieht, droht die Situation in der Stadt völlig außer Kontrolle zu geraten…

Eingeweiht, aber immer noch ein Gefangener in Wayward Pines

Es sind erst wenige Tage vergangen, seit FBI-Agent Ethan Burke im Auftaktband von Blake Crouchs „Wayward Pines“-Trilogie in der gleichnamigen Kleinstadt gestrandet ist, trotzdem hat es der hartnäckige Ermittler bereits weiter gebracht als alle Einwohner vor ihm: Er kennt endlich das Geheimnis dieses mysteriösen Ortes im tiefsten Idaho und steht als neuer Sheriff der Stadt nun sogar gezwungenermaßen auf der anderen Seite des Gesetzes. Genau wie die Hauptfigur sind in der Fortsetzung „Wayward“ daher auch die Leser dem Rest der Bevölkerung von Wayward Pines ein Stück voraus, was die Situation dadurch aber nicht gerade einfacher macht, denn nach der unglaublichen Enthüllung am Ende von „Pines“ ist die Lage für Ethan vielleicht auswegloser als je zuvor, denn es scheint keine wirkliche Alternative zu dem fremdbestimmten Leben unter ständiger Überwachung zu geben – zu schrecklich sind die Gefahren, die hinter dem großen Elektrozaun auf potenzielle Ausreißer warten.

Weniger Überraschungen, mehr Glaubwürdigkeit

Und genau diese Hoffnungslosigkeit fängt Blake Crouch im zweiten Teil der Reihe hervorragend ein: Genauso wie der Protagonist fühlt man auch als Leser die Bürde des Eingeweihten auf sich und muss schmerzlich verfolgen, wie sich die Menschen trotz ihrer misslichen Situation tief im Inneren irgendwie immer noch ein bisschen Hoffnung auf Besserung machen. Dabei ist ihnen selbst jedoch das verheerende Ausmaß der totalen Kontrolle noch nicht einmal bewusst, denn Privatsphäre ist in Wayward Pines schlicht nicht mehr vorhanden und selbst die intimsten Momente ihres Lebens werden schonungslos und „zum Wohle der Allgemeinheit“ ausspioniert. Diese brutale Einschränkung der persönlichen Freiheit macht das Szenario vielleicht sogar schockierender als all das, was außerhalb der Stadt lauert, und verstärkt die ohnehin schon beklemmende Atmosphäre des Vorgängers noch einmal enorm. Zwar bietet „Wayward“ bei weitem nicht so viele Überraschungsmomente wie „Pines“ und wirkt im Vergleich zum Auftaktband fast schon unspektakulär, doch gerade diese unerwartete Bodenständigkeit ist für mich die große Stärke der Fortsetzung, denn dadurch wirkt das Setting trotz aller Absurditäten deutlich glaubwürdiger und damit noch bedrohlicher.

Eine vergleichsweise unspektakuläre, aber dennoch jederzeit fesselnde Fortsetzung

Ein weiterer großer Trumpf des zweiten Teils ist der innere Konflikt der Hauptfigur, denn Ethan ist hin- und hergerissen zwischen seiner Verantwortung als Sheriff und dem eigenen Wunsch nach Freiheit und muss in seiner Position immer wieder unangenehme Entscheidungen treffen, die auch zu Lasten von ihm nahestehenden Personen gehen. Zugleich kann man sich aber auch in Ethans Gegenspieler hineinversetzen und kann trotz aller rigorosen Maßnahmen wie öffentlicher Treibjagden in gewisser Weise sogar nachvollziehen, dass diese vielleicht tatsächlich nur das Gemeinwohl im Sinn haben, und genau diese vielen Grauzonen machen viel von der Faszination dieses zweiten Bandes aus. Der Mordfall, der als grober Aufhänger der Geschichte fungiert, gerät dabei zwar manchmal etwas zur Nebensache, trägt aber dennoch seinen Teil zur Spannung bei. Somit ist „Wayward“ insgesamt eine sehr gute und fesselnde Fortsetzung und weit mehr als ein uninspirierter Trilogie-Mittelteil, auch wenn die ganz großen „What the fuck?“-Momente des Vorgängers weitestgehend ausbleiben. Blake Crouch geht im zweiten Band einen etwas anderen, solideren Weg, macht es meiner Meinung nach damit aber genau richtig, da die Geschichte dadurch deutlich an Glaubwürdigkeit gewinnt und so vielleicht sogar noch mehr verstört als die dicken Überraschungen des Auftaktbandes.

Wayward
  • Autor:
  • Deutscher Titel: Wayward
  • Reihe: Wayward Pines #2
  • Umfang: 298 Seiten
  • Verlag: Thomas & Mercer
  • Erscheinungsdatum: 17. September 2013
  • Preis Taschenbuch 11,99 €/eBook 4,99 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
8/10
Fazit:
In „Wayward“, dem zweiten Band seiner „Wayward Pines“-Trilogie, fährt Blake Crouch die Mystery-Elemente und skurrilen Plottwists des Vorgängers zwar ein wenig zurück, gewinnt durch die bodenständigere Geschichte, den packenden inneren Konflikt der Hauptfigur und die differenzierte Betrachtung von Gut und Böse aber deutlich an Glaubwürdigkeit und legt auch atmosphärisch noch einmal zu – eine starke Fortsetzung.

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