Am Limit_Rezi

Eigentlich befindet sich der Militärpolizist John Puller gerade im Urlaub, den er sich nach seinem dramatischen letzten Einsatz in einer Kleinstadt in West Virginia auch redlich verdient hat, doch seine Freizeit wird von einem ganz persönlichen Auftrag unterbrochen: Pullers Tante Betsy wendet sich mit einem Hilferuf an seinen Vater und berichtet von seltsamen Vorkommnissen und dubiosen Machenschaften in ihrem Heimatort Paradise. Ohne zu zögern reist Puller daraufhin nach Florida, um den Andeutungen seiner Tante auf den Grund zu gehen, doch schon kurz nach seiner Ankunft macht der Ermittler eine schreckliche Entdeckung: Betsy ist tot, angeblich ertrunken im Brunnen ihres eigenen Gartens. Der tragischer Unfall einer alten Frau, so die Einschätzung der örtlichen Polizei, doch John Puller ist davon überzeugt, dass hinter dem Tod seiner Tante mehr steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Besteht womöglich ein Zusammenhang zu dem geheimnisvollen Brief seiner Tante und wurde Betsy vielleicht zum Schweigen gebracht, weil sie einem Verbrechen auf die Spur gekommen ist?

Militärpolizist John Puller ermittelt in einem ganz persönlichen Fall

Ein echter Profi-Ermittler wie David Baldaccis Protagonist John Puller ist immer im Einsatz und kommt auch im Urlaub nicht zum Abschalten. Statt sich von seiner letzten Mission angemessen zu erholen und ein paar ruhige Tage zu genießen, reist Puller für private Ermittlungen lieber ins sonnige Florida, um dem geheimnisvollen Hilferuf seiner Tante nachzugehen – für den Militärpolizisten eine Selbstverständlichkeit, schließlich hat Tante Betsy in seinem Leben früher eine bedeutende Rolle gespielt. Statt gemeinsam in alten Erinnerungen zu schwelgen und nebenbei die besorgte alte Dame mit ein paar Nachforschungen zu beruhigen, beginnt Pullers Aufenthalt in Paradise aber mit einem Schock: Betsy ist tot und auch wenn zunächst alles nach einem Unfall aussieht, besteht für den erfahrenen Ermittler kaum ein Zweifel, dass seine Tante einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Keine Frage, dass Puller der Sache sofort auf den Grund geht und den Täter zur Rechenschaft ziehen will – mit einem erfahrenen und hochdekorierten Army-Veteran, der wenige Wochen zuvor quasi im Alleingang die USA vor einer Atomkatastrophe gerettet hat, legt man sich nämlich besser nicht an…

Mord und Menschenhandel in Floridas paradiesischer Oase

„Am Limit“, der zweite Fall für Militärermittler John Puller, beginnt ähnlich wie der Vorgänger „Zero Day“ eher im kleinen Rahmen und einem vergleichsweise gewöhnlichen Verbrechen – falls der Tod seiner Tante sich überhaupt als ein solches herausstellen sollte. Als Leser ist man zu diesem Zeitpunkt aber bereits schlauer und weiß, dass in dem Ort der Reichen und Schönen und beliebten Ruhesitz für gutbetuchte ältere Herrschaften mehr vor sich geht, als die hochglänzende Fassade von Paradise seinen Einwohnern weismachen will. Schon der Prolog deutet auf ein dreckiges Geschäft mit Menschenhandel und Zwangsprostitution hin und ein Mann wie Puller scheint da genau der richtige, um in diesen kriminellen Strukturen mal so richtig aufzuräumen. Wie schon im ersten Band ist er dabei aber nicht auf sich alleine gestellt und erhält Unterstützung, die erneut in Form attraktiver und selbstbewusster Weiblichkeit daherkommt – immerhin dürfen Pullers Helferinnen aber nicht nur gut aussehen, sondern erweisen sich auch als smart und schlagkräftig und sind damit zum Glück mehr als nur schmückendes Beiwerk.

Zwischen James Bond und Jack Reacher – auch John Pullers zweiter Einsatz überzeugt

Auch David Baldaccis zweiter Puller-Einsatz entwickelt sich schnell zu einem geradlinigen und kurzweiligen Thriller, der mit flotter Erzählweise und dem paradiesischen Setting punktet, dabei aber erneut in erster Linie vom Charme der Hauptfigur lebt. Zwar ist es ein wenig schade, dass Pullers familiäre Entourage mit seinem altgedienten demenzkranken Vater, der sich immer noch für einen befehlshabenden Armee-General hält, und seinem Bruder, einem verurteilten Landesverräter, diesmal sehr kurz kommt, John Puller punktet aber erneut als sympathischer und kompetenter Ermittler. Dass sich bei dem scheinbar unverwundbaren Multitalent und Frauenschwarm nicht zuletzt auch aufgrund der Hörbuchfassung mit Daniel-Craig-Synchronstimme Dietmar Wunder die ein oder andere Parallele zu den actionreichen Einsätzen eines James Bond förmlich aufdrängt, ist vielleicht sogar gewollt und stört auf jeden Fall auch nicht. Eine spannende und schnörkellos erzählte Story, gute Hauptfigur, stimmige Atmosphäre – auch John Pullers zweiter Fall überzeugt als kurzweiliger und flotter (Action-)Thriller mit aktueller Thematik. Dass auch „Am Limit“ dabei nicht gerade vor Originalität strotzt und sich weitestgehend auf bewährten Genre-Pfaden bewegt, fällt überhaupt nicht negativ ins Gewicht – David Baldacci weiß nach unzähligen Roman schließlich was er tut und erlaubt sich auch keine wirkliche Schwäche. Gerne mehr davon!

Am Limit
  • Autor:
  • Sprecher: Dietmar Wunder
  • Original Titel: The Forgotton
  • Reihe: John Puller #2
  • Länge: 11 Std. 59 Min. (ungekürzt)
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland
  • Preis 21,95 € (9,95 € im Audible-Flexi-Abo)
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Sprecher:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Auch mit „Am Limit“, dem zweiten Einsatz für Militärpolizist John Puller, liefert Thriller-Routinier David Baldacci wieder einen kurzweiligen und geradlinigen Action-Krimi ab, der mit sympathischer Hauptfigur, spannender Story und sonniger Atmosphäre überzeugt.

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