Glashaus_Rezi

Die Bundesrepublik Deutschland sieht sich von einer unsichtbaren Gefahr bedroht: Von der Bevölkerung und den Medien weitestgehend unbemerkt muss sich die Regierung immer wieder Angriffen im Internet erwehren, die es z.B. auf sensible Daten abgesehen oder den Zusammenbruch wichtiger Bestandteile der Infrastruktur zum Ziel haben. Besonders in den letzten Monaten ist diese virtuelle Gefahr präsenter denn je, denn mit dem Cyber-Terroristen Godspeed hat sich ein Hacker als besonders hartnäckig und gerissen herausgestellt. Immer wieder bedroht dieser mit seinen Attacken die nationale Sicherheit und sorgt unter anderem durch den mutwilligen Absturz einer Bundeswehrdrohne in Afghanistan für eine schwere Krise. Um sich den Angriffen entgegenzustellen und Godspeed endlich das Handwerk zu legen, hat die Regierung daher die streng geheime Sondereinheit „Glashaus“ ins Leben gerufen, die direkt dem Kanzleramt unterstellt ist und mit einem Team bestehend aus Polizei, Staatsanwaltschaft und Computerspezialisten operiert. Doch „Glashaus“ findet sich schon bald selbst im Visier des Super-Hackers Godspeed wieder…

Das neue Mega-Hörspielprojekt von Audible.de & Lauscherlounge mit mehr als 90 Sprechern

Dass der Hörbuchanbieter Audible.de in der Lage ist, aufwendige und qualitativ hochwertige Hörspiele zu produzieren, hat das Team in jüngerer Vergangenheit z.B. mit der Umsetzung der Sebastian-Fitzek-Thriller „Der Seelenbrecher“, „Das Kind“ oder „Amokspiel“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das neue Projekt „Glashaus“ ist aber noch einmal deutlich ambitionierter angelegt und kommt gleich im auf mehrere Staffeln angelegten Serienformat daher. Die zehn Folgen der ersten Staffel sind nun bereits erschienen und als Komplettpaket erhältlich, und für diese Episoden haben Audible.de und das Team von Oliver Rohrbecks Hörspiel-Label „Lauscherlounge“ unter der Regie von Johanna Steiner mehr als 90 namhafte Sprecher versammelt, um in der als Cyber-Crime-Serie vermarkteten Serie eine Spezialeinheit der Bundesregierung auf die Jagd nach Computer-Terroristen zu schicken.

Prominente Schauspieler & Sprecher bis in die kleinste Nebenrolle

Und dass sich „Glashaus“ technisch hinter der Konkurrenz nicht verstecken muss und beinahe schon neue Maßstäbe setzt, wird schon nach wenigen Minuten klar. Es geht direkt hinein in die Action und fast im Minutentakt kann man als routinierter Hörbuch-Hörer prominente Sprecher in Haupt- und Nebenrollen entdecken. In vorderster Front ermitteln dabei Tatort-Ermittler Dominic Raacke als knurriger Ex-Polizist und Kriegsveteran Mark West, „Berlin, Berlin“-Star Felicitas Woll als junge Staatsanwältin Julia Murnau und Top-Sprecher Stefan Kaminski als Computerspezialist Torsten Radinger. Doch auch abseits dieses Trios stößt man immer wieder auf bekannte Stimmen wie die von Uve Teschner, Erich Räuker, Sky DuMont, Michael Pan, Detlef Bierstedt, Oliver Siebeck, Martin Kessler und und und – mehr geht eigentlich nicht.

Kurzweilige und dramatische Story, die oft aber etwas hektisch wirkt

Die Story startet zwar ein wenig verwirrend, dennoch findet man recht schnell in die Geschichte hinein und lässt sich vor allem schnell mit dem sympathischen Glashaus-Team mitreißen – auch wenn sich die einzelnen Mitglieder gerade zu Beginn untereinander oft alles andere als grün sind. Gerade diese kleinen Konflikte bringen aber hohen Unterhaltungswert mit, vor allem die Kombination aus erfahrenem, kompromisslosem Ex-Polizisten und aufstrebender, regeltreuer Staatsanwältin sorgt für reichlich (amüsanten) Zunder. Doch auch außerhalb des Teams geht es ordentlich zur Sache: Kaum ist eine Gefahr abgewehrt, droht auch schon der nächste Hacker-Angriff, und die Autoren schrecken auch nicht davor zurück, prominente Opfer zu fordern. Allerdings hatte ich beim Hören stellenweise das Gefühl, dass das Episoden-Konzept der Gesamthandlung hin und wieder ein wenig im Weg steht. Oft wirken einige Story-Höhepunkte etwas konstruiert und hektisch, weil sie wohl noch schnell in die jeweilige Folge hineingepresst werden mussten. Das führt auch dazu, dass es keinen kontinuierlichen, sondern einen eher ruckartigen Spannungsaufbau gibt, was gerade im späteren Verlauf zu mancher Wiederholung führt. Der Ablauf der Geschichte ist vor allem zum Ende hin leider öfter leicht repetitiv, auch wenn die Autoren merklich bestrebt sind, das Vorangegangene immer noch zu übertreffen.

Technisch fast perfekt, inhaltlich noch ein wenig ausbaufähig

Diese kleinen erzählerischen Schwächen und auch einige logische Ungereimtheiten sowie das Strapazieren mancher (Hacker-)Klischees ändern aber nichts daran, dass die erste „Glashaus“-Staffel wirklich eine gelungene und äußerst kurzweilige Hörspiel-Produktion geworden ist, die nicht nur mit dem fiesen Cliffhanger-Ende Lust auf weitere Folgen macht. Ich frage mich zwar ein wenig, wie die Produzenten die schon sehr groß angelegten Dimensionen der Handlung noch übertreffen wollen, lasse dies aber entspannt auf mich zukommen. Hoffentlich verlieren die Macher dabei aber nicht die Bodenhaftung und lassen ihre Geschichte zu sehr ins Absurde abdriften – etwas weniger Hektik und Bombast und mehr Konzentration auf eine plausible und intelligente Story würden dem Projekt sicher guttun. Nichtsdestotrotz ist „Glashaus“ bisher ein packender Hörspiel-Blockbuster, in den man als Thriller-Fan zumindest einmal hineinhören sollte – denn zumindest technisch gibt es an der Produktion absolut nichts auszusetzen.

Glashaus – Die komplette 1. Staffel
  • Autor:
  • Sprecher: Dominic Raacke, Felicitas Woll, Stefan Kaminski, Uve Teschner u.v.m.
  • Reihe: Glashaus #1
  • Länge: 11 Std. 28 Min.
  • Verlag: Audible GmbH
  • Erscheinungsdatum: 18. November 2014
  • Preis 19,95 € (9,95 € im Audible-Flexi-Abo)
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Sprecher:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Die erste Glashaus-Staffel beeindruckt als aufwendiger und technisch einwandfreier Hörspiel-Blockbuster mit prominenter Sprecherriege, trägt inhaltlich aber oft zu dick auf und büßt dadurch manchmal an Glaubwürdigkeit ein.

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