Remember Me_Rezi

Nach den dramatischen Erlebnissen im letzten Jahr dachte Wick Tate eigentlich, dass sie damit das Schlimmste überstanden hätte. Doch zu ihrem großen Unverständnis kann ihre gebeutelte Familie keinerlei Unterstützung erwarten und muss sich stattdessen mit unverhohlenem Argwohn und sogar offenen Anfeindungen auseinandersetzen. Zudem steht Wick nach wie vor unter dem Einfluss von Detective Carson, der das Mädchen weiterhin mit seinem Wissen über ihre Hacker-Ausflüge unter Druck setzt und Wicks Fähigkeiten zu seinen Gunsten einsetzen will. So rutscht die 16-Jährige direkt in die nächste brenzlige Ermittlung, als auf dem festlichen Empfang eines Richters plötzlich dessen Assistentin ermordet aufgefunden wird – mit der mysteriösen Botschaft „Remember Me“ auf ihrer Leiche. Zu allem Überfluss handelt es sich bei dem Richter auch noch um den Mann, den sie im Auftrag Carsons ausspionieren sollte und somit wird Wick erneut in ein äußerst gefährliches Machtspiel hineingezogen…

Der zweite Auftritt der selbstbewussten Hackerin Wick Tate

„Remember Me“ ist nach „Find Me“ der zweite Roman der Amerikanerin Romily Bernard und wie man schon am ähnlich klingenden Titel erahnen kann bringt dieser den zweiten Auftritt der jungen Hackerin Wicket Tate mit sich, die sich gerade erst halbwegs von den schockierenden Erlebnissen des Vorgängerbandes erholt hat – zumal diese auch ihre langersehnte Familienidylle ein weiteres Mal zum Einsturz gebracht haben. Während ihre Adoptivmutter sich nun fast schon unerträglich fürsorglich um Wicks Wohl kümmert und diese u.a. mit lästigen Sitzungen bei einem Therapeuten plagt, fällt es ihr weiterhin schwer, Anschluss an ein normales Sozialleben zu finden, zumal sie nach den jüngsten Ereignissen teilweise fast wie eine Aussätzige behandelt wird. Wer Wick Tate aus dem ersten Buch kennt, der weiß aber bereits, dass sich die Teenagerin davon nicht aus der Bahn werfen lässt – dafür hat sie in ihrem noch jungen Leben einfach schon zu viele schwere Phasen und Schicksalsschläge erlebt. Eigentlich reichen ihr ihre Schwester, ihre Adoptivmutter und ihr Freund Griff auch völlig aus, viel belastender ist schon die schier unendliche Geschichte mit ihr und Detective Carson, der auch in „Remember Me“ wieder zum zwielichtigen Gegenspieler wird, mit dem Wick gegen ihren eigenen Willen zusammenarbeiten muss. Zu groß ist ihr einfach das Risiko, dass dieser ihre Hacker-Einlagen auffliegen lässt und damit auch die letzten Stützen ihres Lebens zum Einsturz bringt.

Eine Fortsetzung mit bekannten Zutaten

Alles beim alten also, könnte man meinen, und irgendwie fasst dies den zweiten Band der „Find Me“-Trilogie auch ganz gut zusammen. Das klingt zunächst wenig originell (was es bei ehrlicher Betrachtung eigentlich auch ist), aber Romily Bernard besinnt sich hier geschickt auf die Stärken ihres Debütromans: eine starke und sympathische Protagonistin, einen spannenden Kriminalfall und auch abseits davon jede Menge Aufregung und Konflikte. Dass diese dabei zu einem Großteil aus den bekannten Zutaten bestehen und das ewige Psycho-Duell mit Carson in die nächste Runde geht, ist dabei zu verschmerzen, denn dieses aus Wicks Sicht schier ausweglose Dilemma liefert auch im zweiten Anlauf reichlich Spannung. Der Kriminalfall um den Mord im Umfeld eines prominenten Richters ist solide konstruiert und gibt dem ganzen Roman einen roten Faden, um den herum erneut zahlreiche private Baustellen platziert werden. So muss sich Wick z.B. ein weiteres Mal mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und kommt dabei auch dem Geheimnis um den Selbstmord ihrer Mutter näher.

Spannender, aber etwas innovationsarmer zweiter Band der „Find Me“-Trilogie

Wie der Klappentext schon andeutet kommt man auch bei „Remember Me“ nicht um das Liebesleben der jungen Protagonistin herum und über der Handlung schwebt permanent ein wenig drohend der böse Ausdruck „Love triangle“. Ähnlich wie bei „Find Me“ nerven die romantischen Turbulenzen der Geschichte aber erstaunlich wenig, was aber auch daran liegen könnte dass sich beide Bewerber um Wicks Gunst mehr oder weniger gleichen wie ein Ei dem anderen und es irgendwie keine große Rolle spielt, wer nun jeweils die Nase vorn hat. Ärgerlicher ist da schon eher, dass mit Wicks Schwester Lily eine der großen Sympathieträgerinnen des Vorgängers kaum noch eine Rolle spielt. Wer aber den ersten Band schon mochte und schnell Bezug zur selbstbewussten Hackerin gefunden hat, wird sich vermutlich auch leicht mit der Fortsetzung anfreunden können, auch wenn diese eben nur ein leicht variierter Aufguss des Trilogie-Auftakts ist. Ein atemberaubender und nervenzerreißender Thriller ist zwar auch der zweite Band nicht, als spannende Unterhaltung für die etwas jüngere Zielgruppe funktioniert Bernards zweiter Roman aber erneut zuverlässig. Ich bin jedenfalls schon gespannt auf den Abschlussband „Trust Me“, der im nächsten Jahr erscheinen soll.

Remember Me
  • Autor:
  • Reihe: Find Me #2
  • Umfang: 355 Seiten
  • Verlag: HarperTeen
  • Erscheinungsdatum: 23. September 2014
  • Preis Geb. Ausgabe 13,06 €/eBook 7,21 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
7/10
Fazit:
Spannendes zweites Abenteuer der jungen Hackerin Wick Tate, das zwar vielleicht etwas zu sehr auf bewährte Zutaten setzt, aber mit der starken Protagonisten erneut Pluspunkte sammelt.

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