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Nach 18 Folgen der Thriller-Serie „Darkside Park“ und 12 Episoden der Nachfolgereihe „Porterville“ steht das Geheimnis um die mysteriöse Stadt nun kurz vor ihrer finalen Auflösung. Unzählige Puzzleteile wurden von den Autoren um den Serienschöpfer Ivar Leon Menger verteilt, die nun mit den sechs Folgen der dritten und letzten „Porterville“-Staffel darauf warten, zu des Rätsels Lösung zusammengesetzt zu werden. Nachdem mich die erste Staffel des Spin-Offs noch nicht ganz begeistern konnte, legte „Porterville“ für meinen Geschmack mit den Episoden 7-12 ein gutes Stück zu und konnte über weite Strecken sogar an das Niveau des grandiosen „Darkside Parks“ anknüpfen. Der Gesamteindruck über den Ableger fällt also nun mit den letzten sechs Folgen und damit, ob es die Autoren schaffen, die losen Fäden zu einem stimmigen Ergebnis zusammenzusetzen – und um es gleich schon mal vorweg zu nehmen: Ich bin vom Endergebnis leider ein wenig enttäuscht.

Was ist das große Geheimnis der mysteriösen Stadt Porterville?

Dabei beginnt die dritte Staffel zunächst vielversprechend. Ein weiteres Mal trifft der Hörer auf das Paar Emily und Jonathan, die endlich im gefürchteten „Draußen“ angekommen sind und dort eine seltsame Bekanntschaft machen – kein Knallerauftakt, aber eine Folge, die gut den Bogen zu der bisherigen Handlung spannt und das große Finale solide einleitet. Die nächste Folge „Die Akte Richthofen“ schweift danach zwar auf den ersten Blick ein wenig weit vom Porterville-Universum ab, entpuppt sich aber schnell als echtes Highlight der Serie, zumal hier auch ein wenig Licht in das Dunkel um eines der großen Geheimnisse der Stadt kommt – obwohl diese geografisch etwas weit entfernt des gewohnten Schauplatzes spielt.

Viel Durchschnittskost, wenige Highlights

Leider ist diese 14. Folge aber zugleich auch schon der letzte große Höhepunkt der Abschlussstaffel, denn wer wie ich zum Ende auf eine spektakuläre Auflösung und hochspannende Erzählungen gehofft hat, bei dem wird sich vermutlich recht schnell Ernüchterung breit machen. Die letzten vier Episoden sind zwar allesamt nicht schlecht und wären für einen dem Spannungsaufbau dienenden Mittelteil auch völlig in Ordnung, man merkt für meinen Geschmack aber viel zu selten, dass sich dieses Mystery-Epos hier nach 36 zumeist hervorragenden Geschichten seinem Ende nähert. Natürlich ist es absolut legitim, dass die Serien-Schöpfer nicht alles haarklein erklären und einen Teil der Deutung auch noch der Fantasie ihrer Leser und Hörer überlassen wollen, für mich persönlich wurden aber viel zu wenig Zusammenhänge hergestellt und die Handlung ist plötzlich ohne große Überraschungen einfach vorbei – von der genialen Enthüllung am Ende von „Darkside Park“ ist dieses Serienende somit meilenweit entfernt. Mit Ausnahme der schon erwähnten Episode „Die Akte Richthofen“ plätscherten alle weiteren Folgen der Finalstaffel auf meist durchschnittlichem Niveau dahin und lediglich der Epilog in Folge 18 gibt dem Ganzen einen neuen und interessanten Ansatz für spannende Gedankenspiele.

Ein Abschluss, welcher dem grandiosen „Porterville“-Universum nicht ganz gerecht wird

Inhaltlich ist Staffel 3 für mich also eine kleine Enttäuschung, die wieder einmal hervorragende technische Umsetzung rettet aber wie schon bei der ersten „Porterville“-Staffel den Gesamteindruck, was zu großen Teilen erneut an den grandiosen Sprecherleistungen liegt. Neben Timmo Niesner, Tobias Kluckert oder Oliver Rohrbeck kommen mit Marius Clarén und Gerrit Schmidt-Foß auch Erzähler zum Einsatz, auf die man im Hörbuch-Bereich eher selten trifft, deren Stimmen man aber vermutlich schon seit Jahren kennt: Clarén ist nämlich u.a. die deutsche Synchronstimme von Tobey Maguire und Schmidt-Foß leiht Hollywood-Schwergewicht Leonardi DiCaprio regelmäßig seine Stimme. Kurioserweise ist ausgerechnet letzterer aber eine kleine Fehlbesetzung, denn der von ihm verkörperte Erzähler ist einfach viel zu alt für die Stimme des Sprechers – was vielleicht nicht so auffallen würde, wenn Schmidt-Foß nicht nur die Dialogzeilen dieser Figur, sondern auch deren Berichte aus der Ich-Perspektive mit verstellter Stimme lesen würde. In der dargebotenen Form wirkt die Lesung so leider etwas inkonsequent und dadurch unglaubwürdig. Insgesamt ist die dritte und letzte „Porterville“-Staffel also eine Produktion mit Licht und Schatten, die meine (vielleicht auch etwas zu) hohen Erwartungen letztlich nicht erfüllen konnte, bei der die engagierten Sprecher aber über so manche inhaltlichen Schwächen hinwegtäuschen können.

Porterville: Staffel 3
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Sprecher:
Gesamt:
7/10
Fazit:
Technisch auf hohem Niveau und mit gewoht grandiosen Sprecherleistungen kann die letzte „Porterville“-Staffel inhaltlich leider nicht immer überzeugen und liefert eine eher halbgare Auflösung, die zu viele Fragen offen lässt.

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