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Als ein Einbrecher in das verlassene Haus eines reichen Paares einbricht, ahnt er noch nicht, dass er gleich einen Mord beobachten wird – in den der mächtigste Mann der Welt verwickelt ist…

Luther Whitney ist 66 Jahre alt und hat sein ganzes Leben lang seinen Lebensunterhalt durch Einbrüche in fremde Häuser „verdient“. Nicht immer ist er dabei ungeschoren davongekommen und viele Jahre im Gefängnis haben unter anderem dafür gesorgt, dass seine Tochter sich völlig von ihm distanziert hat. Bevor Whitney seine kriminelle Karriere jedoch an den Nagel hängen will, plant er noch einen letzten großen Coup: Er will in der Nähe der amerikanischen Hauptstadt in das imposante Haus eines alten Unternehmers und dessen junger Frau einbrechen und sich mit der Beute einen ruhigen Lebensabend finanzieren. Das Paar ist ausgeflogen und Luther ist bestens auf die ihn erwartenden Sicherheitsvorkehrungen vorbereitet – eigentlich kann nichts schiefgehen.

Wenn der mächtigste Mann der Welt in eine Mord-Verschwörung verwickelt ist…

Als der routinierte Einbrecher jedoch gerade dabei ist, den Safe des Ehepaars leerzuräumen, bekommt er unerwarteten Besuch. Die Hausherrin hat offenbar ihre Reisepläne geändert und will die Zeit lieber für einen Seitensprung mit ihrem Liebhaber nutzen. Luther Whitney kann sich gerade noch in ein geheimes Versteck im Schlafzimmer zurückziehen, bevor die unerwarteten Gäste in den Raum stürzen und über einander herfallen. Als Luther dabei den Mann erkennt, traut er seinen Augen kaum: Bei dem Liebhaber der Frau handelt es sich um Alan Richmond, den Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Plötzlich geraten die Ereignisse völlig außer Kontrolle: Das sichtlich betrunkene Staatsüberhaupt wird beim Liebesspiel gewalttätig, seine Partnerin will sich zur Wehr setzen und holt mit einem Brieföffner zum Angriff aus, als plötzlich zwei Secret-Service-Mitarbeiter ins Schlafzimmer platzen und die Frau erschießen, bevor sie auf den Präsidenten einstechen kann. Als Richmonds Mitarbeiter daraufhin beginnen, den Vorfall zu vertuschen, ist Luther Whitney sofort klar, dass sein Leben in größter Gefahr ist, sollte jemand von seiner Anwesenheit in dieser Nacht erfahren…

Ein Romaneinstieg zum Kopfschütteln

Die Ausgangssituation von David Baldaccis Politthriller „Der Präsident“ scheint völlig absurd: Ein US-Präsident trifft sich zu einem heimlichen Seitensprung, verliert dabei die Kontrolle und wird fast zum Mörder, bevor seine Leibwächter eine unschuldige Frau erschießen, um ihrem Vorgesetzten das Leben zu retten – und ein alter Einbrecher beobachtet dies alles heimlich hinter einer Spiegeltür. So reizvoll dieses Szenario im ersten Moment auch klingen mag: Die ersten Seiten des Romans haben bei mir eher für durchgängiges Kopfschütteln gesorgt. Nicht nur, dass der engste Stab des Präsidenten regelmäßig dessen ungestörte Schäferstündchen mit Ehefrauen einflussreicher und wohlhabender Männer organisiert (als ob man im Weißen Haus nichts Wichtigeres zu tun hätte…) – nein, auch das Verhalten der Beteiligten nach den tödlichen Schüssen erscheint geradezu haarsträubend. Dass man den Vorfall nicht an die Öffentlichkeit dringen lassen darf ist klar; wie die Ereignisse vertuscht werden sollen ist jedoch einfach nur lächerlich. Anstelle die Leiche komplett verschwinden zu lassen und alle Spuren der Nacht zu beseitigen, wird die Tote unglaublich laienhaft gesäubert und der Tatort manipuliert, was jeden halbwegs qualifizierten Ermittler nie im Leben von der angestrebten Vortäuschung eines schiefgelaufenen Einbruch überzeugen würde – dafür gibt es viel zu viele Ungereimtheiten.

Ein Einbrecher, ein Anwalt und eine große Verschwörung

Wie nicht anders zu erwarten war, klappt natürlich auch nicht alles so, wie sich Präsident und Co. die Vertuschung vorgestellt haben und die Situation spitzt sich für die eingeweihten Personen im Weißen Haus immer mehr zu. Glücklicherweise ist der vor lauter unglaubwürdigen Charakteren wie einem sexbesessenen Präsidenten und einer sich hochschlafenden Stabschefin nur so strotzende Handlungsstrang um die Verschwörer aber nicht der Hauptaspekt der Geschichte. Der eigentliche Protagonist der Geschichte ist nämlich Jack Graham, ein aufstrebender Anwalt, der über Luther Whitney, den Vater seiner Ex-Freundin, in die Geschehnisse verwickelt wird, über die eigentlichen Ereignisse aber sehr lange im Dunkeln tappt.

Trotz Unglaubwürdigkeiten spannend und clever konstruiert

So haarsträubend der Einstieg in den Roman auch ausgefallen ist, so kommt man doch nicht umhin, Baldaccis Werk eine gewissene Faszination zugestehen zu müssen. Der Plot ist geschickt konstruiert und bietet einige spannende Wendungen, wenngleich die grundsätzliche Entwicklung der Handlung für Fans von Politthrillern nicht allzu überraschend verläuft. Dennoch ist die Verschwörungsstory in den meisten Teilen packend und mitreißend und wird auch durch manchmal etwas klischeehafte Charaktere nur unwesentlich getrübt. „Der Präsident“ überzeugt dabei besonders durch seine Komplexität, denn der Autor beleuchtet alle möglichen Seiten seiner Geschichte und springt ständig zwischen den verschiedenen Parteien hinterher. Das ergibt am Ende dann trotz des verkorksten Einstiegs einen doch noch gelungenen Politthriller, wobei man dem Buch an manchen Stellen schon anmerkt, dass es David Baldaccis Debütroman ist und daher oftmals nicht immer ganz ausgefeilt wirkt. 1997 wurde „Der Präsident“ übrigens unter dem Titel „Absolute Power“ mit Gene Hackman und Clint Eastwood verfilmt.

Fazit:
Teilweise haarsträubend unrealistischer Politthriller, der aber durch eine clever konstruierte Story und durchgehende Spannung dennoch gute Unterhaltung bietet (7/10).

Buchcover
Autor: David Baldacci; Originaltitel: Absolute power; Umfang: 576 Seiten; Verlag: Bastei Lübbe; Erscheinungsdatum: 25. November 1997; Preis: Taschenbuch 6,00 €/eBook 4,99 €.

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