Autor: Lars Kepler
Sprecher: Simon Jäger
Länge: 18 Std. 20 Min. (ungekürzt)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
Vor den Toren Stockholms wird an einem Sportplatz die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Kurz darauf werden Frau und Tochter ebenso bestialisch getötet aufgefunden. Offenbar wollte der Täter die ganze Familie auslöschen. Doch der Sohn überlebt schwer verletzt. Als Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es ein weiteres Familienmitglied gibt, eine Schwester, wird ihm klar, dass er sie vor dem Mörder finden muss. Er setzt sich mit dem Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark in Verbindung. Er will, dass Bark den kaum ansprechbaren Jungen unter Hypnose verhört. Bark hatte sich jedoch wegen eines traumatischen Erlebnisses geschworen, niemals mehr zu hypnotisieren. Aber es geht hier um ein Menschenleben. Es gelingt ihm schließlich, den Jungen zum Sprechen zu bringen. Was er dabei erfährt, lässt ihm das Herz gefrieren…

Zum Hörbuch:
Joona Linna ist Kriminalkommissar mit finnischen Wurzeln in Schwedens Hauptstadt Stockholm. Sein neuester Fall ist eine Reihe von brutalen Morden, wodurch fast eine komplette Familie ausgelöscht wurde. Nachdem man die zerstückelte Leiche des Familienvaters auf einem Sportplatz außerhalb der Stadt gefunden hat, entdeckt man kurz darauf auch seine Frau und seine Tochter – beide bestialisch im eigenen Haus abgeschlachtet. Nur der 15-jährige Josef Ek hat den Überfall schwer verletzt überlebt und liegt nun kaum ansprechbar im örtlichen Krankenhaus. Seine schweren Wunden lassen eine Vernehmung vorerst nicht zu. Dies wird vor allem dann zum Problem, als Kommissar Linna von der Existenz eines weiteren Familienmitglieds erfährt. Josef hat nämlich noch eine ältere Schwester, deren Aufenthaltsort aber unbekannt ist.

Die ersten Vermutungen über die Ursache für den grausamen Dreifachmord gehen in Richtung Spielschulden. Wurde die Familie Ek von skrupellosen Geldeintreibern ausgelöscht, weil der Vater ein geliehenes Darlehen nicht zurückzahlen konnte? Joona Linna fürchtet um das Leben der vermissten Schwester und benötigt daher umgehend eine Aussage des Überlebenden, von der er sich Hinweise auf den Täter oder den Aufenthaltsort des Mädchens erhofft. Die Zeit drängt und so greift der Ermittler zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Er zieht den Arzt Erik Maria Bark zu dem Fall hinzu.

Bark gilt als einer der weltweit kompetentesten Spezialisten auf dem Gebiet der Hypnose. Allerdings gab es in seiner Vergangenheit ein einschneidendes Erlebnis, welches den Arzt dazu bewogen hat sich zu schwören, nie wieder einen Menschen zu hypnotisieren. Daher lehnt er Linnas Bitte, den schwer verletzten Josef unter Hypnose zu befragen, zunächst auch kategorisch ab. Der Kommissar lässt jedoch nicht locker und setzt Bark zusehends unter Druck, sodass sich der Hypnotiseur schließlich doch zu dem besonderen Verhör durchringt. Was der 15-Jährige dann jedoch aussagt, ist für Polizei und Arzt gleichermaßen ein schwerer Schock…

Das Romandebüt des Schriftsteller-Paares Alexandra und Alexander Ahndoril, die das Buch unter dem Pseudonym „Lars Kepler“ veröffentlicht haben, beginnt stark. Das Verbrechen zu Beginn der Geschichte ist schockierend und erschütternd und der Zeitdruck, der durch die Suche nach der vermissten Schwester erzeugt wird, hebt die Spannung schon am Anfang auf ein hohes Niveau. Die Ergebnisse der Befragung des Überlebenden setzen dann noch einmal zusätzlich einen drauf und werfen ein völlig anderes Licht auf die Morde.

Zudem hat der Fall um die Ek-Morde weitreichende Auswirkungen auf das ohnehin schon schwierige Privatleben des Arztes Erik Maria Bark. Die Beziehung zu seiner Frau ist seit einem Seitensprung seinerseits schwer angeschlagen. Zwar liegt dieser bereits zehn Jahre zurück, doch Simones Vertrauen in ihren Mann ist immer noch erschüttert. Sorgen bereitet auch der pubertierende Sohn Benjamin. Dieser leidet an Hämophilie (auch als „Bluterkrankheit“ bekannt) und benötigt regelmäßig seine Medikamente, da er sonst bei der kleinsten Verletzung verbluten könnte. Überdies scheint er sich in zweifelhaften Kreisen herumzutreiben, denn seine Freundin Aida ist ein Punk mit Hakenkreuz-Tätowierung.

Durch diese verschiedenen Baustellen wird der Charakter des Hypnotiseurs zusätzlich interessant gemacht. Dies gilt jedoch leider nicht für seine Frau. Simone wird mit zunehmender Spieldauer immer nerviger. Sie ist stark eifersüchtig und hält ihrem Mann auch ein Jahrzehnt danach noch seinen Seitensprung bei jeder Gelegenheit vor. Während die Geschichte foranschreitet, wird auch ihre Hysterie immer extremer. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem ihre Launen dann einfach nur noch stören.

Der finnischstämmige Kommissar Joona Linna ist zwar sympathisch, bleibt aber auch etwas blass. Über seinen familiären Hintergrund erfährt man nicht viel, stattdessen erlebt man umso öfter sein gesteigertes Selbstbewusstsein. Immerhin verzichten die Autoren auf die typischen Alkohol- und Eheprobleme, die bei den modernen Kommissaren heutzutage scheinbar an der Tagesordnung liegen.

Die Handlung selbst ist gefällig konstruiert. Zwar legt sich die Spannung nach dem temporeichen Auftakt etwas und der Roman schlägt eher ruhigere Töne an. Trotzdem ist die Geschichte interssant und fesselnd, auch wenn der Täter recht schnell identifiziert ist. Dies wirkt sich jedoch nicht negativ aus, da der Fall damit noch längst nicht abgeschlossen ist. So ergibt sich in der ersten Hälfte ein guter bis sehr guter Psychothriller. Pünktlich zu Beginn des zweiten Teils springt „Lars Kepler“ dann aber weit zurück in die Vergangenheit, um die Hintergründe um die Figur des Erik Maria Bark zu vermitteln. Dieses Zwischenspiel dauert jedoch viel zu lange und besteht überwiegend aus größtenteils langatmigen Therapiesetzungen. Obwohl diese Passagen für das Verständnis der Handlung unbedingt notwendig sind, wird der Hörer hier unnötig aus der eigentlichen Geschichte herausgerissen. Der Bezug zu den anfänglichen Morden geht dabei fast vollständig verloren und die Geschichte schweift wirklich sehr weit ab. Wenn das Autorenpaar anschließend wieder auf den ursprünglichen Handlungspfad zurückkehrt, ist dieser schon ein wenig in Vergessenheit geraten.

Zum Sprecher:
Gelesen wird das Hörbuch von Simon Jäger, der deutschen Synchronstimme von Matt Damon oder dem verstorbenen Heath Ledger. Man merkt ihm an, dass er im Genre der Psychothriller zuhause ist, denn Jäger trifft nahezu immer den richtigen Ton. Besonders gut gefällt mir die Verkörperung des Hypnotiseurs Erika Maria Bark. Dieser fühlt sich oft ausgelaugt und erschöpft und diese psychische Müdigkeit wird vom Sprecher hervorragend umgesetzt. Jäger rettet das Hörbuch auch über die oft sehr anstrengenden und etwas einschläfernden Momente in der zweiten Hälfte hinweg.

Mein Fazit:
In den ersten Stunden macht „Der Hypnotiseur“ eigentlich fast alles richtig. Ein dramatisches Verbrechen mit weitreichende Auswirkungen und eine sympathische Hauptfigur wissen zu fesseln. Zudem ist der Hypnose-Ansatz sehr interessant und bringt frischen Wind in die Geschichte. Leider baut die zweite Hälfte zunächst stark ab und reißt den Hörer fast völlig aus dem Handlungsfluss heraus. Insgesamt schweifen die Autoren hier viel zu sehr ab und manche Ereignisse und Wendungen wirken schon arg konstruiert. Trotzdem bietet „Der Hypnotiseur“ auch dank eines wieder mal famosen Simon Jägers gute Unterhaltung für Fans von eher ruhigeren Psychothrillern, verbaut sich jedoch durch diverse Fehler den Weg zu höheren Wertungsbereichen. So ist die Geschichte einige Stunden zu lang, hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

Meine Wertung: 7/10

Informationen:
Das Hörbuch hat eine Länge von 18 Stunden und 20 Minuten und ist ungekürzt für 29,95 Euro bei audible.de erhältlich. Abonnenten mit Flexi-Abo bezahlen wie immer nur 9,95 Euro. Eine gekürzte Fassung (knapp 7,5 Stunden) gibt es bereits für 13,95 Euro. Weitere Infos auf der Detail-Seite bei audible.de

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