Autor: James Patterson
Umfang: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Klappentext:
Es sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden – und es ist ihr letzter: In der Hochzeitsnacht wird ein junges Ehepaar in seiner Hotelsuite grausam ermordet. Inspector Lindsay Boxer, der einzige weibliche Detective bei der Mordkommission San Francisco, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Und man stellt ihr einen Partner zu Seite: einen Polizisten mit besten Verbindungen ins Büro des Bürgermeisters, denn der Fall könnte politisch brisant werden. Lindsay Boxer aber plagen ganz andere Sorgen. Die Pathologin Claire Washburn entdeckt an den Leichen deutliche Hinweise auf die Identität des Täters, was jedem erfahrenen Polizisten Angst macht. Denn jeder Mörder versucht seine Spuren zu verwischen, nur ein Serienmörder nicht: der hinterlässt seine Handschrift – und zwar absichtlich! Tatsächlich bewahrheiten sich Lindsay schlimmste Befürchtungen. Weitere „Honeymoon“-Morde folgen, die Spuren häufen sich. Aber wer ist dieser Killer, der so heimtückisch und raffiniert mit der Polizei Katz und Maus spielt – und der noch lange nicht ans aufhören denkt? Erst der „Club der Ermittlerinnen verhilft Lindsay Boxer zum Durchbruch bei den Ermittlungen“. Auch wenn Lindsay und ihre Freundinnen – die Reporterin Cindy Thomas, die Pathologon Claire Washburn und die Staatsanwältin Jill Bernhardt – dabei gegen alle professionelle Regeln verstoßen. Sie müssen untereinander mit offenen Karten spielen, um den Killer zu entlarven. Dann aber übersieht Lindsay dieses eine kleine und doch so wichtige Detail. Und das kann sie ihr Leben kosten …

Zum Roman:
Ich selbst bin seit längerer Zeit großer Anhänger von James Pattersons Alex-Cross-Reihe um einen Polizeipsychologen in Washington, der es mit grausamen und psychopathischen (Serien-)Mördern zu tun bekommt. Neben dieser mittlerweile 17 Bände umfassenden Krimireihe gibt es jedoch eine weitere Serie aus der Feder des US-amerikanischen Autors: Die Lindsay Boxer-Reihe über einen weiblichen Detective in San Francisco und ihren „Woman’s Murder Club“ (in der deutschen Fassung: „Club der Ermittlerinnen“). „Der 1. Mord“ ist nun der Auftakt dieser Romanreihe.

Inspector Boxer sieht sich mit dem brutalen Mord an einem frischgebackenen Ehepaar konfrontiert. In ihrer Hochzeitsnacht wurden Braut und Bräutigam von einem Unbekannten überfallen und getötet. Da das Paar aus einflussreichen Kreisen stammt, stellt man der einzigen weiblichen Ermittlerin bei der Mordkommission San Francisco einen Parter zur Seite: Chris Raleigh, ein Polizist mit gutem Kontakt zum Bürgermeister. Dieser drängt natürlich auf eine schnelle Aufklärung des Falls.

Lindsay jedoch hat neben dem Fall noch ein viel größeres Problem. Bei einem Arztbesuch wird bei ihr eine gefährliche Krankheit festgestellt, denn ihr Körper produziert zu wenig rote Blutkörperchen. Daraus resultiert ein Sauerstoffmangel, der sie bei ihren Ermittlungen beeinträchtigt. Zudem droht sich die Krankheit zu verschlimmern und kann im Extremfall zum Tode führen. Eine sofortige Behandlung ist notwendig, doch Boxer gönnt sich selbst keine Ruhe, da sie der Mordfall zu sehr in Beschlag nimmt.

Ihre beste Freundin Claire Washburn, die mit dem Fall betraute Gerichtsmedizinerin, entdeckt deutliche Rückschlüsse auf die Identität des Mörders, was Boxer dazu veranlasst, von einem möglichen Serientäter auszugehen, der von der Polizei gejagt werden möchte. Mit ihrer Befürchtung scheint sie Recht zu haben, denn kurze Zeit später wird ein weiteres Ehepaar ermordet, ebenfalls kurz nach der Hochzeit. Als im entfernten Cleveland ein weiterer der sogenannten „Honeymoon“-Morde staatfindet, muss damit gerechnet werden, dass der Serientäter im gesamten Land für Angst und Schrecken sorgt. Doch er hinterlässt auch weitere Spuren, und Videoaufnahmen einer Sicherheitskamera sorgen für einen großen Schock: Der Tatverdächtige ist ein weltbekannter Krimi-Schriftsteller. Setzt dieser seine erfundenen Verbrechen aus seinen Romanen nun in die Tat um?

Als Lindsay Boxer bei ihrer Ermittlungen nicht mehr weiter vorwärts kommt, sucht sie Hilfe bei ihrer Freundin Claire. Zudem ziehen beide die Reporterin Cindy Thomas ins Vertrauen, welche von Anfang an über die Morde berichtete und die begeistert über die Insiderinformationen dem Team beitritt. Allerdings gilt die klare Abmachung, dass nur Detective Boxer festlegt, welche Details an die Presse gelangen dürfen und welche Informationen geheim bleiben müssen. Im Laufe der Handlung bekommen sie dann noch Unterstützung von Staatsanwältin Jill Bernhardt, und die vier Frauen gründen den inoffiziellen „Club der Ermittlerinnen“, um gemeinsam den Mörder zu überführen. Und auch der vom Bürgermeister gesandte Chris Raleigh scheint auf der Seite der Kommissarin zu stehen, denn mit der Zeit kommen er und Lindsay sich immer näher…

Nach dem Polizeipsychologen Alex Cross hat Autor James Patterson hier wieder eine interessante Ermittlerfigur geschaffen. Diesmal begleitet man einen weiblichen Detective durch die Mordfälle, was natürlich eine ganz andere, emotionalere Sicht auf die Ereignisse mit sich bringt. Und selbstverständlich kommt auch das Privatleben der Hauptfigur nicht zu kurz. Die Konfrontation mit der lebensbedrohlichen Blutkrankheit und ihr Verhältnis zum Polizisten Raleigh sorgt für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ohne dabei jedoch kitschig und schmalzig zu wirken. Auch die weiteren Protagonisten wirken sympathisch und aufrichtig, sodass der Leser hier genügend Möglichkeiten zur Identifikation erhält.

Patterson-typisch ist natürlich auch der Kriminalfall wieder einmal hochspannend und dramatisch. Die Verbrechen erscheinen extrem grausam, da die Opfer am schönsten Tag ihres Lebens auf brutale Art und Weise den Tod finden. Zudem spielt auch der Faktor Zeit wieder eine große Rolle, denn je länger die Ermittlungen ohne Ergebnisse bleiben, desto größer ist die Gefahr weiterer Morde. Als dann der Täter identifiziert ist, beginnt ein spannendes Psychospiel mit einem diabolischen Schriftsteller, der sich selbst kaum noch unter Kontrolle und keinerlei Achtung vor Frauen hat. Da kommt ein weiblicher Detective als Leiter der Ermittlungen natürlich gerade richtig.

Das Buch liest sich insgesamt sehr flüssig. Aufgeteilt ist die Handlung auf 126 kurze Kapitel, die zusätzlich motivieren. So will man nach einer der zahlreichen überraschenden Wendungen am Kapitelende stets wissen wie es weitergeht und lässt sichd dann schnell noch zu weiteren Seiten hinreißen. Allerdings beschlich mich ab der Mitte des Romans schnell die Ahnung, das irgendwas an der Geschichte faul und die Aufklärung fast schon etwas zu einfach ist, daher kam der finale Handlungstwist dann für mich nicht mehr ganz so überraschend. Trotzdem war er dafür aber nicht minder schockierend.

Mein Fazit:
Wer auf spannende und nervenzerreißende Krimiunterhaltung steht, der kann mit „Der 1. Mord“ eigentlich nichts falsch machen. Ein hochdramatischer Kriminalfall, sympathische Ermittlerinnen mit interessanten Charakterzügen und eine wendungsreiche Handlung lassen das Leserherz höher schlagen. Zudem kommt auch die emotionale Seite nicht zu kurz und wird durch Lindsays Krankheit und ihre Romanze mit Raleigh ebenfalls zufriedenstellend versorgt. Wer James Patterson schon von der Alex Cross-Reihe kennt, darf hier bedenkenlos zuschlagen, denn das Niveau seiner ersten Romanreihe kann er auch hier mühelos halten und gelegentlich sogar noch übertreffen. Ich habe mir mittlerweile auch schon den 2. Teil der Serie – „Die 2. Chance“ – gekauft und gelesen, welcher von der Klasse nahtlos an „Der 1. Mord“ anknüpfen kann. Mehr dazu jedoch später in einer ausführlichen Rezension. Warum der Auftakt um den „Club der Ermittlerinnen“ von mir nicht die volle Punktzahl bekommt, liegt ausschließlich am aus meiner Sicht etwas vorhersehbaren Storytwist zum Schluss.

Meine Wertung: 9/10

Informationen:
„Der 1. Mord“ von James Patterson ist im Blanvalet Taschenbuch Verlag erschienen und hat einen Umfang von 352 Seiten. Das Buch ist für 8,95 € als Taschenbuch erhältlich. Weitere Infos auf der Verlags-Homepage.


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