Battle of the Labyrinth_Rezi

Es könnte in Percy Jacksons Leben alles so einfach sein: Seine Mutter scheint endlich einen Mann gefunden zu haben, der ernsthaft um ihr und Percys Wohlergehen besorgt ist und weil Paul sogar auch noch als Lehrer arbeitet, bekommt Percy Jackson unverhofft die Chance an einer neuen Schule – und das trotz der Tatsache, dass Percy bisher von so ziemlich jeder Schule seiner Bildungslaufbahn geflogen ist. Doch auch an der Goode High School läuft für den Halbgott natürlich nichts nach Plan: Schon am Orientierungstag wird er von sich in aggressive Dämonen verwandelnden Cheerleaderinnen attackiert und auch in seinem vermeintlichen Rückzugsort im Camp Half-Blood sind Percy und seine Freunde nicht mehr sicher: Der abtrünnige Luke hat einen Weg ins Camp gefunden und immer wieder dringen gefährliche Kreaturen durch die Grenze – ein ernstes Anzeichen dafür, dass der gefürchtete Krieg zwischen den olympischen Göttern und dem Titan Kronos immer näher rückt. Der einzige Weg, diesen noch verhindern zu können, scheint durch das sagenumwobene Labyrinth des Daedalus zu führen…

Alles wie immer im Camp Half-Blood

Eines gleich vorweg: Auch „The Battle of the Labyrinth“, der vierte Band der Percy-Jackson-Reihe von Rick Riordan, ist wieder ein kurzweiliges Lese-Abenteuer voller Action und fantastischen Geschöpfen, das während der gesamten 368 Seiten zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt. So weit, so erfreulich. Mein Problem mit diesem vierten Buch und insgesamt auch mit der Reihe an sich zeigt sich jedoch bereits in der Eröffnungsszene: Wieder einmal setzt die Handlung an einer Schule ein, wieder einmal wird Percy Jackson dort aus heiterem Himmel (wenn man das mittlerweile überhaupt noch so bezeichnen kann) von Kreaturen der griechischen Mythologie attackiert und wieder einmal führt die Flucht ins Camp Half-Blood, wo Percy und seine Gefährten wenig später zu einer weiteren gefährlichen Quest aufbrechen – alles also genau so, wie es bereits in „The Lightning Thief“ (Band 1), „The Sea of Monsters“ (Band 2) und „The Titan’s Curse“ (Band 3) der Fall war. Diesen immer gleichen Einstieg in die Geschichte könnte man vielleicht noch als Kleinigkeit abhaken, allerdings zieht sich diese Auffälligkeit wie ein – Achtung Wortspiel – Ariadnefaden durch das gesamte Buch.

Kaum Weiterentwicklung innerhalb der Reihe erkennbar

Im Prinzip ist es ja völlig legitim, dass Rick Riordan seine Geschichten immer nach dem gleichen Schema aufzieht, von Buch zu Buch lediglich die mythologischen Kreaturen und Schauplätze austauscht und hin und wieder ein paar neue Nebenfiguren einführt – die Leser sind begeistert, die Kritiken gut und die Bücher verkaufen sich wie warme Semmeln. Und für sich genommen ist jeder einzelne Band auch wirklich eine tolle und abwechslungsreiche Geschichte, bei der man dank der Bezüge zur griechischen Mythologie auf spielerische Weise auch stets ein bisschen was dazulernen kann. Kommen wir nun aber zum Negativen: Ich habe bei den Percy-Jackson-Büchern leider nicht das Gefühl, dass sich die Reihe in irgendeiner Form weiterentwickeln würde. Es gibt zwar die über allem stehende Gesamthandlung in Bezug auf die geheimnisvolle Prophezeiung – die dann auch hin und wieder mal kurz am Rande erwähnt wird –, eine spürbare Bedeutung hat diese für mein Gefühl bisher aber immer noch nicht. Percy, Annabeth, Grover und Co. jagen auch weiterhin von einem Monsterkampf zum nächsten, lösen zwischendurch das ein oder andere eher simple Rätsel, bis es dann nach knapp 300 Seite zum Endkampf kommt. Dass diese finale Schlacht nach all dem Vorgeplänkel letztlich gerade mal sechs (!) Seiten umfasst, zeigt für mich schon das ganze Dilemma der Reihe: Es ist irgendwie alles zu einfach, die Geschichten zu simpel gestrickt und auch die Charaktere entwickeln sich kaum spürbar weiter. Mir ist es nun in mittlerweile vier Büchern nicht gelungen, eine engere Bindung zu den einzelnen Charakteren aufzubauen und würde eine/r aus der Stammbesetzung plötzlich ins Gras beißen – ich würde den Verlust vermutlich nicht mal besonders betrauern.

Als Einzelband ein kurzweiliges Abenteuer, als Reihenband ernüchternd

Das klingt nun vermutlich alles ziemlich hart und vernichtend, dabei lese ich die Percy-Jackson-Reihe nach wie vor wirklich gerne und jage förmlich immer von Seite zu Seite und von Kampf zu Kampf. Während ich andere Reihen aber ohne Unterbrechung hintereinander weglesen kann, muss ich bei Riordans Werke immer eine Zwangspause einlegen, weil sich die einzelnen Bücher für mich schlicht zu ähnlich sind und ich die Geschichten irgendwann nicht mehr auseinanderhalten kann. Außerdem habe ich beim Lesen immer das Gefühl, dass in der Gesamtentwicklung der Reihe einfach mehr drin wäre: mehr Tiefgang, mehr Dramatik und mehr Epos. Natürlich richten sich die Bücher eher an ein jüngeres Publikum, es hätte der Reihe aber meiner Meinung nach nicht geschadet wenn nicht nur die Charaktere erwachsener werden (was man ebenfalls kaum merkt), sondern auch die Serie von Buch zu Buch reift und vielleicht auch einfach nur schrittweise etwas düsterer wird. So aber muss ich auch jetzt wieder eine mehrwöchige oder -monatige Pause bis zur Lektüre von „The Last Olympians“ einlegen – vielleicht bietet ja wenigstens der Abschlussband das erhoffte epische Finale.

The Battle of the Labyrinth
  • Autor:
  • Deutscher Titel: Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth
  • Reihe: Percy Jackson and the Olympians #4
  • Umfang: 368 Seiten
  • Verlag: Disney Hyperion Books
  • Erscheinungsdatum: 7. April 2009
  • Preis Taschenbuch 6,80 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
7/10
Fazit:
Auch der vierte Percy-Jackson-Band „The Battle of the Labyrinth“ ist für sich genommen wieder ein spannendes und kurzweiliges Abenteuer, in der Gesamtbetrachtung der Reihe sorgt die fehlende Weiterentwicklung von Charakteren und Rahmenstory aber so langsam für erste Ernüchterung.

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