The_Hand_That_Feeds_Rezi

Als John und Angela Mason ihren vermissten 10-jährigen Sohn Alex wieder im eigenen Garten auftauchen sehen, können die Eltern ihr Glück zunächst kaum fassen. Doch Alex bietet einen erschütternden Anblick, ist völlig von Schlamm, Erbrochenem und einer seltsamen schwarzen Substanz bedeckt und wirkt zudem völlig apathisch. Die besorgten Eltern alarmieren sofort ihren Hausarzt, doch auch dieser findet keine Erklärung für Alex‘ Zustand, der sich rapide immer weiter verschlechtert. Der Junge scheint immer weiter zu verfallen und erinnert schon nach wenigen Stunden kaum noch an ein menschliches Wesen. Die Masons sind schockiert, doch die Liebe zu ihrem Sohn treibt sie unermüdlich an, sich für ihr Kind aufzuopfern und alles für Alex zu tun – auch als dieser plötzlich einen unstillbaren Hunger an den Tag legt…

Zombie-Horror als ungewöhnliches Familien-Drama

Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein besonders großer Fan von Zombie-Geschichten und wenn ich dann doch einmal zu solchen Büchern greife, müssen diese mich schon durch eine ungewöhnliche Herangehensweise an die Thematik neugierig machen – wie z.B. „World War Z: Operation Zombie“ von Max Brooks, das im überraschenden Sachbuch-Stil daherkam. Auch Michael W. Garza wählt bei seinem Roman „The Hand That Feeds“ mit einer Mischung aus Familien-Drama und Zombie-Horror einen interessanten Ansatz, der gerade in der Anfangsphase einige erfrischende Ideen bietet. So verschwendet Garza z.B. keine Zeit für eine erklärende Einleitungsphase, sondern wirft seine Leser direkt mitten ins Geschehen: Der 10-jährige Alex stolpert umgehend in einem erschreckenden Zustand aus dem Wald – wie es zu dessen Verschwinden überhaupt kam und was den Jungen dort so schlimm verändert hat, darüber verliert der Autor übrigens im gesamten weiteren Verlauf des Buches keine Worte.

Wie weit geht die Liebe von Eltern zu ihrem (untoten) Kind?

Stattdessen schildert Garza die Reaktionen der Eltern auf die Rückkehr ihres Sohnes, der eigentlich nichts mehr mit dem Kind zu tun hat, das die Masons großgezogen haben. Zudem wehren sich John und Angela dagegen, einzugestehen, was die Leser längst und ohne große Schwierigkeiten erkannt haben: Alex wurde im Wald mit einem Zombie-Virus infiziert, der den 10-Jährigen innerhalb von Stunden zum gefräßigen Untoten mutieren lässt. Interessant wird „The Hand That Feeds“ nun dadurch, dass das vor sich hinvegetierende, stöhnende und eiternde Etwas, das sich in Alex‘ Kinderzimmer niedergelassen hat, von den Masons weiterhin als vollwertiges Familienmitglied betrachtet wird – dem auch nach dessen zwischenzeitlichen Ableben die uneingeschränkte Liebe der Eltern zuteil wird. Zwar ist zumindest John Mason aufgrund des Zustandes seines Sohnes zutiefst verstört, traut sich aber auch nicht, seiner Frau die Illusion einer normalen Familie zu nehmen, da diese schon in der Vergangenheit schwer mit psychischen Problemen zu tun hatte und einen endgültigen Verlust des Kindes niemals verkraften würde. Also spielt er das Spiel mit – auch als Alex einen beunruhigenden Hunger auf Frischfleisch entwickelt, der vom Ernährer der Familie gestillt werden will…

Originelle erste Hälfte, uninspirierte Zombie-Action im zweiten Teil

Durch diese kuriose Situation wird Garzas Buch in der ersten Hälfte zu einer wirklich originellen und makabren Zombie-Story, die trotz der Aufmachung als Familiengeschichte dennoch auch nicht an den Genre-typischen Splattereinlagen spart. Vor allem aber die Wandlung der Masons, die durch den starken familiären Zusammenhalt immer mehr dem Wahnsinn die Tür öffnen, ist spannend zu verfolgen und hebt „The Hand That Feeds“ aus der Masse heraus – leider jedoch nur bis zur Mitte des Buches, denn dann entwickelt sich Garzas Roman zu der typischen Zombie-Invasions-Story, die ich mit diesem Buch eigentlich vermeiden wollte. Was in der zweiten Hälfte kommt, hat man nämlich so schon unzählige Male gesehen oder gelesen und der Autor greift hier auch auf nahezu alle Standard-Klischees zurück. Langweilig ist das zwar nicht, weil ständig neue Zombie-Horden auf die Protagonisten zukommen und auch weiterhin ordentlich Körperteile durch die Luft fliegen, allerdings stumpft man durch die uninspirierte Nonstop-Action doch recht schnell ab. Zudem wird „The Hand That Feeds“ durch die radikale Wandlung des Familienvaters, der innerhalb weniger Tage vom feigen Spießer zum unverwundbaren Bruce-Willis-Verschnitt mutiert, leider völlig unglaubwürdig. Michael W. Garza besinnt sich zwar zum Ende hin wieder auf die Stärken seiner Geschichte und bringt diese durchaus zu einem befriedigenden Abschluss, mit einem weniger abgeklatscht wirkenden Mittelteil wäre bei diesem Buch jedoch noch viel mehr drin gewesen – so bleibt zum Ende leider der Eindruck, dass hier noch einiges an Potential verschenkt wurde. Für Zombie-Fans ist „The Hand That Feeds“ aber dennoch absolut empfehlenswert.

The Hand That Feeds
  • Autor:
  • Umfang: 211 Seiten
  • Verlag: Severed Press
  • Preis Taschenbuch 8,00 €/eBook 0,89 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
7/10
Fazit:
Michael W. Garza liefert mit "The Hand That Feeds" zunächst eine erfrischend andere Zombie-Story, rutscht dann aber in der zweiten Hälfte leider etwas zu sehr in typische Genre-Klischees ab.

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