Lightning_Thief_Rezi

Percy Jackson ist mit seinen 12 Jahren genau das, was man allgemein als Problemkind bezeichnet: Er scheint Ärger magisch anzuziehen, ist Legastheniker und hat ADHS – alles Faktoren, die dazu führen, dass Percy in der Regel stets spätestens nach Ablauf eines Schuljahres der Schule verwiesen wird. Auch an der Yancy Academy steht der Junge nach einigen unerfreulichen Vorfällen bereits wieder unter besonderer Beobachtung und darf sich keine Verfehlung mehr erlauben – was bei einem Museumsausflug seiner Klasse prompt missglücklicht, als Percy seinen gehbehinderten Freund Glover vor einer Mobbing-Attacke schützen will und daraufhin von seiner Mathelehrerin zu einem Einzelgespräch verdonnert wird. Bei diesem geschieht das Unfassbare: Direkt vor Percys Augen verwandelt sich Mrs. Dodds urplötzlich in eine Furie und stürzt sich ohne Vorwarnung auf ihren Problem-Schüler. Percy kann sich zwar gerade noch vor der Attacke retten, doch ihm wird spätestens nach einigen weiteren merkwürdigen Vorfällen im Verlauf des Schuljahres klar, dass er nicht der ist, der er zu sein glaubte – und dass es in der Welt Dinge und Geschöpfe gibt, die er bisher nur aus dem Geschichtsunterricht kannte…

Wenn die griechischen Mythen zur Realität werden…

Seit Weihnachten befindet sich der Schuber mit den fünf Bänden der Percy-Jackson-Reihe nun auf meinen SuB – lange genug, um die Bücher endlich von ihrem traurigen Dasein zu befreien und mich in Rick Riordans moderne Interpretation der griechischen Mythologie hineinzustürzen. „The Lightning Thief“ beginnt dabei wie so viele Jugendbuchreihen: Hauptfigur ist ein sympathischer und junger Außenseiter, der plötzlich erkennt, dass mehr in ihm steckt als er selbst und sein Umfeld erwartet hätten. Während manch einer in diesem Alter seine Bestimmung als auserwählter Zauberer entdeckt, ist an Percy Jacksons Leben im wahrsten Sinne göttliche Fügung beteiligt: Denn der 12-jährige Perseus, wie Percy mit richtigem Namen heißt, erfährt, dass es einen guten Grund gab, warum er seinen leiblichen Vater niemals kennengelent hat – denn dabei handelt es sich um niemand geringeren als um Poseidon, den griechischen Gott des Meeres. Und Percy ist mit seinem Schicksal nicht alleine, denn vor den Toren New Yorks gibt es sogar einen eigenen magischen Rückzugsort für die jugendlichen Halbgötter dieser Welt: Camp Half-Blood. Für Poseidons Sohn ist dies zunächst ein Grund zur Freude, schließlich scheint er dort endlich sein wahres Zuhause gefunden zu haben und Freundschaften zu finden, doch schon nach wenigen Tagen wird Percy schmerzhaft klar, dass er ziemlich im Schlamassel steckt. Denn im Olymp ist zwischen den Göttern ein erbitterter Streit entfacht – und Percy selbst soll dafür sorgen, dass es nicht zu einem fürchterlichen Krieg kommt…

Spannende, amüsante und lehrreiche Geschichte mit originellen Charakteren

Die Ausgangsidee von Rick Riordans Jugendbuchreihe ist so simpel wie genial: Was wäre, wenn die griechischen Sagen keine Fiktion sind, sondern tatsächliche Realität und die mythologischen Kreaturen noch heute im Verborgenen die Welt bestimmen? Dem Autor bietet dieses Szenario ein fast unerschöpfliches Repertoire an Geschöpfen und Mythen, von dem er auch kräftig Gebrauch macht. Durch die geschickte Vermischung vieler mal mehr und mal weniger bekannter Legenden und einer actionreichen und amüsanten Geschichte wird „The Lightning Thief“ zu einer ungemein kurzweiligen Angelegenheit, die nicht einmal ansatzweise Langeweile aufkommen lässt. Zwar ist die Handlung insgesamt eher simpel gestrickt und die integrierte griechische Mythologie auf ein ebenso einfaches Niveau reduziert, das Buch büßt dadurch aber kein bisschen seines Unterhaltungswertes ein. Als Leser trifft man immer wieder auf skurrile Charaktere, die einem nicht selten ein Schmunzeln entlocken, erst recht wenn so manche berüchtigte Gottheit ihr „wahres Gesicht“ zeigt – so wird der Gott des Weines Dionysos bei Rick Riordan zum strafversetzten Trinker auf Entzug oder Kriegsgott Ares zum einschüchternden Motorrad-Rocker. Die Idee, diese Sagenfiguren in die Neuzeit zu verfrachten, funktioniert wirklich hervorragend und hat zudem den schönen Nebeneffekt, dass man sein Wissen über die griechische Mythologie ein wenig auffrischen bzw. ausbauen kann.

Guter Auftakt der Percy-Jackson-Reihe

Die Story weist über den gesamten Umfang des Buches ein hohes Erzähltempo auf und verfügt nicht nur mit der Hauptfigur Percy Jackson über sympathische Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert. Dass sich manches Problem dabei vielleicht ein wenig zu schnell und zu einfach löst, ist dabei verschmerzbar und vermutlich auch der eher jüngeren Zielgruppe geschuldet. Trotzdem kann man auch mit fortgeschrittenem Alter an der Geschichte seinen Spaß haben, zumal Rick Riordan seinen Roman auch immer wieder mit witzigen Anspielungen aufpeppt, die den jüngeren Lesern womöglich entgehen. Ich habe mich von Percy, Annabeth, Grover und Co. jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt und mich nach Beendigung der Lektüre auch direkt in den Nachfolger „The Sea of Monsters“ gestürzt.

The Lightning Thief
  • Autor:
  • Deutscher Titel: Diebe im Olymp
  • Reihe: Percy Jackson and the Olympians #1
  • Umfang: 377 Seiten
  • Verlag: Disney Hyperion Books
  • Erscheinungsdatum: 1. März 2006
  • Preis Taschenbuch 3,40 €/eBook 5,14 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Kurzweiliger und fantasievoller Reihenauftakt, der mit sympathischen Charakteren, einer flotten Story und einem unterhalsam-informativen Einsatz der griechischen Mythologie überzeugt.

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2 Antworten zu diesem Beitrag

  • Die Percy Jackson Reihe lieben meine beiden Kids, und das erste Buch haben wir teilweise zusammen auf einer Urlaubsfahrt angehört. Die griechischen Götter-Sägen werden einfach nie langweilig und, genau wie du sagst, ist es eine einfache und ebenso clevere Idee, sie mit unserer Zeit zu vermischen. Percy ist ja so eine Art Harry Potter, nur als griechischer Halbgott. Zurecht eine sehr erfolgreiche Reihe! Auch die Kinofilme kann man sich gut angucken, zumindest als junge Zielgruppe.
    Wirst du die ganze Reihe lesen?

    • 3 von 5 hab ich schon gelesen, die beiden anderen habe ich auch noch auf dem SuB. Ich brauchte aber nach den ersten drei Büchern mal ne Pause weil die sich doch sehr ähneln.

      Bei den Filmen hab ich bisher nur den ersten vor Jahren mal gesehen und war beim Lesen dann überrascht dass die Charaktere im Buch doch schon einige Unterschiede aufweisen…