Kill_Order_Rezi

ACHTUNG: KANN SPOILER BZGL. DER HAUPTTRILOGIE ENTHALTEN!

Es sind gut zwei Jahre vergangen, seit die Erde durch eine gewaltige Sonneneruption fast völlig zerstört und ein Großteil der menschlichen Bevölkerung auf einen Schlag ausgelöscht wurde. Die wenigen Überlebenden haben sich in die amerikanische Wildnis zurückgezogen, wo sie in improvisierten Hütten und mit primitiven Mitteln langsam eine neue Zivilisation aufbauen. Zu diesen Menschen zählen auch Mark und seine Freunde Trina, Alec und Lana, die sich nur mit großer Mühe und viel Glück aus dem zerstörten New York retten konnten. Trotz der immer noch überall spürbaren Auswirkungen der globalen Katastrophe glauben die Überlebenden, das Schlimmste überstanden zu haben – bis die Siedlung plötzlich am hellichten Tag aus der Luft attackiert wird und ein tödlicher Virus eine neue Welle der Zerstörung mit sich bringt…

Die Vorgeschichte zur Maze-Runner-Trilogie

„The Kill Order“ ist das Prequel der Maze-Runner-Trilogie von James Dashner, die mich im vergangenen Jahr sehr begeistern konnte. Die aus dem Hauptwerk bekannten Figuren sucht man hier jedoch vergeblich – nur Thomas und Teresa haben im 5-seitigen Prolog einen kurzen Auftritt. Die Handlung des Buches spielt nämlich 15 Jahre vor der Trilogie, die meisten Gladers haben zu diesem Zeitpunkt also gerade erst einmal das Licht der Welt erblickt und an WICKED und das Labyrinth ist ebenfalls noch nicht zu denken. Die Menschheit hat sich nämlich gerade erst von dem Ereignis erholt, das all diese Ereignisse in Gang gesetzt hat: eine Sonneneruption, die die Erde mit Feuerbällen in weiten Teilen zerstört und eine unwirtliche Landschaft zurückgelassen hat, in der die wenigen Überlebenden sich nun mühsam ein neues Leben aufbauen. Da um diese Katastrophe aber im ersten Maze-Runner-Band noch ein großes Geheimnis gemacht wird, empfiehlt es sich wirklich, „The Kill Order“ erst im Anschluss an die Trilogie zu lesen, da sonst zu viele Überraschungen vorweggenommen werden.

Langweilige Charaktere

Leider konnte das Buch ingesamt für mich aber nicht an die ersten drei Bücher anknüpfen, was schon bei den Charakteren beginnt. Mark und seine Begleiter sind nämlich wirklich sehr oberflächlich beschrieben, was schon damit anfängt, dass man ihr Alter nicht so wirklich einschätzen kann. Mark und Trina sind zwar als Teenager angelegt, wirken aber genauso alt wie die längst erwachsenen Alec und Lana, was sich beim Lesen irgendwie unrund anfühlt. Zudem erfährt man fast nichts über die Charaktere, sodass diese auch im späteren Verlauf völlig austauschbar bleiben. Zwar waren auch in der Haupttrilogie Thomas und Co. lange Zeit Figuren ohne Vergangenheit, bei „The Kill Order“ bleiben die Protagonisten aber bis zum Ende hin farblos.

Viel Action, wenig Story

Enttäuscht wird auch, wer sich von dem Prequel Antworten auf Fragen erhofft, die auch nach dem letzten Maze-Runner-Band noch offen geblieben sind. Zwar berichtet James Dashner durch kleine Rückblenden von der Sonneneruption und auch die Anfänge des tödlichen Virus werden im Verlauf der Geschichte grob aufgezeigt – das ist aber leider alles sehr oberflächlich. Der Fokus des Buches liegt hier klar auf Non-Stop-Action, die sich für meinen Geschmack aber spätestens ab der Hälfte deutlich abnutzt. Im Prinzip ist „The Kill Order“ eine einzige Hit-and-run-Story, bei der für eine sorgfältig ausgearbeitete Handlung kein Platz bleibt. Zwar kracht es permanent an allen Ecken und Enden und man hat beim Lesen kaum Zeit zum Durchatmen, richtig mitfiebern will man mit Mark und seinen Mitstreitern aber irgendwie nicht. Sie kämpfen zwar die ganze Zeit verbissen ums Überleben, da man aber keine Beziehung zu ihnen aufbauen kann ist es eigentlich ziemlich egal, ob ihnen das letztlich auch gelingt oder nicht. Und so kommt es dann zu der bizarren Konstellation, dass die Geschichte trotz pausenloser Action plötzlich langweilig wird, weil Dashner eben abgesehen davon sehr wenig zu bieten hat.

Ein überflüssiges Prequel

Es gibt im Maze-Runner-Universum noch so vieles, über das ich gerne mehr erfahren hätte: Die Erschaffung des Labyrinths, die Vorgeschichte der Gladers, die Personen hinter WICKED, die unmittelbaren globalen Ereignisse nach der Naturkatastrophe und und und – aber nun wirklich nicht über ein paar langweilige Gestalten, die sich durch Wälder und Luftschiffe ballern und zwischendurch mal kurz über ein paar bruchstückhafte Akten stolpern, die zumindest ein paar wenige Hintergrundinformationen liefern. „The Kill Order“ ist nett, wenn man von Dashners Universum einfach nicht genug bekommen kann, wirklich gebraucht hätte es das Prequel meiner Meinung nach aber nicht – zumindest nicht in dieser Form.

The Kill Order
  • Autor:
  • Reihe: The Maze Runner #0.5
  • Umfang: 327 Seiten
  • Verlag: Delacorte Press
  • Erscheinungsdatum: 14. August 2012
  • Preis Taschenbuch 7,30€/eBook 5,21 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
5/10
Fazit:
Actionreiches Prequel zur Maze-Runner-Trilogie, das deren Klasse mit langweiligen Charakteren und einer dünnen Story jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht und kaum Neues bietet.

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2 Antworten zu diesem Beitrag

  • glaube das hat sich dann auch für mich erledigt XD ich hatte das ja sogar schonmal hier, weil ich es aus der Bib ausgeliehen hatte, habs kurz angelesen und dann wieder weggelegt und nicht in der Leihfrist geschafft XD aber werde es dann dabei belassen, wenn das eh kaum Hintergrundinfos liefert brauche ich mich glaube ich nicht durchzukämpfen.

    • Ich fand das hatte so gut wie gar nichts mit der Hauptreihe zu tun und für die paar wenigen neuen Infos reicht eigentlich auch das „Maze Runner Files“-eBook, da steht nämlich in komprimierter Form das gleiche drin…