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Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag im Leben der kleinen Dorothy, die gemeinsam mit ihrem Onkel Henry, ihrer Tante Em und ihrem Hund Toto auf einer kleinen Farm im grauen und langweiligen Kansas lebt – daran ändert auch der aufziehende Wirbelsturm nichts, an deren regelmäßiges Auftreten Dorothy fast schon gewöhnt ist. Allerdings schafft es das Mädchen diesmal nicht rechtzeitig in den sicheren Schutzraum im Keller und muss wenig später miterleben, wie der Sturm das gesamte Haus erfasst und meilenweit mitsamt Dorothy und Toto durch die Luft trägt. Erst nach Stunden klingt der Wirbelsturm wieder ab und lässt das Haus zurück zur Erde sinken, doch wie Dorothy schnell aufgrund einiger seltsamer Besucher feststellen muss, ist sie weit von ihrer Heimat entfernt im Land Oz gelandet – und hat dabei gleich einmal eine böse Hexe getötet, die von dem herabstürzenden Haus begraben wurde. Um zurück nach Kansas zu ihrer Familie zu gelangen, hat sie nur eine Möglichkeit: Sie muss den mächtigen Zauberer von Oz aufsuchen und darauf hoffen, dass dieser ihr die Rückreise ermöglicht…

Ein Lichtblick unter den Klassikern

Wie ihr in letzter Zeit vielleicht schon mitbekommen habt, stehe ich mir Klassikern im Moment ein wenig aufs Kriegsfuß – unter den vielen Titeln waren einfach zu viele sterbenslangweilige Geschichten dabei, die mich überhaupt nicht begeistern konnten. Da ist die Freude umso größer, wenn man dann doch mal auf berühmte Werke der Literaturgeschichte stößt, die einen dann trotz einiger Jahrzehnte auf dem Buckel doch noch faszinieren und gut unterhalten können – so geschehen bei L. Frank Baums „The Wizard of Oz“ aus dem Jahr 1900. Erfreulicherweise hält sich der Autor auch gar nicht lange mit ausschweifenden Einleitungen auf, sondern schickt die kleine Dorothy schon nach wenigen Absätzen per Wirbelsturm ins magische Land Oz – und macht sie dort gleich zur Berühmtheit, indem er sie eher ungewollt die Bewohner von der bösen Hexe des Ostens erlösen lässt. Doch so fasziniert das Mädchen von dem zauberhaften Ort und den nicht weniger kuriosen Lebewesen auch ist: Eigentlich will Dorothy möglichst schnell nach Hause zu ihrer Tante und ihrem Onkel.

Dorothy und ihre seltsamen, aber sehr liebenswürdigen Weggefährten

Damit das klappt, muss sie den mysteriösen Zauberer von Oz aufsuchen, was für ein kleines Mädchen natürlich keine leichte Aufgabe ist, da der Weg dorthin äußerst beschwerlich und mit so manchen Gefahren gespickt ist. L. Frank Baum stellt Dorothy jedoch nach und nach einige seltsame, aber durchaus liebenswürdige Weggefährten an die Seite: die Vogelscheuche, den Blechmann und den Feigen Löwen. Hier hat mir besonders gut gefallen, wie der Autor jeden der Charaktere mit einer eigenen kleinen Geschichte kurz einführt und somit jedem auch einen Grund gibt, um Dorothy auf ihrer Reise zu begleiten – denn jeder der Reisenden hat einen ganz persönlichen innigen Wunsch, dessen Erfüllung er sich vom Zauberer von Oz erhofft. Mindestens genauso toll ist, wie Baum die Stärken jeder einzelnen Figur in zahlreichen kniffligen Situationen herausarbeitet und so den vermeintlich mit gravierenden Mängeln ausgestatteten Wesen Selbstvertrauen einflößt. Zwar ist manche Gefahr vielleicht ein wenig schnell gebannt, allerdings muss man sich beim Lesen aber auch immer vor Augen halten, dass es sich bei „The Wizard of Oz“ nun einmal um ein Kinderbuch handelt.

Hat nichts von seinem magischen Charme verloren

Trotzdem hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es mit einer allzu kindlichen oder gar albernen Geschichte zu tun zu haben, was auch an der ein oder anderen etwas gewalttätigeren Szene liegt. Natürlich gibt es hier kein Blutvergießen, aber ganz im Stil klassischer Märchen wird mit den Bösen auch hier meist kurzer Prozess gemacht – das beinhaltet auch gerne mal rollende Köpfe. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist das sehr originelle Setting, das mit vielen tollen Schauplätzen und kreativen Ideen begeistern kann. Das beinhaltet auch eine ganze Reihe außergewöhnlicher Wesen, denen Dorothy auf ihrer Reise durch Oz begegnet. Auch die Story kann überzeugen und ist nicht nur überaus kurzweilig, sondern bietet auch die ein oder andere Überraschung. Insgesamt ist L. Frank Baums „The Wizard of Oz“ somit also ein wirklich gelungenes Kinderbuch, das in all den Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt hat und auch für Erwachsene noch magische Unterhaltung bietet. Definitiv und mit Abstand der beste Klassiker, den ich in den letzten Monaten gehört oder gelesen habe.

The Wizard of Oz
  • Autor:
  • Deutscher Titel: Der Zauberer von Oz
  • Reihe: Oz #1
  • Umfang: 208 Seiten
  • Verlag: Puffin
  • Erscheinungsdatum: 11. Juli 2013 (erstmals 1900)
  • Preis 5,54 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
9/10
Fazit:
Zeitloser Klassiker, der mit tollem Setting, liebevoll entwickelten Charakteren und einer guten Story auch heute noch zu verzaubern weiß.

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