Autor: Antti Tuomainen
Umfang: 224 Seiten
Verlag: List
Erscheinungsdatum: 10. August 2012

Inhalt:
Helsinki, im Ausnahmezustand. Ein Irrer, der mordet und Heilsbotschaften verkündet. Eine Journalistin, die ihn stellen will. Und dabei spurlos verschwindet. Es gibt nur einen, der sie retten kann. Ihr Mann macht sich verzweifelt auf die Suche. Er würde alles für sie tun. Doch das Böse ist stärker als die Liebe. Ausgezeichnet mit dem Finnischen Krimipreis Vuoden Johtolanka 2011, dem angesehensten Medienpreis für Kriminalliteratur.

Mein Leseeindruck:
Zugegeben: Weder das etwas gewöhnungsbedürftige Buchcover noch der Klappentext zu Antti Tuomainens kommendem Thriller „Der Heiler“ haben mich besonders neugierig gemacht. Ein mordender Psychopath mit religiösen Botschaften ist nicht gerade unglaublich originell und auch die Andeutung der Geschichte mit der verschwundenen Journalistin und ihrem verzweifelten Ehemann klingt eher etwas kitschig. Die Leseprobe des Buches hat aber genau zwei Seiten gebraucht, um mein Interesse zu wecken und mich darüber hinaus noch richtig zu fesseln.

Die Welt am Abgrund – von Kriegen über Epidemien bis zur Klimakatastrophe

Das liegt vor allem an der genialen Atmosphäre. Die Geschichte spielt allem Anschein nach nicht im Hier und Jetzt, sondern in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr, darüber wird der Leser in Form einer Nachrichtensendung kurz informiert: Auf der Erde toben erbitterte Kriege um die letzten natürlichen Ressourcen und Wasserreserven, Drogenkriege zerstören weite Teile der USA und Mexikos, große Gebiete Spaniens und Italiens werden von der Regierung sich selbst überlassen, Krankheiten wie Pest und Malaria breiten sich unaufhaltsam aus und viele Länder bekommen die Ausmaße der Klimakatastrophe mit voller Wucht zu spüren. So auch Finnland, wo weite Teile des Landes von den seit Wochen andauernden Wassermassen überflutet werden. Antti Tuomainen erzeugt hier mit wenigen Sätzen eine sehr dichte und düstere Weltuntergangsstimmung, die ich von diesem Buch auf keinen Fall erwartet hätte. Alles wirkt so trostlos, verlassen und zerstört, dass man beinahe schon damit rechnet, dass auf der nächsten Seite eine Horde postapokalyptischer Zombies auftaucht.

Ein besessener Serienmörder löscht in Helsinki ganze Familien aus

In dieses Szenario hat der Autor seine Thrillerhandlung verfrachtet, die deutlich interessanter daherkommt als beim Lesen des Klappentextes vermutet. In Finnland treibt ein brutaler Serienmörder sein Unwesen, der ganze Familien eiskalt hinrichtet. Von der überforderten Polizei würden diese Blutbäder vermutlich als Selbstmorde eingeschätzt, doch der Täter wendet sich nach jedem Mord an eine Journalistin, Johanna Lehtinen, und prahlt mit seinen Gräueltaten und fantasiert von seinen wirren Ideologien. Johanna ging den Hinweisen offenbar sehr gründlich nach und machte sich auf die Suche nach dem Mörder, doch nun ist die Frau plötzlich verschwunden und ihr Mann versucht, ihre Spur zu verfolgen. Hierzu muss er sich in die Berichte und Recherchen seiner Frau einarbeiten, um dem Heiler und damit vermutlich auch Johanna aufzuspüren…

Sehr vielversprechender Thriller mit fesselnder Atmosphäre

Die Leseprobe zu „Der Heiler“ hat mich wirklich absolut überrascht und fast schon umgehauen. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass auf so wenigen Seiten ein derart dichte Atmosphäre aufbaut. Auch die ersten Andeutungen der Thrillerhandlung klingen sehr vielversprechend und scheinen inhaltlich sehr gut zur düsteren Weltuntergangsstimmung zu passen. Antti Tuomainens Thriller ist jedenfalls direkt ganz nach oben auf meinen Merkzettel gewandert und könnte ein echtes Highlight werden.

Meine Prognose: 5/5

Informationen:
„Der Heiler“ von Antti Tuomainen erscheint am 10. August 2012 im List Verlag, hat einen Umfang von 224 Seiten und wird 14,99 € kosten. Die Leseprobe gibt es bei vorablesen.de, weitere Infos zum Buch findet Ihr auf der Verlags-Homepage.


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