Autor:
Dan Simmons
Sprecher: Detlef Bierstedt
Länge: 11 Std. 00 Min. (ungekürzt)

Zum Inhalt:
Der ehemalige Philosophie-Professor Thomas Hockenberry, ein anerkannter Homer-Fachmann, wird nach seinem Tod von griechischen Göttern wieder zum Leben erweckt und soll fortan als „Scholiker“ den Musen Bericht über den Verlauf des Krieges um Ilium (Troja) erstatten. Allerdings fallen dem Professor mit der Zeit einige Unterschiede zu Homers „Ilias“ auf, besonders als Hockenberry von Aphrodite den Auftrag erhält, für sie als Spion zu arbeiten – mit dem finalen Ziel, Athene zu töten…

Parallel dazu bricht eine Gruppe sogenannter Moravecs, eine Spezies intelligenter Forschungsroboter, zu einer riskanten Marsexpedition auf und soll dort einer Reihe von unerklärlichen Aktivitäten auf den Grund gehen. Während der Reise von einem der Jupitermonde zum roten Planeten wird der Trupp jedoch angegriffen und nur zwei Überlebende erreichen erreichen den Mars: Mahnmut, ein Ozeanforschungsroboter mit einer Leidenschaft für die Werke Shakespeares, und Orphu, der sich seinerseits als Proust-Experte hervortut…

In einem dritten Handlungsstrang wird die Geschichte von Ada, Daemon und Harman erzählt, welche zu den letzten verbliebenen Menschen auf der Erde gehören. Diese suchen nach einem Weg, den blauen Planeten zu verlassen und das Schicksal der „Nachmenschen“ zu erforschen, welche auf Orbitalringen außerhalb der Erde beheimatet sein sollen. Auf ihrem Weg treffen sie auf die „ewige Jüdin“ Savi und Odysseus…

Zum Hörbuch:
Eigentlich ist Science-Fiction nicht unbedingt mein Lieblings-Genre. Nachdem ich von Dan Simmons aber schon die grandiosen Werke „Drood“ und „Terror“ gehört habe, wagte ich mich nun mal an das „Ilium & Olympos“-Epos.

Allerdings ist mir hier der Einstieg unglaublich schwer gefallen. Im Handlungsstrang rund um Professor Hockenberry wird man direkt einmal mit Unmengen von Namen bombardiert, sodass man vor lauter Göttern, Helden und Soldaten kaum noch weiß wo einem der Kopf steht. Zudem wird das Szenario für selbstverständlich erachtet und die seltsamen futuristischen (!) Technologien der griechischen Götter überhaupt nicht erklärt. So wird z.B. munter von einem Ort zum anderen „geq’tet“, was wohl eine Art Teleportation darstellen soll.

Gleiches gilt für die beiden anderen Handlungsstränge. So leben die verbliebenen „Altmenschen“ auf einer völlig veränderten Erde, welche aber ebenfalls nicht ansatzweise erklärt wird sondern als gegeben hingenommen wird. Der Leser hat es hier wirklich nicht leicht, in die Geschichte einzusteigen, da die verschiedenen Konstellationen einfach überfordern. Ein kleiner geografischer Überblick über die Aufteilung der Erde und die gegenwärtige Bevölkerungssituation hätte bestimmt nicht geschadet. Ein weiteres Beispiel sind die beiden Moravecs Mahnmut und Orphu, zwei Forschungsroboter, die in ihrer freien Zeit über Shakespeare und Proust diskutieren (!).

Bis man dann ansatzweise in die Geschichte reingekommen ist, sind drei Viertel des Hörbuches auch schon vorbei. Dann allerdings wird die Story langsam interessant. Im Troja-Strang beginnt sich langsam eine Handlung zu entwickeln, welche auch durchaus spannend ist. So soll der Professor die Götter und Helden ausspionieren und gegeneinander ausspielen, läuft dabei aber ständig Gefahr, entdeckt und endgültig getötet zu werden. Mit dem Auftauchen von Odysseus kommt dann auch Fahrt in die Episode um die „Altmenschen“ auf ihrer Suche nach der eigenen Identität. Leider ist der erste Teil des Romanepos dann auch schon vorbei.

Ilium 1 ist nämlich das erste von insgesamt sieben Hörbüchern. Dabei entfallen die ersten drei Teile auf den Roman „Ilium“, die Parts vier bis sieben auf den Nachfolger „Olympos“. Daher kann ich es nachvollziehen, dass der erste Teil verwirrend ist und die Handlung noch in den Anfängen steckt. Allerdings ist es schon etwas ärgerlich dass man sich gut sechs Stunden durch die Handlung quälen muss, es dann plötzlich interessant wird und die Geschichte dann aber schon (vorerst) zu Ende ist…

Zum Sprecher:
Gelesen wird das Hörbuch vom Schauspieler und Synchronsprecher Detlef Bierstedt. Dieser dürfte vor allem durch seine Synchronisation von Hollywood-Star George Clooney bekannt sein. Weitere Hörbuchproduktionen mit seiner Stimme sind z.B. auch die Werke von Harlan Coben, Preston & Child und Alex Berenson.

Bierstedt macht seine Sache hier gewohnt gut und verleiht allen Protagonisten einen individuellen Touch. Gerade im Szenario der griechischen Götter, wo es zahlreiche Dispute und Streitereien gibt, bringt er die verschiedenen Stimmungsschwankungen gut rüber. Besonders beeindruckend sind die Stellen, in denen er Göttervater Zeus persönlich verkörpert…

Mein Fazit:
Die Beurteilung von „Ilium 1“ fällt mir recht schwer. Als alleinstehendes Hörbuch wäre es sicherlich eine Enttäuschung, da drei Viertel des Titels schwere Kost sind und oft einfach nur langweilen. Erst in den letzten zwei Stunden wird es interessanter, dann ist es auch durchaus fesselnd.

Andererseits muss man aber auch berücksichtigen, dass das Hörbuch nur das erste Drittel von Dan Simmons’ Roman „Ilium“ umfasst. Als Hörer bekommt man hier also praktisch nur die – zugegebenermaßen sehr lange – Einleitung präsentiert. Das letzte Viertel macht auch durchaus Lust auf mehr. Ich habe mir deshalb einige Romanrezensionen durchgelesen, welche von „Ilium“ überwiegend schlichtweg begeistert waren. Daher werde ich mir wohl mindestens auch noch den zweiten Teil auf den iPod laden…

Meine Wertung: 5/10

Informationen:
Das Hörbuch hat eine Länge von genau 11 Stunden und ist ungekürzt für 20,95 Euro bei audible.de erhältlich. Abonnenten mit Flexi-Abo bezahlen wie immer nur 9,95 Euro.

Der audible.de-Trailer zur Hörbuch-Serie ist unten eingebettet. Weitere Infos gibt es auf der Detail-Seite bei audible.de


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