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Es ist eine lieb gewonnene Tradition zum Jahreswechsel: Die „BuchSaiten Blogparade“ mit positiven Überraschungen, Enttäuschungen und Entdeckungen des vergangenen Lesejahres sowie einem kleinen Ausblick auf das kommende Jahr. In diesem Jahr hat sich Katrin zwar entschlossen, die Parade nicht mehr selbst zu veranstalten und „nur“ noch als Teilnehmerin mitzumachen, allerdings war die gute Petzi von „Die Liebe zu den Büchern“ so nett, die Aktion weiterzuführen, sodass die Blogparade in diesem Jahr dennoch in ihre inzwischen 8. Auflage gehen kann.

Für mich ist es in diesem Jahr die 5. Teilnahme und diesmal ist es mir relativ schwer gefallen, für die einzelnen Kategorien passende Bücher zu finden. Das liegt zum einen daran, dass ich inzwischen mit einer relativ realistischen Erwartungshaltung an meine Lektüren herangehe und große Überraschungen oder Enttäuschungen damit meistens ausbleiben, zum anderen habe ich aber in 2016 aber auch einfach nicht mehr so viel gelesen wie im letzten Jahr sodass sich leider auch entsprechend weniger Highlights in meine Bilanz hineingedrängt haben.

Falls ihr auch noch bei der BuchSaiten Blogparade 2016 mitmachen möchtet, so findet ihr bei Petzi alle wichtigen Informationen zur Teilnahme – Deadline ist der 6. Januar 2017, ihr müsstet euch also ein wenig beeilen 😉

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich bei dieser Rubrik sehr schwer getan habe, da mich eigentlich kein Buch komplett positiv überrascht und unverhofft in Begeisterungsstürme versetzt hat. Die Wahl ist letzten Endes jedoch auf „The Secret History of Twin Peaks“ von Mark Frost gefallen, welches ich mir ehrlich gesagt nur wegen der tollen Aufmachung und dem spannenden Konzept (das Buch liest sich wie eine geheime Fallakte mit verschiedenen Dokumenten wie Verhörprotokollen, Zeitungsartikeln, ärztlichen Befunden etc.) zugelegt habe. Ich habe es zwar in 2016 endlich geschafft, die Kultserie der 1990er-Jahre komplett zu gucken und dies auch gerne getan, würde mich aber dennoch nicht unbedingt als riesigen „Twin Peaks“-Fan bezeichnen.

Daher waren auch meine Erwartungen an das Buch nicht allzu hoch und ich hatte insgeheim schon fast eine mühsame Lektüre wie bei J.J. Abrams Buchprojekt „S. – Das Schiff des Theseus“ befürchtet, bei dem das Lesen der verschiedene Textschnipsel eher in harte und ermüdende Arbeit ausgeartet ist. „The Secret History of Twin Peaks“ hat mich aber ab der ersten Seite gefesselt, was mich vor allem auch deshalb erstaunt hat, weil die Serie selbst im Buch gar nicht mal so umfassend thematisiert wird wie gedacht und mehr auf die Geschichte amerikanischer Verschwörungstheorien im Allgemeinen eingegangen wird – sicherlich nicht für jeden interessant, mich als Verschwörungsfan hat die Lektüre aber sehr gepackt, besonders weil ein Großteil des Buches auf tatsächlichen Fakten beruht und historische Ereignisse clever mit dem „Twin Peaks“-Universum verknüpft werden. Zudem ist das Buch wirklich ein echtes Schmuckstück und im englischen Original im Vergleich zur deutschen Ausgabe auch noch ein wirkliches Schnäppchen.

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Es vergeht eigentlich kein Jahr, in dem ich nicht gleich mehrere Bücher von Horror-Meister Stephen King lese (bzw. höre, denn aufgrund der grandiosen King-Lesungen von David Nathan greife ich hier immer zum Hörbuch) und ich bin froh, dass ich noch immer nicht alle alten Klassiker von ihm kenne und mir der Nachschub somit auch in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht so schnell ausgehen wird. In diesem Jahr habe ich es während meiner Kanada-Reise auch endlich einmal geschafft, Kings längstes Werk zu hören, das sich über satte 54 Hörbuch-Stunden erstreckt und mir somit eine optimale Begleitung bei den langen Wanderungen und Autofahren schien – schließlich wird „The Stand – Das letzte Gefecht“ von vielen King-Fans sogar als sein bester Roman betrachtet.

Um es kurz zu machen: Ich fand „The Stand“ sterbenslangweilig und kann bestens nachvollziehen, warum das Buch lange Zeit nur in stark gekürzter Form veröffentlicht wurde. Den Anfang der Geschichte über das Entstehen der Katastrophe fand ich noch recht interessant, wenn es dann aber rund 40 Stunden lang nur darum geht, dass sich die wenigen Überlebenden durch die Überreste der USA schleppen und sich dabei hin und wieder mal über den Weg laufen, dann ist mir völlig rätselhaft, wie auch nur ein einziger Leser dies als Stephen Kings bestes Werk bezeichnen kann. Ich fand es so öde, dass ich sogar den „Höhepunkt“ der Geschichte im ersten Durchlauf verpasst habe und nochmal zurückspulen musste, um überhaupt in den „Genuss“ der enttäuschenden Auflösung zu kommen. Somit hat sich „The Stand“ die Auszeichnung für die Enttäuschung des Jahres also redlich verdient.

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Auch bei den Autoren hat sich 2016 nicht unbedingt eine Autorin oder ein Autor als die Neuentdeckung des Jahres aufgedrängt, sodass ich mich schließlich für den Schriftsteller unter den neu kennengelernten entschieden habe, dessen Werk bei mir den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen hat, und das war in diesem Jahr Hideo Yokoyama mit seinem japanischen Kriminalroman „Six Four“.

Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Krimifan uneingeschränkt empfehlenswert, da es keinen Fall im klassischen Sinne gibt und somit auch kaum typische Ermittlungsarbeit vorkommt, trotzdem hat mich „Six Four“ über die gesamten knapp 600 Seiten gefesselt, was unter anderem an der sehr intensiven Atmosphäre und den interessanten Einblicken in eine fremde Kultur gelegen hat, denn diese schlägt sich in der Polizeiarbeit und vor allem den Strukturen des Polizeiapparates durchaus erkennbar nieder. Großer Trumpf des Buches ist aber der sensationelle Plottwist, den ich trotz Vorwarnung nicht im Entferntesten habe kommen sehen und der für ein grandioses Ende dieses schon eher anspruchsvollen, aber sehr lohnenswerten Kriminalromans, gesorgt hat. Daher hoffe ich, dass noch mehr Werke dieses Autors wenn schon nicht ins Deutsche, dann zumindest ins Englische übersetzt werden.

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Ich habe das Buch zwar gerade erst angefangen zu lesen und besitze leider (noch) nur die eBook-Version, trotzdem ist „The Other Side of Eve“ von Paul Ikin für mich eindeutig das optische Buch-Highlight 2016 und verdrängt sogar die illustrierte Ausgabe von „Harry Potter and the Chamber of Secrets“ auf die Plätze. Über den Inhalt des Buches kann ich daher noch nichts sagen, wer aber noch „Beweismaterial“ dafür braucht, dass dieses Werk die Auszeichnung absolut verdient, der schaut sich am besten einmal die vom Autor zusammengestellte Foto-Galerie auf seiner Website an.

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Ich bin so froh, dass ich „The Song of the Orphans“ von Daniel Price endlich mit absoluter Gewissheit in dieser Rubrik nennen darf, denn nach fast drei Jahren Wartezeit hat die Fortsetzung zu „The Flight of the Silvers“ ENDLICH einen Erscheinungstermin: den 4. Juli 2017.

Der erste Band zählt nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und durch diverse Blog-Beiträge und Aktionen zum Roman (u.a. der „Silvers Month“) bin ich sogar mit dem Autor ein wenig in Kontakt gekommen, sodass es mich besonders freut, dass Daniel Price nun bald endlich seine Geschichte weitererzählen darf. Zudem bin ich noch aus einem ganz persönlichen Grund total gespannt auf das Buch – diesen verrate ich aber erst, wenn „The Song of the Orphans“ auch tatsächlich erschienen ist 😉

Was waren eure persönlichen Überraschungen und Enttäuschungen
des Lesejahres 2016 und auf welches Buch freut ihr euch
2017 am meisten?


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