Lair of Dreams_Rezi

Nach ihrem dramatischen Aufeinandertreffen mit einem übernatürlichen Serienkiller hat Evie O’Neill das Versteckspiel aufgegeben und ganz New York ihre mediale Begabung enthüllt – und hat es damit endlich ins lang ersehnte Rampenlicht geschafft. Als „Diviner“ hat Evie ihre eigene Radiosendung bekommen, liest nun regelmäßig vor großem Publikum die Geheimnisse ihrer Mitmenschen und wird von der schillernden Stadt als „America’s Sweetheart Seer“ gefeiert. Als gefragtes It-Girl vernachlässigt sie jedoch zugleich immer mehr den Kontakt zu ihren Freunden und bekommt bei all dem Star-Rummel um ihre Person kaum mit, wie die Stadt von einer neuen Bedrohung heimgesucht wird: Immer mehr Menschen fallen einer rätselhaften Schlafkrankheit zum Opfer und werden auf seltsame Weise in ihren Träumen gefangen gehalten, bis ihre Lebensenergie vollständig aufgezehrt ist und sie schließlich sterben. Der einzige Weg, die rasend schnell voranschreitende Seuche aufzuhalten, scheint in die Traumwelt selbst zu führen, doch für dieses Unterfangen müssen die Diviners nicht nur ihre Kräfte bündeln, sondern sich auch selbst der unbekannten Gefahr aussetzen…

Eine weitere übernatürliche Gefahr bedroht New York und die Diviners

Ziemlich genau drei Jahre nach dem Erscheinen von „The Diviners“ setzt Erfolgsautorin Libba Bray mit dem Nachfolgeband „Lair of Dreams“ nun die Geschichte um ihre übernatürlich begabten jungen (Anti-)Helden fort und setzt Evie, Sam, Jericho, Henry, Theta und Co. nach dem beinahe tödlichen Duell mit einem Serienkiller nun einer weiteren Gefahr aus, die New York fast noch härter trifft. Wie der Titel des Buches andeutet, spielen Träume dabei eine große Rolle, denn in genau diesen scheinen immer mehr Menschen der Stadt zu verschwinden, während ihre Körper als seelenlose Wracks zurückbleiben – die „sleeping sickness“ fordert Opfer um Opfer und macht auch vor den Diviners nicht Halt. Wie schon im Vorgänger erzählt Libba Bray auch diesmal nicht nur eine große Geschichte, sondern verteilt die Handlung auf viele kleine Einzelschicksale, wobei wie eingangs erwähnt wieder die bekannten Gesichter mit von der Partie sind. Dazu gesellt sich diesmal noch das chinesische Mädchen Ling Chan als neue Protagonistin, die als Traumwandlerin nicht nur ebenfalls außergewöhnlich begabt ist, sondern – wie die meisten ihrer jungen Mitstreiter – auch ihre eigenen Probleme mit in die Geschichte bringt: Aufgrund einer Kinderlähmung kann Ling ihre Beine nur noch eingeschränkt nutzen, ist durch ihr Handicap ebenfalls in eine Außenseiterrolle gerutscht und fügt sich somit nahtlos in die Truppe der sympathischen Antihelden ein.

New Yorks verlorene Seelen zwischen verlockenden Träumen und bitterer Realität

Auch beim Erzählstil bleibt die Autorin sich treu und verfällt nicht in Hektik, sondern schildert gewohnt ruhig die Erlebnisse ihrer jungen Protagonisten und lässt den vielen Geschichten jede Menge Raum zur Entfaltung. Das Erzähltempo ist weiterhin gemächlich, trotzdem kommt während der 613 Seiten nie Langeweile auf, da die diversen Schicksale der einzelnen Charaktere viel Abwechslung bieten und durch die zumeist schwierigen Themen auch immer auf die ein oder andere Weise berühren: Shooting-Star Evie O’Neill erlebt die Licht- und Schattenseiten ihres neuen Glamourlebens, Ling hat durch die sich vorrangig in Chinatown ausbreitende Schlafkrankheit mit rassistischen Anfeindungen zu kämpfen, Henry wird von der Sehnsucht zu seiner geheimen Liebe Louis geplagt und kann zumindest in seinen Ausflügen in die Traumwelt unbeschwert seine Homosexualität ausleben, Jericho hat die Hoffnung auf eine Beziehung mit Evie immer noch nicht aufgegeben und stürzt dadurch auch seine Verehrerin Mabel in ein Gefühlschaos, während nebenher auch noch das marode Museum von Evies Onkel gerettet werden will. So hat jeder seinen eigenen Rucksack zu schleppen und dadurch werden die Charaktere für die Leser sehr greifbar, sodass sich jeder seine Lieblingsfigur herauspicken und mit ihr mitleiden kann.

Eine packende Fortsetzung, die jedoch in Bezug auf die Haupthandlung etwas auf der Stelle tritt

Allerdings fühlt sich „Lair of Dreams“ trotz der vielen Handlungsebenen und der vor allem in den düsteren Traumwelt-Sequenzen erneut sehr stimmigen und intensiven Atmosphäre ein klein wenig wie ein Übergangsband an, was vorrangig daran liegt, dass die in „The Diviners“ begonnenen Hauptstränge trotz des großen Umfangs des Buches nur marginal weitergeführt werden. Gerade wer sich nach dem Ende des Vorgängers neue Erkenntnisse über „Projekt Buffalo“ erhofft, dürfte sich nach der letzten Seite von „Lair of Dreams“ wohl genauso schlau fühlen wie zuvor und auch die Hintergrundgeschichte um die „sleeping sickness“ tritt bis zu den dramatischen letzten 100 Seiten des Romans häufig ein wenig auf der Stelle. Durch diesen leichten Stillstand ist die Fortsetzung für mich insgesamt ein wenig schwächer als „The Diviners“, dennoch ist aber auch der zweite Band ein tolles Buch mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, einem nach wie vor grandiosen Schauplatz und vielen mitreißenden Einzelschicksalen – die spannende Serienkiller-Story im Auftaktroman hat mir im direkten Vergleich jedoch einen Tick besser gefallen.

Lair of Dreams (The Diviners #2)
  • Autor:
  • Reihe: The Diviners #2
  • Umfang: 613 Seiten
  • Verlag: Little, Brown Books for Young Readers
  • Erscheinungsdatum: 25. August 2015
  • Preis Geb. Ausgabe 17,00 €/eBook 6,99 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Libba Brays „Lair of Dreams“ ist eine tolle Fortsetzung der Diviners-Reihe und fesselt wie schon der Vorgänger mit einer intensiven Atmosphäre, vielschichtigen Charaktere und den abwechslungsreichen und oft bewegenden Handlungssträngen, allerdings tritt die buchübergreifende Gesamthandlung ein wenig auf der Stelle und wird im zweiten Band nur geringfügig vorangetrieben.

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