Legend_Rezi

Die Vereinigten Staaten von Amerika existieren nicht mehr, das zuvor so stolze und wohlhabende Land ist in zwei Lager zerfallen: Die regierende Republik befindet sich im erbitterten Kampf gegen die Kolonien, die sich vehement und mit Gewalt gegen die mächtige Obrigkeit zur Wehr setzen. Mittendrin ist die 15-jährige June Iparis, gefeiertes Wunderkind und mit ihrer überragenden Intelligenz und Geschicklichkeit das neue Aushängeschild der Republik, dem eine glorreiche Zukunft im Militär bevorsteht. Am anderen Ende der Gesellschaft befindet sich Day, mit ebenfalls 15 Jahren schon der meist gesuchte Verbrecher des Landes und Staatsfeind Nr. 1. Nach dem glorreichen Absolvieren ihrer Ausbildung wird June auf den Kriminellen angesetzt und soll den gefährlichen Rebellen endlich zur Strecke bringen – ein Ziel, das June vor allem deshalb auch mit aller Entschlossenheit verfolgt, weil Day gerade erst ihren Bruder kaltblütig ermordet hat…

Eine Dystopie mit gewohnten Zutaten…

Wenn man sich im Dystopien-Genre mal ein wenig umschaut, können einem die USA fast schon leid tun, denn in gefühlt 90% aller Fälle sehen die Vereinigten Staaten keiner besonders glorreichen Zukunft entgegen, wenn man den Visionen der Autoren Glauben schenken darf. Auch in Marie Lus „Legend“, dem Auftakt ihrer gleichnamigen Trilogie, haben die Amerikaner wieder mal den Schwarzen Peter gezogen und sind von schweren und gewalttätigen Auseinandersetzungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen gebeutelt. Zu allem Überfluss muss die Bevölkerung auch die ebenfalls fast schon Genre-typische Plage in Form eines mysteriösen und tödlichen Virus über sich ergehen lassen. Glücklicherweise gibt es aber auch in diesem Fall wieder ein jugendliches Wunderkind, welches das Schicksal der Welt in seinen Händen hält – oder so ähnlich. Was bis hierhin nach einer weiteren beliebigen 08/15-Dystopie klingt, entpuppt sich im weiteren Verlauf aber trotz einiger Klischees zu einer wirklich packenden und lohnenswerten Story.

… aber einer spannenden und gut funktionierenden Erzählweise

Dies beginnt bereits bei den beiden Erzählperspektiven, denn Marie Lu erzählt ihre Geschichte aus der Sicht von zwei komplett gegensätzlichen Charakteren: der 15-jährigen June, elitärer Liebling der regierenden Republik und des gleichaltrigen Day, der in seinen jungen Jahren durch einige Anschläge und Sabotageakte schon zur Zielscheibe der Machtinhaber geworden ist. Beide fungieren hierbei als Ich-Erzähler, was auch nicht gerade neu ist, aber im Gegensatz zu manch anderem Buch (*hust* Allegiant *hust*) funktioniert dies bei „Legend“ erstaunlich gut, auch weil man die beiden Perspektiven alleine schon aufgrund der sehr unterschiedlichen Formatierung des Textes sehr gut auseinanderhalten kann. Aber auch die Charaktere gewinnen schnell an Profil und zugleich die Sympathien der Leser, selbst wenn sowohl Day als auch June einen kleinen Makel mit sich herumschleppen: Während der eine ein durchaus zurecht gesuchter Krimineller ist und für die Leser sehr offensichtlich in Auseinandersetzungen mit der Republik keine allzu großen Skrupel an den Tag legt, haftet June zu Beginn ein wenig das Image einer vom System bevorteilten Streberin an. Trotzdem fiel es mir sehr leicht, mit beiden Charakteren mitzufiebern, was einen beim Lesen aufgrund der sehr brisanten Konstellation fast zwangsläufig in eine Zwickmühle führt.

Spannender Auftakt der „Legend“-Trilogie

Marie Lu erfindet das Rad in „Legend“ sicherlich nicht neu, doch die Geschichte wird spannend erzählt und lebt zu einem Großteil auch von dem spannenden Konflikt der beiden Protagonisten. Zwar ist dessen vorübergehender Ausgang nicht allzu schwer zu erahnen, da die Autorin das Erzähltempo aber sehr hoch hält und auch mit einigen anderen Aspekten noch für reichlich Dramatik und Nervenkitzel sorgt, fällt dies nicht allzu schwer ins Gewicht. Etwas ärgerlicher ist es da schon, dass man von dem Setting dieser Dystopie so wenig erfährt: Die Geschichte spielt in Los Angeles, es gibt die Republik und die Kolonien und einen gefährlichen Virus – das ist zumindest was Band 1 betrifft auch fast schon alles. Wer sich mehr Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der Republik wünscht, muss seine Hoffnungen in dieser Hinsicht erst einmal in die weiteren Teile setzen. Dass man diese aber nach dem Auftaktband unbedingt noch lesen möchte, dafür sorgt jedoch nicht zuletzt die sehr dramatische Schlussphase und die vielen offenen Fragen, die nach der Seite mit Sicherheit noch bleiben werden. Glücklicherweise ist die Trilogie inzwischen ja sowohl im Original als auch in der deutschen Übersetzung bereits komplett erschienen.

Legend
  • Autor:
  • Deutscher Titel: Legend – Fallender Himmel
  • Umfang: 304 Seiten
  • Verlag: Penguin
  • Erscheinungsdatum: 2. Februar 2012
  • Preis Taschenbuch 9,31 €/eBook 5,38 €
Cover:
Charaktere:
Story:
Atmosphäre:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Spannender Auftakt der Trilogie, der seinen Reiz vor allem aus dem Konflikt der beiden gegensätzlichen Protagonisten und mit der nicht immer originellen, aber spannend erzählten Story bestens unterhält.

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