Sleepy Hollow_Rezi

Im späten 18. Jahrhundert ist das von niederländischen Siedlern bewohnte Tal Sleepy Hollow im Städchen Tarry Town in der Nähe von New York vor allem für seine Schauer- und Geistergeschichten bekannt. Die wohl bekannteste Legende rankt sich um den Kopflosen Reiter, den Geist eines hessischen Söldners, der Kopf und Leben im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verlor und Gerüchten zufolge seit seinem gewaltvollen Tod nachts nach Sleepy Hollow zurückkehrt, um dort seinen abgetrennten Kopf zu suchen. Dieser Mythos ist auch dem sehr abergläubigen Lehrer Ichabod Crane nur zu gut bekannt, allerdings liegt dessen Augenmerk in jüngerer Zeit vorrangig auf der 18-jährigen Dorfschönheit Katrina Van Tassel, die neben ihrem umwerfenden Äußeren auch durch ihre sehr wohlhabende Herkunft für Ichabod eine ungemeine Attraktivität ausstrahlt. Allerdings muss sich Crane bei seinem Werben um die Gunst des Mädchens mit harter Konkurrenz auseinandersetzen…

Washington Irvings Klassiker um die Legende des Kopflosen Reiters

Die Geschichte von dem Kopflosen Reiter, der nachts das Tal von Sleepy Hollow heimsucht, dürfte wohl spätestens seit der Tim-Burton-Verfilmung mit Johnny Depp, Christina Ricci und Christopher Walken den meisten ein Begriff sein, zudem erfreut sich derzeit auch die auf dem gleichen Mythos basierende TV-Serie „Sleepy Hollow“ (auch bei mir) großer Beliebtheit. Zurück gehen diese Adaptionen aber auf die Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Hollow“ des Amerikaners Washington Irving, die dieser bereits im Jahr 1820 veröffentlichte und die seither Grundlage für zahlreiche filmische und literarische Umsetzungen der Legende war. Wer (wie ich) aber davon ausgeht, dass die Erzählung wie die bekanntesten Erzählungen vor schauriger Horroratmosphäre und rollenden Köpfen nur so strotzt, der wird sich vermutlich spätestens nach der Hälfte des Irving-Textes verwundert die Augen reiben – denn mit reißerischen Grusel-Geschichten hat das Original nicht besonders viel gemein.

Sowohl als Schauergeschichte als auch als Romanze eine Enttäuschung

Hauptfigur der Geschichte ist zwar wie bekannt ein Mann namens Ichabod Crane, allerdings hat dieser als abergläubischer Dorflehrmeister mit der Johnny-Depp-Figur kaum mehr als den Namen gemeinsam. Und auch der Alltag dieses Charakters entpuppt sich als wenig ereignisreich: Tagsüber plagt er sich mit den aufmüpfigen Kindern von Tarry Town herum, anschließend wirbt er verzweifelt um die Gunst der attraktiven Katrina van Tassel, Tochter eines der wohlhabenderen Gutsherren von Sleepy Hollow. Als Romanze ist Irvings Erzählung aber leider ebenso ein Fehlschlag wie als Horrorroman, denn Ichabod Cranes Schwärmerei scheint ausschließlich auf den Vermögensverhältnisse Katrinas zu basieren, als charakterlich begehrenswerte Figur bleibt die junge Frau nämlich äußerst blass. So plätschert die Geschichte dann langsam vor sich hin, bis auf den letzten zehn der knapp 70 Seiten dann doch noch der Fokus auf die Legende des Kopflosen Reiters gerichtet wird. Wirklich unheimliche Atmosphäre will dann aber leider auch nicht mehr aufkommen. Somit stellt sich „The Legend of Sleepy Hollow“ letztlich als erstaunlich nichtssagende Kurzgeschichte heraus, bei der ich mich im Nachhinein schon sehr gewundert habe, dass diese weder besonders atmosphärische noch unterhaltsame Lektüre in den letzten 200 Jahren nicht in der Versenkung verschwunden ist.


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