Todesnacht_Rezi

Als die junge Frau ihre Praxis betritt, schrillen bei der Landärztin Dr. Emily Kaplan sofort die Alarmglocken: Die Patientin ist mit blauen Flecken übersät und wurde ganz offensichtlich übel misshandelt. Die Frau reagiert zudem ausweichend auf Emilys Fragen nach ihrem Namen und dem Verursacher ihrer schlimmen Verletzungen und bittet die Ärztin eindringlich um die Rausgabe von Medikamenten, die bei ihr einen Schwangerschaftsabbruch herbeiführen. Dr. Kaplan durchsucht aufgrund des seltsamen Verhaltens der Patientin heimlich deren Rucksack nach Hinweisen auf deren Identität und stößt dabei auf einen beachtlichen Vorrat an OxyContin, einem starken Schmerzmittel, zu dessen Verbreitung sich in letzter Zeit ein riesiger Schwarzmarkt aufgebaut hat. Als die junge Frau Emily beim Schnüffeln erwischt, ergreift sie wütend die Flucht und wird nur wenige Augenblicke später vor den Augen der Ärztin ermordet – und Dr. Kaplan vom Täter lebensgefährlich verletzt. Detective Maggie Savage, Emilys beste Freundin, nimmt umgehend die Ermittlungen auf…

Der dritte Fall für die Detectives Maggie Savage und Mike McCabe

„Todesnacht“, der dritte Thriller von James Hayman um sein Ermittlerduo Maggie Savage und Mike McCabe, begann für mich mit einer Ernüchterung. Denn der Autor lässt seine Leser zum Einstieg nicht nur im Detail an den letzten Minuten des Opfers teilhaben, sondern präsentiert dem Publikum dabei auch gleich den Täter samt Tatmotiv praktisch auf dem Silbertablett – was dem Buch schon nach wenigen Augenblicken die ganze Spannung zu rauben scheint, denn man erfährt sogar den Namen des Mörders: Conor Riordan. Glücklicherweise stellt sich dieser nur wenig später als Deckname heraus, sodass man schließlich doch noch die Möglichkeit zum Miträtseln erhält – und Hayman hält das Rennen um die wahre Identität des Täters dann auch überraschend lange offen und legt dabei auch noch so manche falsche Fährte. Wer sich nach der vermeintlich frühen Enthüllung also entnervt abwenden möchte, kann an dieser Stelle beruhigt werden: „Todesnacht“ bleibt bis zum Ende spannend.

One-Woman-Show der weiblichen Ermittlerin

Bei dem Ermittlerteam muss man allerdings als Freund der Thrillerreihe im dritten Band ein paar Abstriche machen – nämlich wenn man Fan von Detective Mike McCabe ist. Dieser muss im Vergleich zu den beiden Vorgängern „The Cutting“ und „Angstschrei“ deutlich zurückstecken und darf erst im Schlussdrittel an den Ermittlungen teilhaben. Wer Haymans Bücher also vor allem wegen des Zusammenspiels zwischen McCabe und Maggie Savage mag, dürfte hier vielleicht ein wenig enttäuscht werden. Dafür erfährt man aber quasi als Entschädigung sehr viel über den weiblichen Part des Duos, da Maggie nicht nur u.a. den Angriff auf ihre beste Freundin untersucht, sondern sich dabei auch in ihrem familiären Umfeld bewegt. Denn eigentlich ist sie als Mitarbeiterin des Portland Police Department gar nicht für die Ermittlungen im beschaulichen Eastport zuständig, wird aber von ihrem Vater, praktischerweise Sheriff in Eastport, zum Fall hinzugezogen – und die Zusammenarbeit der Savages macht Maggie das Leben nicht immer unbedingt einfacher…

Gute Story, gute Charaktere, guter Thriller

Wie schon die beiden Vorgänger ist auch „Todesnacht“ vielleicht nicht gerade ein Paradebeispiel für atemberaubenden Nervenkitzel und halsbrecherische Polizei-Action. Stattdessen zieht James Hayman seine Story sehr viel bodenständiger auf und legt viel Wert auf authentische Polizeiarbeit und interessante Charaktere. Die Handlung gewinnt viel Reiz aus den Beziehungen der einzelnen Figuren untereinander und bietet einige sehr intensive Situationen, zum Beispiel wenn Maggie einer ohnehin schon arg gebeutelten Familie den Tod ihrer Tochter mitteilen muss und der Schmerz der Angehörigen sowie das Unwohlsein der Polizistin förmlich spürbar sind. Im Vergleich zum etwas schwächeren zweiten Band kann diesmal auch die Geschichte wieder überzeugen: Zwar ist die ein oder andere falsche Fährte für Genrekenner etwas offensichtlich, dennoch hält Hayman die Spannung lange Zeit auf einem guten Niveau. „Todesnacht“ ist letztlich kein Buch, den man unbedingt gelesen haben muss – dafür bietet es einfach etwas zu viel Routine –, aber der Autor erlaubt sich bei seinem dritten Roman auch kaum Schwächen. So ist der neueste Einsatz für Maggie Savage und Mike McCabe schlichtweg ein guter Thriller – nicht mehr und nicht weniger. Da Erich Räuker als Sprecher der Hörbuchversion zudem ein weiteres Mal einen guten Job macht, kann man mit „Todesnacht“ eigentlich nicht viel falsch machen.

Todesnacht
  • Autor:
  • Sprecher: Erich Räuker
  • Deutscher Titel: Todesnacht
  • Original Titel: Darkness First
  • Reihe: Mike McCabe & Maggie Savage #3
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland
  • Erscheinungsdatum: 14. März 2014
  • Preis 25,95 € (9,95 € im Audible-Flexi-Abo)
Cover:
Charaktere:
Story:
Sprecher:
Gesamt:
8/10
Fazit:
Guter dritter Thriller um das Ermittlerduo McCabe/Savage, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber sich auch kaum Schwächen erlaubt.

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