Kategorie: Rezension

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Ein Serienkiller ahmt die Morde eines Computerspiels nach und führt die Polizei an der Nase herum.

„Serial Killer Detective“ lautet der Name eines neuen Videospiels, mit dem die Programmierer der „Monkeewrench“-Gruppe den Markt erobern wollen. Ziel des Spiels ist es, als Ermittler in 20 Leveln jeweils einen Mord zu untersuchen und mit den gesammelten Spuren den für die Verbrechen verantwortlichen Serienmörder zu fangen. Als in der Realität die Leiche eines Joggers aufgefunden wird, stellt noch keiner einen Zusammenhang her, doch ein weiterer Mord deutet eindeutig daraufhin, dass einer der Spieler die Taten des Spiels detailgetreu nachstellt. Die Polizei ist daraufhin in höchster Alarmbereitschaft, denn 20 Level bedeuten gleichzeitig auch 20 potenzielle Opfer – und die Liste der Verdächtigen ist schier endlos…

Ein Computerspiel als Vorlage für eine brutale Mordserie

Es dauert nicht lange, bis „Spiel unter Freunden“, der Debütroman des aus Mutter und Tochter bestehenden Autorenduos „P.J. Tracy“, Fahrt aufnimmt. Schon nach drei Seiten gibt es den ersten Doppelmord und nur wenige kurze Kapitel später muss schon das nächste Opfer ins Gras beißen. Fast genauso schnell werden auch die Hauptfiguren der Geschichte vorgestellt, die sich auf drei verschiedene Erzählperspektiven verteilen. Zum einen gibt es das „Monkeewrench“-Team, bestehend aus fünf komplett unterschiedlichen Computerfreaks, in deren Mittelpunkt die Programmiererin Grace MacBride steht. Die Ermittlerseite hingegen wird gleich durch zwei Seiten vertreten: einerseits durch die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth in Minneapolis und andererseits durch Sheriff Michael Halloran und sein Team, das zeitgleich einen eiskalten Doppelmord im beschaulichen Wisconsin untersucht.

Viele Charaktere, viele Sympathieträger, viel Humor

Klingt auf den ersten Blick kompliziert, allerdings hat man sich erstaunlich schnell an die einzelnen Charaktere gewöhnt und kann diese auch gut auseinanderhalten, da sich diese meist sehr stark unterscheiden – besonders was „Monkreywrench“ betrifft, wo sich Nerd, Rocker, Femme fatale, Geschäftsmann und Amazone die Hand geben. Mag verdächtig nach einem kräftigen Griff in die Klischee-Schublade klingen, ist aber hochgradig unterhaltsam, denn die Chemie innerhalb der einzelnen Parteien stimmt einfach bis ins letzte Detail, woraus sich einige gepfefferte und herrlich ironische Dialoge sowie bissige Gags ergeben, die mit überraschend hoher Treffsicherheit auch zünden.

Hohes Erzähltempo sorgt für Spannung

Auch für Spannung ist reichlich gesorgt, da die Geschichte wirklich in einem sehr hohen Tempo erzählt wird und sich durch die rasche Aufeinanderfolge der Morde keinerlei Leerlauf ergibt. Zudem sorgt das durch das Computerspiel vorgegebene Ziel von 20 möglichen Todesopfern für enormen Druck bei den Ermittlungen. Weitere Reizpunkte ergeben sich durch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Teams, denn logischerweise rücken die „Monkeewrench“-Leute aufgrund ihres Spiels schnell weit nach oben auf die Verdächtigenliste – was den Computerspezialisten natürlich überhaupt nicht passt. Diese Konflikte sorgen nicht nur für zusätzliche Dramatik, sondern stellen zwangsläufig auch die Leser vor die Frage, inwieweit man den Programmierern trotz aller Sympathien überhaupt trauen kann, zumal diese auch noch eine äußerst rätselhafte gemeinsame Vergangenheit zu haben scheinen.

Kurzweiliger Thriller mit minimalen Schwachstellen

Somit ergibt sich insgesamt ein äußerst kurzweiliger und packender Roman, der unaufhaltsam seinem Höhepunkt entgegensteuert – und mit der überraschenden und dramatischen Auflösung die geweckten Erwartungen auch nicht enttäuscht. Man sollte von „Spiel unter Freunden“ keine überragende Detektivarbeit erwarten, wer aber auf der Suche nach einem rasanten und actionreichen Thriller ist, wird hier bestens bedient. Etwas schade ist lediglich, dass das Computerspiel selbst für meinen Geschmack etwas kurz kommt und nur am Anfang detailliert beschrieben wird. Hier hätte ich mir im späteren Verlauf etwas mehr Bezug zur „Mordvorlage“ gewünscht, denn die gute Ausgangsidee wird leider etwas zu früh fallengelassen. Abgesehen davon habe ich am Buch aber eigentlich nichts auszusetzen und freue mich sehr auf die weiteren Teile der Reihe, in der bisher sechs Bände erschienen sind.

Fazit:
Hochspannender Serienkiller-Thriller, der mit rasantem Tempo, sympathischen Charakteren und viel Ironie bestens unterhält (9/10).

Spiel unter Freunden
Autorinnen: P.J. Tracy; Originaltitel: Monkeewrench, Umfang: 400 Seiten; Verlag: rowohlt; Erscheinungsdatum: 01. September 2010; Preis: Taschenbuch 8,95 €.

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