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Sein zweiter Einsatz verschlägt den MI6-Agenten James Bond nach Übersee, wo er einem mächtigen Untergrundboss das Handwerk legen soll…

Ein neuer Auftrag für den besten Agenten des britischen Geheimdienstes: James Bond wird von MI6-Chef „M“ nach Amerika geschickt, wo er es mit einem besonders furchteinflößenden Schurken zu tun bekommt. Buonaparte Ignace Gallia, von allen nur „Mr. Big“ genannt, hat sich in New York ein weitreichendes Verbrechernetzwerk aufgebaut und regiert so mit seinen kriminellen Geschäften einen großen Teil der Unterwelt in den Vereinigten Staaten. Der auf Haiti aufgewachsene Gangster hat sich vor allem durch seine einschüchternden Voodoo-Künste einen zweifelhaften Ruf erarbeitet und kontrolliert mit der Schwarzen Magie seine Helfer und Gegner gleichermaßen.

James Bond gegen einen Voodoo-Priester in Diensten der Sowjets

Ins Visier der Briten ist Mr. Big geraten, weil er darüber hinaus auch noch als sowjetischer Spion arbeiten soll und in Amerika die Interessen der Geheimorganisation SMERSH vertritt, die 007 schon bei seinem letzten Einsatz das Leben schwer gemacht hat. Da quer über die USA verteilt in den letzten Monaten unzählige Goldmünzen aus einem alten Piratenschatz aufgetaucht sind, hegt der MI6 den Verdacht, dass Mr. Big mithilfe dieser Münzen die sowjetische Spionage in den Staaten finanziert. In einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Briten und Amerikanern soll Bond nun gemeinsam mit seinem alten Freund und CIA-Mann Felix Leiter die Quelle dieses Geldflusses ausfindig machen und dem kriminellen Treiben Mr. Bigs Einhalt gebieten.

Deutlich abgedrehter als der Vorgänger

Ein farbiger Voodoo-Priester in Diensten der Sowjets und ein geheimnisvoller Piratenschatz – schnell wird deutlich, dass es im zweiten Bond-Abenteuer „Leben und sterben lassen“ von Ian Fleming deutlich actionreicher und abgedrehter zur Sache geht als im weitestgehend bodenständigen Glücksspiel-Duell zwischen Briten und Russen im Vorgänger „Casino Royale“. Auch James Bonds neuer Widersacher „Mr. Big“ ist ein ganz anderes Kaliber als der rätselhafte und intelligente „Le Chiffre“: Der „Negerschurke“, wie es in Flemings mittlerweile überholtem Sprachgebrauch heißt, ist nicht nur äußerlich eine furchteinflößende Erscheinung, sondern tritt mit Voodoo-Magie und einem knallharten Regime über sein Verbrechernetzwerk zudem auch noch bedrohlich und skrupellos auf.

Exotischer Schurke, exotische Schauplätze

Ähnlich exotisch wie der neue Bösewicht sind diesmal auch die Story und ihre Schauplätze. Im Vergleich zum ersten Buch bietet sich dem Publikum in dieser Hinsicht deutlich mehr Abwechslung und 007 kämpft sich nun von New York über Florida bis ins abenteuerliche Jamaika, wo auf Bond mit tückischen Riffen und gefräßigen Haien nicht nur menschliche Gefahren lauern. Einen weiteren Farbtupfer setzt zudem Mr. Bigs geheimnisvolle Assistentin „Solitaire“, die den Gangster mit ihren hellseherischen Fähigkeiten unterstützt und auch James Bond mit ihrem attraktiven Äußeren um den Finger wickelt. Leider nutzt Fleming das Potenzial dieser Nebenfigur jedoch nicht wirklich aus, sodass Solitaire über weite Strecken relativ blass bleibt. Freuen dürfen sich Bond-Fans aber über ein ausgiebiges Wiedersehen mit CIA-Agent Felix Leiter, der 007 schon in „Casino Royale“ tatkräftig unterstützt hat und nun erneut in vielen Momenten an dessen Seite steht.

Actionlastiger, aber auch etwas oberflächlicher als „Casino Royale“

Obwohl Ian Fleming seinen zweiten Bond-Roman deutlich actionorientierter und spektakulärer gestaltet hat als den Vorgänger, hat mir „Casino Royale“ im direkten Vergleich letztlich einen Tick besser gefallen. Zum einen fand ich den reservierten und dennoch eiskalten „Le Chiffe“ sehr viel interessanter als den etwas klischeehaften Mr. Big, zum anderen würde ich das raffinierte Psychospiel am Casinotisch auch dem blei- und sprengstoffhaltigen Actionduell auf der Karibikinsel vorziehen. So interessant das neue Setting mit seiner Exotik auch sein mag, mir persönlich waren viele Elemente einfach ein wenig zu abgedreht. Der zweite Romanauftritt von 007 geht dadurch eher in die Richtung der Roger-Moore- oder Pierce-Brosnan-Filme, während „Casino Royale“ einen James Bond zeigte, wie er aktuell von Daniel Craig verkörpert wird: knallhart und unerbittlich. Das ist aber wohl Geschmackssache, denn vermutlich werden auch viele „Leben und sterben lassen“ dem ersten Band vorziehen, weil schlicht und einfach mehr passiert.

Eine Hörbuch-Reihe mit ungewisser Zukunft

Woran es aber auch beim zweiten Hörbuch nichts auszusetzen gibt, ist die wieder einmal sehr beeindruckende Lesung von Oliver Siebeck, der mit seiner kühlen und reduzierten Interpretation einen glaubwürdigen James Bond verkörpert. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch ein wenig Kritik an der Veröffentlichungspolitik von Audible äußern, denn eigentlich wurde im Vorfeld der Reihe vollmundig angekündigt, die gesamten James-Bond-Originalromane in monatlichen Abständen als Hörbuch herauszubringen. Nun ist seit dem fünften Teil „Liebesgrüße aus Moskau“ aber schon eine Weile vergangen und ob die Serie überhaupt fortgesetzt wird, steht derzeit noch in den Sternen. Das finde ich sehr schade und auch ein wenig unverständlich, denn wie die regelmäßigen Reaktionen im Hörbücher-Blog von Audible zeigen, haben die Bond-Titel inzwischen eine große Anhängerschaft, sodass ich nicht nachvollziehen kann, warum die Reihe nun möglicherweise vor dem Aus steht. Hätte ich dies von Anfang an gewusst, hätte ich lieber zu den gedruckten Romanen gegriffen und so am Ende eine vollständige Bond-Sammlung im Regal gehabt. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

Fazit:
Deutlich actionlastigeres und exotischeres Bond-Abenteuer als im Vorgänger, das mit einem geheimnisvollen Schurken und einer abwechslungsreichen Story zu unterhalten weiß (7/10).

Hörbuchcover
Autor: Ian Fleming; Sprecher: Oliver Siebeck; Originaltitel: Live and let die; Spieldauer: 07 Std. 38 Minuten (ungekürzt); Anbieter: Audible GmbH, Deutschland; Veröffentlicht: 2012; Preis: 13,90 €.

Link zum Hörbuch


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