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Edgar Allan Poe gilt auch mehr als 150 Jahre nach seinem Tod noch als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Kriminal- und Horrorliteratur. Einen Auszug seiner Werke bietet der erste Teil der „Erzählungen“-Sammlung aus der Audible-Klassikerreihe.

Wer in letzter Zeit meine Twitter-Einträge verfolgt hat, der wird sicherlich mitbekommen haben, dass ich kürzlich mit großer Begeisterung die US-Serie „The Following“ mit Kevin Bacon geschaut habe. Darin geht es um den verurteilten Serienmörder Joe Carrol, der sich aus dem Gefängnis heraus einen Kult aufgebaut hat und mithilfe seiner Anhänger weiterhin Verbrechen begeht, um damit sein mörderisches Werk zum Abschluss zu bringen. Bei seinen Morden lässt er sich von den Erzählungen des amerikanischen Autors Edgar Allan Poe inspirieren, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit seinen fantastischen und unheimlichen Geschichten für Aufsehen sorgte.

16 Kurzgeschichten in einer Hörbuch-Sammlung

Da ich die zahlreichen Referenzen in der Serie sehr faszinierend fand und ich mit „Die Grube und das Pendel“ vor geraumer Zeit schon eine von Poes Erzählungen gehört habe, wollte ich gerne einmal mehr über dessen Werke erfahren. Glücklicherweise befand sich auf meinem Hörbuch-SUB seit geraumer Zeit der erste Teil der Sammlung „Edgar Allan Poe – Erzählungen“ aus der Audible-Klassikerreihe, den es vor einer Weile mal als Gratis-Download gab. Dieser bietet folgende 16 Kurzgeschichten: Hans Pfaalls Mondfahrt, Mesmerische Enthüllungen, Das Manuskript in der Flasche, Hinab in den Maelström, Von Kempelen und seiner Entdeckung, Der Goldkäfer, Die Tatsachen im Falle Waldemar, Die 1002 Erzählungen des Scheherzade, Der Doppelmord in der Rue Morgue, Das Geheimnis der Marie Rogêt, Der Untergang der Hauses Usher, Der entwendete Brief, Das schwatzende Herz, Die schwarze Katze, Lebendig begraben, Die Feeninsel.

Abenteuer und Science-Fiction in der ersten Hälfte

Gleich mit der ersten Erzählung gab es dann für mich aber eine kleine Überraschung, denn ich hatte mich eigentlich ausschließlich auf Kriminal- und Schauergeschichten eingestellt. Bei „Hans Pfaalls Mondfahrt“ und auch den nächsten sieben Geschichten handelt es sich aber viel eher um fantastische Abenteuergeschichten, die mit klassischen Verbrechen eigentlich gar nichts zu tun haben. So erinnerten mich diese Werke teilweise an die Erzählungen von Jules Verne und wirkten auf mich daher etwas befremdlich – zumal ich den Großteil als sehr langatmig empfand, was wohl auch an den eher philosophischen Themen dieser Geschichten lag. Daher habe ich mich durch die erste Hälfte des Hörbuches fast schon gequält und konnte mit dem Inhalt bis dahin noch so gut wie gar nichts anfangen. Verwirrend fand ich zudem, dass einige Shortstorys sich inhaltlich sehr ähnelten, sodass ich mir nie ganz sicher war ob diese aufeinander aufbauen oder unabhängig voneinander stehen.

Kriminal- und Schauergeschichten in Hälfte zwei

Das änderte sich glücklicherweise mit „Der Doppelmord in der Rue Morgue“, der ersten richtigen Kriminalgeschichte der Sammlung. Hier bot sich mir dann endlich das, was ich von Edgar Allan Poe eigentlich erwartet hatte: raffinierte und teilweise auch etwas unheimliche Schauergeschichten. Zu meiner Freude schlugen dann auch die restlichen Geschichten in diese Kerbe, sodass mir die zweite Hälfte der Compilation letztlich auch deutlich besser als die erste gefallen hat. Zwar konnte mich auch hier nicht jede Erzählung gleichermaßen begeistern, sie waren aber allesamt packender als die fantastischen Werke zu Beginn.

Anspruchsvolles Hörbuch mit gutem Sprecher

Zur Hörbuchversion bleibt noch zu sagen, dass mit Erich Räuker wieder einmal eine sehr passende Wahl für die Rolle des Erzählers getroffen wurde, da dessen Stimme meiner Meinung nach sehr gut zu dieser Art klassischer Geschichten passt – dies hat er ja auch bereits bei der Neuauflage der Sherlock-Holmes-Reihe unter Beweis gestellt. Allerdings eignet sich das Hörbuch eindeutig nicht zum Nebenherhören, da die Geschichten deutlich zu anspruchsvoll sind, um nur mit einem Ohr gehört zu werden. Wenn man dem Hörbuch aber seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, kann man damit jedoch durchaus seine Freude haben. Ob ich mir die weiteren beiden Teile der Edgar-Allan-Poe-Sammlung aber ebenfalls zulegen werde, dessen bin ich mir aufgrund der sehr langatmigen ersten Hälfte noch unschlüssig.

Fazit:
Breit gefächerte und anspruchsvolle Kurzgeschichtensammlung des berühmten Schriftstellers, die mich aber erst mit der zweiten (krimilastigen) Hälfte faszinieren konnte (6/10).

Hörbuchcover
Autor: Edgar Allan Poe; Sprecher: Erich Räuker; Spieldauer: 12 Std. 33 Minuten (ungekürzt); Anbieter: Audible GmbH; Veröffentlicht: 2009; Preis: 4,95 €.

Link zum Hörbuch


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