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In ihrem zweiten gemeinsamen Fall bekommen es Ex-Detective Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs mit dem „Totentänzer“, einem skrupellosen Auftragskiller, zu tun. Besonders für Rhyme wird die Suche nach dem Täter zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, denn er hat mit dem Mann schon seit Jahren eine Rechnung offen…

Bevor Lincoln während einer Tatortuntersuchung einen folgenschweren Unfall erlitt und seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist, hatte sich sein Weg schon einmal mit dem des „Tänzers“ gekreuzt: Rhyme war dem Killer damals dicht auf der Spur, bis dieser ihm schließlich doch entkommen konnte und auf seiner Flucht zwei Polizisten tötete. Noch heute sorgt dieser Misserfolg für Schuldgefühle bei dem genialen Ermittler, denn dieser macht sich selbst für den Tod seiner Kollegen verantwortlich: Hätte er sich damals nicht von dem „Tänzer“ täuschen lassen, hätten die beiden Polizisten nicht ihr Leben lassen müssen. Seitdem ist Lincoln von der Suche nach dem berüchtigten Auftragskiller förmlich besessen und lässt sofort alle anderen Ermittlungen ruhen, als der Auftragsmörder wieder in New York aktiv wird.

Lincoln Rhyme muss eine offene Rechnung mit einem Auftragskiller begleichen

Dieser erregt nämlich durch ein feiges Attentat auf ein kleines Transportflugzeug, bei dem der Pilot der Maschine ums Leben kommt, die Aufmerksamkeit der Polizei. Das New York Police Department glaubt an eine Verstrickung des Totentänzers, der seinen Namen einer Tätowierung auf seinem Arm zu verdanken hat, auf welcher der Tod mit einem Mädchen auf einem Sarg tanzt. Die Ermittler vermuten, dass der reiche Unternehmer Phillip Hansen hinter dem Auftrag zu dem Anschlag steckt, denn der getötete Edward Carney zählte zu den drei Hauptbelastungszeugen, die durch ihre Aussage für eine Verurteilung Hansens wegen Waffenhandels hätten sorgen können. Der Millionär stand schon seit langem im Verdacht, in illegale Geschäfte verstrickt zu sein, allerdings fehlten den Behörden bisher schlagkräftige Beweise. Bei dem Versuch, belastendes Material von einem Flugzeug aus im Ozean zu versenken, wurde Hansen nun aber von besagtem Piloten, dessen Frau und einem weiteren Angestellten von Carneys Frachtunternehmen beobachtet. Für Rhyme steht somit fest, dass die beiden überlebenden Zeugen von nun an in großer Gefahr stecken und der „Tänzer“ alles daran setzen wird, seinen Auftrag abzuschließen.

Der zweite Einsatz für das Ermittlerduo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs

„Letzter Tanz“ ist die Fortsetzung zu Jeffery Deavers „Der Knochenjäger“, in dem der gelähmte Ex-Detective Lincoln Rhyme seinen ersten Einsatz hatte. Wie schon im Vorgänger steht ihm auch bei seinem zweiten Fall wieder die Streifenpolizistin Amelia Sachs zur Seite, die bei Tatortuntersuchungen als seine rechte Hand fungiert und praktisch für Rhyme den Außeneinsatz übernimmt, während dieser von seinem Krankenbett aus die gefundenen Spuren zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammensetzt. Diese Partnerschaft funktioniert auch im zweiten Teil wieder hervorragend und wird von Deaver zusätzlich aufgepeppt, indem er diesmal auch verstärkt auf die romantische Komponente setzt. Als eingefleischter Thrillerfan muss man hier aber keine kitschige Liebesschnulze befürchten, denn dieser Aspekt sorgt im Buch eher für Konfliktpotenzial statt für rosarote Harmonie. Das liegt mitunter auch daran, dass sowohl Lincoln Rhyme als auch Amelia Sachs sehr starke Persönlichkeiten sind, die beide ziemlich stur sein können und dadurch auch das ein oder andere Mal aneinandergeraten.

Spannendes Katz-und-Maus-Spiel zweier genialer Köpfe

Auch der Kriminalfall bringt wieder jede Menge Spannung mit sich, zumal die Jagd nach dem „Tänzer“ für Rhyme auch kein gewöhnlicher Fall ist. Seit den tragischen Vorfällen aus Lincolns aktiver Zeit hat der Ermittler dem Auftragskiller Rache für den Tod seiner Kollegen geschworen und ist daher bei der Spurensuche besonders motiviert, was fast schon an Besessenheit grenzt. Der „Tänzer“ erweist sich dann auch als würdiger Gegner, der Rhyme die gesamte Bandbreite seines Könnens abverlangt. Der Killer mordet scheinbar völlig ohne Emotionen und lässt sich dadurch auch zu keinen Fehlern hinreißen. Jeder Schritt scheint doppelt und dreifach geplant, sodass die Ermittler höllisch aufpassen müssen, in keine der tödlichen Fallen des „Tänzers“ zu tappen.

Viele falsche Fährten und ein gewohnt furioses Finale

Wie es sich für einen Jeffery-Deaver-Roman gehört, treibt auch die Story wieder den Pulsschlag in die Höhe. Gekonnt lockt der Autor seine Leser auf falsche Fährten und hält die Spannung hoch, wenngleich es dennoch hin und wieder einen kleinen Hänger gibt. Zum Finale hin überschlagen sich dann in gewohnter Manier die Ereignisse und es gibt natürlich auch den obligatorischen Storytwist am Schluss, der zwar ein wenig konstruiert wirkt, ohne den mir bei einem Deaver-Thriller aber auch etwas fehlen würde. Erfreulich ist es auch, dass der Autor es schafft, die wahre Identität des Täters bis zum Schluss geheimzuhalten, obwohl man diesem durch den ganzen Roman hindurch immer wieder über die Schulter schauen darf. Lobend hervorzuheben ist natürlich auch die erneut sehr gute Lesung von Dietmar Wunder, die zu einem Lincoln-Rhyme-Krimi einfach dazugehört. Insgesamt ist „Letzter Tanz“ also ein wirklich guter und packender Thriller mit ein paar kleineren Mängeln, über die man aber getrost hinwegsehen kann.

Fazit:
Gelungene Fortsetzung der Lincoln-Rhyme-/Amelia-Sachs-Reihe, die wie der Vorgänger für viel Spannung und Nervenkitzel sorgt und mit akribischer Spurenanalyse und cleveren Täuschungen punkten kann (8/10).

Hörbuchcover
Autor: Jeffery Deaver; Originaltitel: The Coffin Dancer; Sprecher: Dietmar Wunder; Spieldauer: 12 Std. 53 Minuten (ungekürzt); Anbieter: Random House Audio, Deutschland; Veröffentlicht: 2011; Preis: 24,95 €.

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