Hörbuchcover
Autor: Paul Cleave
Sprecher: Martin Kessler
Länge: 12 Std. 19 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Random House Audio, Deutschland
Originaltitel: The laughterhouse
Preis: 24,95 € (9,95 € im Flexi-Abo von Audible.de)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
Es ist Nacht über der Metropole Christchurch, Neuseeland. Caleb Cole verlässt sein Haus, steigt in den Wagen. Er macht sich an die Arbeit – es gibt viel zu tun. Caleb fühlt sich gut – er ist frisch geduscht, kein Blut klebt mehr an seinem Körper. Nun ist es Zeit, das Werk zu vollenden. Es soll eine lange Nacht werden – mit vielen Opfern. Caleb biegt in die Straße zum alten Schlachthaus. Hier wird er seine Gäste versammeln. Behutsam fasst er an sein Messer. Das Spiel beginnt.

Meine Hörbuchbesprechung:
Caleb Cole wurde gerade erst aus dem Gefängnis entlassen – und ist bereits wieder auf dem besten Wege zurück in den Knast. 15 Jahre hat er abgesessen, weil er einen Mann kaltblütig hingerichtet hat – den Mann, der seine Tochter zuvor brutal misshandelt, vergewaltigt und ermordet hat und damit Calebs gesamtes Leben zerstörte. Seine Frau konnte den Tod des Mädchens sowie die blutige Rache ihres Mannes nicht verarbeiten und nahm sich wenig später das Leben. Im Gefängnis hatte Caleb genug Zeit, um sich einen teuflischen Plan zurechtzulegen: Zurück in Freiheit wird er sich an allen rächen, die für das ihm zuteil gewordene Unrecht verantwortlich sind. Seine erste Station führt ihn in ein Altenheim, wo er einen pensionierten Lehrer kaltblütig absticht. Doch wenn Calebs Plan funktioniert, wird der Mord in dieser Nacht bei weitem nicht der einzige bleiben…

Ein gebrochener Mann auf einem kaltblütigen Rachefeldzug

Theodore Tate hält sich währenddessen mit langweiligen Aufträgen als Privatdetektiv über Wasser, die ihn jedoch massiv unterfordern. Früher war Theo einmal Detective bei der Polizei in Christchurch, doch nachdem er vor Jahren unter Alkoholeinfluss einen schweren Autounfall verursachte und dafür ins Gefängnis wanderte, sind die paar kleinen Jobs, die ihm sein Ex-Kollege Carl Schroder hin und wieder zuschustert, in Sachen Ermittlungsarbeit schon das höchste der Gefühle. Das ändert sich aber, als bei der Beerdigungsfeier für einen getöteten Polizisten ein Mord im örtlichen Altenheim gemeldet wird. Da die gesamte Polizeibelegschaft beim Leichenschmaus schon einiges getrunken hat und Tate, der seit dem verheerenden Unfall keinen Alkohol mehr anrührt, somit der einzige Nüchterne ist, darf er Schroder zum Tatort fahren. Dort bietet sich den Detectives und dem Privatermittler ein grausiger Anblick…

Der sechste Christchurch-Thriller des Neuseeländers Paul Cleave

„Das Haus des Todes“ ist der sechste Roman des Neuseeländers Paul Cleave und spielt wie schon die Vorgänger wieder in dessen Heimatstadt Christchurch. Wer sich mit Cleaves Büchern ein wenig auskennt, der trifft gleich zu Beginn auf ein paar alte Bekannte. Der Ex-Cop und Privatschnüffler Theo Tate war u.a. bereits die Hauptfigur im vorangehenden „Der Totensammler“ und Detective Carl Schroder ist in der Regel auch immer auf die ein oder andere Art und Weise in die Geschichten involviert. Wer die anderen Christchurch-Thriller gelesen oder gehört hat, ist hier also klar im Vorteil, schließlich besitzen die Charaktere alle schon eine umfangreiche Vorgeschichte.

Hohe Mordrate sorgt für atemberaubende Anfangsphase

Theo Tate zum Beispiel durfte bereits in der Vergangenheit schon für Carl Schroder inoffiziell an Ermittlungen teilnehmen und sieht durch den neuerlichen Mord die große Chance gekommen, endlich wieder in den Polizeidienst treten zu können. Viel Zeit, um über diese Möglichkeit nachzudenken, hat Tate jedoch nicht, schließlich hält ein offenbar wahnsinniger Killer die Polizei in der besagten Nacht in Atem. Der Mord im Altenheim ist nämlich nur der Anfang und die Detectives können gar nicht so schnell die Spuren sichern und Zeugen befragen, wie Caleb Cole seine Opfer umbringt. Auf den pensionierten Lehrer folgt ein ehemaliger Richter und eine Anwältin, die seit Jahren im Koma liegt. Schroder und Tate stehen vor einem Rätsel, denn es gibt keine Hinweise darauf, wie diese Morde zusammenhängen könnten. Daran, dass alle Opfer vom gleichen Täter umgebracht wurden, gibt es aber keine Zweifel, schließlich hinterlässt dieser auf der Stirn der Toten geheimnisvolle Nachrichten.

Mitgefühl mit einem skrupellosen Mörder

Der Hörer hat hier gegenüber den Ermittlern einen kleinen Vorteil, denn er kennt die Identität des Killers von Anfang an: Caleb Cole, frisch aus dem Gefängnis entlassen und nun offenbar in einem beispiellosen Blutrausch. Allerdings ist auch hier unklar, was Caleb zu seinen Taten treibt, denn bis Paul Cleave die ersten Hinweise fallen lässt, haben bereits drei Menschen das Zeitliche gesegnet. Man kann sich also vorstellen, dass der Autor zu Beginn von „Das Haus des Todes“ ein enorm hohes Tempo an den Tag legt, beim dem kaum Zeit zum Luftholen oder Nachdenken bleibt. Nach dieser brutalen Anfangsphase nimmt sich Cleave dann aber etwas mehr Zeit für die Hintergründe und gibt dem Hörer tiefergehende Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten. Man erfährt, was hinter Calebs Gewalttaten steckt und sieht dadurch auf einmal mehr als nur einen kaltblütigen Killer. Es geht sogar noch einen Schritt weiter, denn je mehr man über dessen tragische Familiengeschichte weiß, desto größer wird die Sympathie gegenüber dem Mörder.

Knüppelharter, dreckiger und zynischer Thriller

Fans von Paul Cleave müssen aber nicht befürchten, dass „Das Haus des Todes“ zum herzergreifenden Drama wird, dafür sind die Geschehnisse in Christchurch einfach zu schockierend und abstoßend. Auch der neue Roman des Neuseeländers ist nämlich wieder ein knüppelharter und dreckiger Thriller, der einen kaum noch an das Gute im Menschen glauben lässt. So wie der Autor seine Heimatstadt beschreibt, ist Christchurch definitiv kein Ort, an dem man unbedingt leben möchte – auch wenn man an stadtspezifischen Fakten selbst kaum etwas erfährt, denn als Schauplatz ist der Küstenort eigentlich beliebig austauschbar. Doch alleine die Gestalten, die dort ihr Unwesen treiben, erzeugen bereits ein beunruhigendes und sehr düsteres Bild. So ist auch Cleaves sechstes Buch wieder gewalttätig, verstört diesmal aber besonders durch die seelische Grausamkeit: Wenn ein dreifacher Familienvater von Caleb Cole plötzlich gezwungen wird, zu entscheiden, welches seiner Kind getötet werden soll, dann ist das schon ziemlich harter Tobak.

Sehr gute Verknüpfung mit den früheren Büchern

„Das Haus des Todes“ bietet aber nicht nur rohe Gewalt, sondern auch eine packende und hochspannende Geschichte ohne größere Durststrecken. Das Tempo bleibt über die gesamte Dauer sehr hoch und auch das Finale ist an Dramatik kaum zu überbieten. Auch die Charaktere wissen durchweg zu überzeugen, besonders als Kenner der Vorgänger freut man sich über das Wiedersehen mit Theo Tate und Carl Schroder. Außerdem faszinieren erneut die vielen Anspielungen auf die früheren Bücher: So wird beispielsweise zwischendurch die flüchtige Serienkillerin Melissa X angesprochen, die den Leser seit Beginn der Christchurch-Reihe begleitet, doch auch Figuren wie Edward Hunter oder der „Schlächter von Christchurch“ tauchen hin und wieder am Rande der Geschichte auf. Diese Verstrickungen zwischen den einzelnen Büchern sind immer wieder beeindruckend und dürften bei Fans für Entzückung sorgen.

Der Sprecher:
Paul Cleaves Christchurch-Thriller sind düster, kompromisslos und zynisch – welcher Sprecher passt dazu besser als Martin Keßler, die deutsche Synchronstimme von Nicolas Cage und Vin Diesel? Glücklicherweise hat Random House Audio Deutschland beim neuen Buch auch wieder auf Keßler zurückgegriffen, anders als noch beim vorangehenden „Der Totensammler“, als dieser plötzlich gegen Martin Bross ausgetauscht wurde. Bross machte seinen Job zwar trotz anfänglicher Skepsis meinerseits nicht schlecht, doch bei Paul Cleave muss es bei mir einfach Martin Keßler sein, denn selten passt dessen rauhe und ultracoole Stimme besser zur Geschichte als bei den Romanen des Neuseeländers. Keßler ist zwar nicht der vielseitigste unter den deutschen Hörbuchsprechern und die Charaktere klingen in der Regel alle recht ähnlich, doch das macht in diesem Fall überhaupt nichts. Dafür greift er das Erzähltempo perfekt auf und passt wunderbar zu den gebrochenen Charakteren.

Schlussfazit:
Paul Cleave kann offenbar gar keine schlechten Bücher schreiben, denn auch „Das Haus des Todes“ ist wieder einmal ein mitreißender Thriller, der inhaltlich und qualitativ nahtlos an die Vorgänger anschließt. Die Story ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute und verstört durch die physische und seelische Brutalität, die häufig an die Grenze des Erträglichen geht. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet, besonders was die beiden Protagonisten Theo Tate und Caleb Cole betrifft. Trotz der gewalttätigen Verbrechen ist man nämlich dank der differenzierten Darstellung des Mörders in der Lage, Sympathie und Mitgefühl mit ihm zu empfinden.

Spannende und mitreißende Fortführung der Christchurch-Reihe

Wem die anderen Büchern von Paul Cleave gefallen haben, der wird auch mit dessem neuesten Werk wieder voll auf seine Kosten kommen. Die Geschichte eignet sich zwar auch für Neueinsteiger, wenn man sie jedoch in der gesamten Komplexität erfahren möchte, sollte man sich vorher aber unbedingt die Vorgänger zu Gemüte führen – dadurch erhält der Thriller nämlich einen erheblichen Mehrwert. Und weil diesmal auch wieder Martin Keßler als Sprecher mit an Bord ist, gibt es eigentlich keinen Grund, warum man sich als Thrillerfan „Das Haus des Todes“ entgehen lassen sollte.

Meine Wertung: 9/10

Informationen:
„Das Haus des Todes“ von Paul Cleave hat eine Spieldauer von 12 Std. und 19 Min. und ist ungekürzt für 24,95 € bei audible.de erhältlich. Im Flexi-Abo kostet der Titel wie gewohnt nur 9,95 €. Weitere Informationen gibt es auf der Detail-Seite bei Audible.


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