Autor: Douglas Preston, Lincoln Child
Sprecher: Detlef Bierstedt
Länge: 16 Std. 30 Min. (ungekürzt)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
Special Agent Pendergast kehrt auf den Stammsitz seiner Familie zurück. Hier erwarten ihn viele sorgsam verdrängte Erinnerungen – auch die an seine Frau, die vor zwölf Jahren bei einem schrecklichen Unfall umgekommen ist. Doch nun findet Pendergast Hinweise, dass Helen in Wahrheit das Opfer eines heimtückischen Mordes wurde. Gemeinsam mit seinem besten Freund D’Agosta beginnt er zu ermitteln und muss bald erkennen, dass Helen ein Doppelleben geführt hat. Aber warum musste Helen sterben? Und was hat dies alles mit einem Künstler aus dem 19. Jahrhundert zu tun, von dem sie geradezu besessen war, einem Genie, das unter einer rätselhaften Fieberkrankheit litt? Nur eins steht fest: Helen hat ein Geheimnis mit ins Grab genommen – und es gibt immer noch jemanden, der bereit ist, dafür über Leichen zu gehen…

Meine Hörbuchbesprechung:
FBI Special Agent Aloysius Pendergast ist mit seiner Frau Helen auf Safari in Afrika und will eigentlich nichts anderes, als mit ihr einen unvergesslichen Abenteuerurlaub zu genießen. Als sich in der Nähe der Lodge aber merkwürdige Todesfälle häufen, wird der Agent hellhörig. Immer wieder werden angeblich Menschen von einem gefährlichen Löwen mit feuerroter Mähne angegriffen und getötet. Da die Pendergasts über eine entsprechende Jagdlizenz verfügen, werden sie von den Verantwortlichen gebeten, bei der Suche nach dem Tier zu helfen und dieses schnellstmöglich zu erlegen. Den beiden gelingt es dann auch tatsächlich, den Löwen ausfindig zu machen, doch die Jagd endet in einer Katastrophe. Bei der Konfrontation mit dem „Menschenfresser“ wird ihr Trupp angegriffen, der Special Agent verletzt und Helen vom Tier verschleppt. Als Aloysius nach der Attacke wieder das Bewusstsein erlangt, kann er seine geliebte Frau nur noch tot und zerfleischt in den Fängen des Löwen finden…

Special Agent Pendergast will nach 12 Jahren den Tod seiner Frau aufklären

Zwölf Jahre später ist der Agent auf einem seiner seltenen Ausflüge zum Stammsitz der Pendergasts, um durch den testamentarisch verlangten Pflichtbesuch sein Anrecht auf das Familienvermögen zu wahren. In dem Anwesen traut sich Aloysius das erste Mal nach dem Tod Helens, die Sachen seiner verstorbenen Frau anzuschauen, darunter auch das Jagdgewehr, das sie an diesem verhängnisvollen Tag in Afrika bei sich gehabt hat. Bei einer genaueren Untersuchung stellt der Agent fest, dass sich im Lauf der Waffe nur Platzpatronen befinden. Da das Gewehr seit zwölf Jahren aber nicht angerührt wurde, müssen sich diese auch während der Jagd auf den Löwen dort befunden haben – folglich war Helen dem Angriff des Tieres schutzlos ausgeliefert. Für Pendergast ist die Sache klar: Jemand hat die Waffe seiner Frau manipuliert und dadurch ihren Tod herbeigeführt – und er wird nicht eher ruhen, bis er Helens Mörder gefunden und ihn seiner gerechten Strafe zugeführt hat…

Band 10 der erfolgreichen Pendergast-Reihe von Douglas Preston und Lincoln Child

„Fever. Schatten der Vergangenheit“ ist bereits der zehnte Teil der erfolgreichen Mystery-Thriller-Serie um den etwas eigenen, aber sehr charismatischen FBI-Agenten Aloysius Pendergast aus der Feder der beiden Autoren Douglas Preston und Lincoln Child. Nach den beiden letzten Bänden „Darkness“ und „Cult“, die jeweils eine eigenständige Geschichte boten, ist „Fever“ nun der Auftakt zu einer weiteren Trilogie innerhalb der Reihe, wie es schon bei den Büchern 5-7 – der sogenannten „Diogenes“-Trilogie – der Fall war. Im Fokus steht diesmal nicht Pendergasts diabolischer Bruder, sondern seine Frau Helen. Wer nun auf ein paar reizvolle Szenen aus dem Eheleben der Pendergasts hofft oder gar die romantische Seite des emotional immer recht kühlen Agenten kennenlernen will, der wird jedoch früh enttäuscht. Frau Pendergast darf nämlich nur im Prolog mitspielen und stirbt dann sehr früh einen eher unangenehmen Tod.

Stimmungsvoller und hochdramatischer Auftakt

Die Autoren springen hierbei zwölf Jahre in die Vergangenheit, als das Leben des Kult-Ermittlers noch in Ordnung war und verlegen den Auftakt ins abenteuerliche Afrika, wo die Pendergasts eigentlich auf Safari gehen wollten. Als sie von dem menschenfressenden Löwen erfahren, lassen sich die beiden furchtlosen Draufgänger aber natürlich nicht lange bitten und schließen sich der Jagd an – mit oben erwähnten tragischen Folgen. Diese ersten Kapitel zählen in meinen Augen zu den Höhepunkten der gesamten Reihe und reißen den Hörer förmlich in die Geschichte hinein. Preston und Child schildern die Ereignisse so gelungen, dass man die afrikanische Sonne praktisch auf dem eigenen Leib spüren kann und Seite an Seite mit den Pendergasts durchs hohe Gras der Savanne streift. Als Aufhänger dient dabei die Geschichte mit dem geheimnisvollen Killer-Löwen, der den gewohnt mysteriösen Touch in die Story bringt. Zusätzlichen Nervenkitzel liefert dann noch das dramatische (und auch sehr blutige) Aufeinandertreffen mit dem wilden Tier. Es ist fast schon schade, dass die Handlung dann wieder in die Gegenwart springt, denn dieses exotische Setting des Auftakts ist selbst für einen Pendergast-Thriller, in denen man schon die verschneiten Berge Nepals oder ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff als Schauplatz erlebt hat, wirklich noch einmal etwas ungewöhnliches.

Spannende Story, allerdings fehlt dieses Mal der gewohnte Mystery-Einschlag

Nach dem Prolog kommt der Special Agent dann derart einfach zur Erkenntnis, dass seine Frau ermordet wurde, dass man sich als Hörer fragt, warum er nicht schon mal eher auf die Idee gekommen ist, das Jagdgewehr zu untersuchen. Gerade wenn man die fast schon übermenschlichen Ermittlerfähigkeiten des Aloysius Pendergast aus den Vorgängern zur Genüge kennt, überrascht doch diese etwas unglaubwürdige Schilderung. Das kann man als Ausrutscher aber verzeihen, denn irgendwie muss die Story ja auch anfangen. Jedenfalls verliert Pendergast danach keine Zeit, überzeugt seinen kongenialen Partner Vincent D’Agosta von der New Yorker Polizei, sich freistellen zu lassen und reist gemeinsam mit ihm nach Afrika, um dem Tod seiner Frau auf die Spur zu gehen. Die anschließende Suche führt das Duo erst über den Schwarzen Kontinent und dann quer durch die Vereinigten Staaten, immer von einem kleinen Hinweis zum nächsten. Allerdings fehlt der Story nach dem tollen Prolog irgendwie ein wenig das Besondere. Die Pendergast-Bücher zeichnen sich in der Regel immer auch durch ihre spektakulären und übernatürlich scheinenden Fälle aus, doch die Geschichte von „Fever“ ist mir fast schon zu realistisch. Es fehlt eindeutig dieses Mysteriöse und Geheimnisvolle, das man von der Reihe kennt. Stattdessen jagt Pendergast verschwundenen Bildern und ominösen Papageien hinterher – das ist fast schon ein wenig unter der Würde des Special Agents. Nichtsdestotrotz ist die Schnitzeljagd aber gewohnt spannend und temporeich erzählt. Dass manche Wendung etwas unrealistisch daherkommt, versteht sich fast schon selbst, zählt aber ebenfalls zum Markenzeichen der Serie.

Für den bisher persönlichsten Fall zu unterkühlte Hauptfigur

Nebem dem fehlenden mysteriösen Touch gibt es in meinen Augen vor allem noch einen weiteren größeren Kritikpunkt: Ohne Frage ist die Aufklärung des Todes seiner Frau der bisher persönlichste Fall von Aloysius Pendergast – davon merkt man aber leider nicht allzu viel. Zwar zeigt sich der Agent zu Beginn geschockt über seine Entdeckung, dass Helen gezielt ermordet wurde und gerät dann auch in blinde Wut und Entschlossenheit, diese Emotionen kühlen aber dann auch wieder recht schnell ab. Das ist schade, denn bei diesem Buch hätten die Autoren die Möglichkeit gehabt, auch einmal die menschliche und verletzliche Seite Pendergasts zu zeigen. Stattdessen bleibt er aber der gewohnt kühle, fast schon arrogante Special Agent, der in jeder noch so ausweglosen Situation eine Lösung parat hat. Hier müssen Preston und Child aufpassen, dass sich dies nicht langsam abnutzt und man die Lust an dieser eigentlich doch so großartigen Figur verliert.

Der Sprecher:
Auch beim zehnten Pendergast-Hörbuch gibt es keine Überraschung auf der Sprecherposition. Wieder wurde der Titel von Detlef Bierstedt eingelesen, der deutschen Synchronstimme von George Clooney. Routiniert meistert Bierstedt auch diesen Fall und verpasst vor allem der Hauptfigur die gewohnte süffisante Note. Die Pendergast-Reihe ist neben den Harlan-Coben-Büchern einfach das Steckenpferd dieses Sprechers und so gibt es auch bei diesem Teil keinen wirklichen Anlass zur Kritik.

Schlussfazit:
„Fever. Schatten der Vergangenheit“ sollte Aloysius Pendergasts persönlichster Fall werden. In dieser Hinsicht sind die Autoren vorerst gescheitert, denn das Buch gewährt kaum Einblicke in das Seelenleben des unfehlbaren Special Agents. Allerdings ist der Fall mit diesem Buch aber auch noch nicht abgeschlossen, denn es folgen wie erwähnt noch zwei weitere Fälle der Helen-Trilogie. Vielleicht haben sich Douglas Preston und Lincoln Child dies auch nur für später aufgehoben. Allerdings ist mir außerdem die Story für einen Pendergast-Thriller einfach ein wenig zu bodenständig. Ich erwarte von diesen Büchern keine realistischen Krimis, sondern packende und spannende Unterhaltung, rätselhafte Geheimnisse und eine Portion Horror, die beim Hören für wohlige Schauer sorgt. Spannung ist auch bei „Fever“ definitiv wieder genug vorhanden, aber ich habe dieses gewisse mysteriöse Etwas vermisst, das bei den Büchern sonst vorhanden ist.

Gewohnt spannende Thrillerkost, deren Konzept sich aber langsam etwas abnutzt

Als eingefleischter Fan der Reihe habe ich aber natürlich auch dieses Mal wieder mit Pendergast und D’Agosta mitgefiebert und werde dies auch in Zukunft mit Begeisterung tun, allerdings habe ich ein wenig Angst, dass den Autoren langsam etwas die Ideen ausgehen und sich das Erfolgskonzept abnutzt. Das klingt aber jetzt alles schlimmer als es ist: „Fever. Schatten der Vergangenheit“ ist nach wie vor gute, wenngleich relativ anspruchslose Thriller-Unterhaltung mit tollen Figuren und jeder Menge Tempo. Für Fans des eleganten Agenten ist das Hörbuch eh wieder ein Pflichtkauf, aber auch für Neulinge dürfte dieser Trilogie-Auftakt gut geeignet sein, da eigentlich keine größeren Vorkenntnisse verlangt werden. Insgesamt ist aber noch deutlich Luft nach oben, daher fällt die Wertung noch ein wenig verhalten aus.

Meine Wertung: 7/10

Informationen:
Das Hörbuch hat eine Länge von 16 Stunden und 30 Minuten und ist ungekürzt für 27,95 Euro bei audible.de erhältlich. Abonnenten mit Flexi-Abo bezahlen wie immer nur 9,95 Euro. Weitere Infos auf der Detail-Seite bei audible.de.


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