Label: Dreamland Productions
Autor: A.F. Morland
Sprecher: Christian Rode, Henry König, Miriam Seibert, Konrad Halver, Joschi Hajek etc.
Länge: 01 Std. 15 Min. (ungekürzt)

Inhaltsbeschreibung von audible.de:
Bernhard Todd heißt der Topautor Englands. Sein neuestes Werk „Der Freak von Soho“ ist seit Wochen an der Spitzenposition der Bestseller-Charts. Sein Buch ist so spannend und lebendig geschrieben, als wäre es wirklich geschehen. Und urplötzlich wird aus Fiktion schreckliche Wirklichkeit und Bernhard Todd muss feststellen, dass die Figuren, die er bisher für erfunden hielt, wirklich existieren und er weiß, wer als nächstes zu Tode kommt. Ein Kampf gegen die Zeit entbrennt und niemand will ihm glauben…

Meine Hörspielbesprechung:
Als eine junge Frau abends zurück in ihre Wohnung kommt, lauert ihr dort ein grausam entstellter kleiner Mann auf. Der Eindringling greift sein Opfer an und treibt die verängstigte Frau gnadenlos durchs Haus. In ihrer Panik sieht sie schließlich keine andere Möglichkeit mehr, als vom Dach des Hauses in die Tiefe zu springen. Nachdem die Leiche der Frau gefunden wird, nimmt Inspector Elia Brooks die Ermittlungen auf…

Mysteriöse Todesfälle junger Frauen nach der Vorlage eines Bestsellers

Unterdessen genießt der Schriftsteller Bernhard Todd den Erfolg seines neuen Buches. Sein Werk „Der Freak von Soho“ belegt seit Wochen den ersten Platz in den Bestsellerlisten und hat den Autor auf einen Schlag im ganzen Land berühmt gemacht. Die Leser und Kritiker feiern ihn für seine spannende Geschichte, die vor allem durch ihre realistische Erzählung besticht. Als Todd jedoch in den Nachrichten vom Tod einer jungen Frau erfährt, ist er entsetzt: Das Opfer hieß genauso wie eine seiner Romanfiguren und ist auf exakt die gleiche Weise gestorben wie er es sich in seiner Handlung ausgedacht hat…

Vorhersehbare aber spannend erzählte Geschichte mit zuweilen unfreiwilliger Komik

„Der Freak von Soho“ aus dem Hause Dreamland Productions ist der vierte Teil der sogenannten „Dreamland Grusel“-Reihe, bietet aber eine in sich abgeschlossene Geschichte. Diese ist auch recht spannend erzählt, wenngleich die Thematik „Täter mordet nach Romanvorlage“ nicht wirklich neu ist. Die Handlung wechselt in regelmäßigen Abständen zwischen Mordszenen, den Ermittlungen von Inspector Brooks und den Nachforschungen des Schriftstellers, der das Muster hinter den Todesfällen als erster erkennt und weitere Opfer verhindern will. Zwar ist die Story ein wenig vorhersehbar und überraschungsarm, weiß aber durchaus zu unterhalten. Lediglich zum Ende hin wird es etwas abgedreht, das dürfte aber wohl Geschmackssache sein. Leider sind manche Dialoge ziemlich flach und unrealistisch – wenn z.B. eine junge Frau von einem Psychopathen angegriffen wird, der ihr klar ankündigt, sie töten zu wollen, und die Frau dann seelenruhig anfängt zu diskutieren, so wirkt das schon unfreiwillig komisch.

Sprecher und Geräuschuntermalung:
Die Sprecher von „Der Freak von Soho“ waren mir größtenteils unbekannt, machen aber insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Gut gefallen haben mir Christian Rode als Erzähler sowie vor allem Joschi Hajek als wunderbar beängstigender Freak mit kreischender und diabolischer Stimme. Auch die anderen Sprecher mache ihre Sache ganz passabel, wirken aber in einigen Rollen fehlbesetzt. So klingt die Stimme des erfahrenen und schon etwas älteren Inspectors viel zu jung und ist nicht die einzige Figur, deren Stimme nicht wirklich zum Charakter passt. Das gilt z.B. auch für den kleinen Gastauftritt von Bernhard Hoëcker.

Passable Sprecher und schwache Soundkulisse

Negativ aufgefallen sind mir zudem die Musik wie auch die Geräuschkulisse. Viele Soundeffekte wirken einfach unprofessionell und klingen alles andere als realistisch. Eine atemlose Frau auf der Flucht hört sich an als hätte sie gelangweilt Sex und das Geräusch der Pistolenschüsse ist einfach nur lächerlich. Die Musik an sich ist eigentlich gar nicht so schlecht und erinnert ein wenig an alte Edgar Wallace-Filme, wiederholt sich aber ständig und wirkt in einigen Situationen ebenfalls deplatziert. Fürchterlich fand ich auch den wirren Einstieg in das Hörspiel. Ich dachte erst es handelt sich beim Vorspann um eine kleine Vorschau auf die kommende Handlung, doch nach dem dritten vermeintlichen Anfang stellte sich das Ganze dann als Trailershow für die „Dreamland Grusel-Reihe“ heraus – viel zu lang und einfach nur nervig. Ganz nett fand ich allerdings das kleine Interview am Ende des Hörspiels mit einem Mitarbeiter der Produktion.

Schlussfazit:
„Der Freak von Soho“ ist ein passables Hörspiel mit zwar uninspirierter aber spannend erzählter Geschichte, welche jedoch oft unfreiwillig komisch statt gruselig wirkte. Dafür überzeugen die Szenen mit dem „Freak“, was vor allem am tollen Sprecher dieser Rolle liegt. Auch der weitere Cast macht einen ordentlichen Job wenngleich manche Figuren nicht optimal besetzt sind.

Hörspiel-Trash mit befriedigender Story aber handwerklichen Schwächen

Großer Schwachpunkt ist in meinen Augen die Geräuschkulisse, die über weite Strecken alles andere als realistisch klingt und den trashigen Eindruck des Hörspiels nur noch verstärkt. Als Gratis-Download fand ich „Der Freak von Soho“ absolut in Ordnung, ob man aber den Normalpreis von ca. 5-7 Euro dafür bezahlen möchte, muss jeder selbst entscheiden.

Meine Wertung: 6/10

Informationen:
„Der Freak von Soho (Dreamland Grusel 4)“ ist bei Dreamland Productions erschienen und ist für ca. 5-7 Euro als Download bei den gängigen Anbietern erhältlich (z.B. hier bei Audible.de). Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von Dreamland Productions.


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