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Ein junger Filmstar und eine Diebin fliehen gemeinsam vor fanatischen Fans, aufdringlichen Paparazzi und teuflischen Dämonen.

Parker Cale gilt als Hollywoods größter Jungstar und hat sich mit seiner Rolle als Magier Phoenix in den ungemein erfolgreichen „Glamour“-Filmen eine riesige Fangemeinde erarbeitet. Ash hingegen ist das genaue Gegenteil: Sie hat weder ein Zuhause noch eine Familie oder Freunde und schlägt sich mit ihrem Job als Zimmermädchen in einem Londoner Hotel durchs Leben, den sie aber zu einem lukrativen kleinen Nebenverdienst nutzt. Denn während die prominenten Hotelgäste sich auf Partys oder Presseterminen in ihrem Erfolg sonnen, nutzt Ash deren Abwesenheit aus, um die Stars um ihre Wertgegenstände zu erleichtern. Als sie genau dies aber in Parkers Zimmer versucht, wird sie plötzlich von dem Teenieschwarm überrascht und sieht sich schon mit einem Bein im Gefängnis – doch Ash hat Glück: Parker hat nämlich von dem Rummel um seine Person die Nase gestrichen voll und bittet die Diebin lediglich darum, ihn unbemerkt von Presse und Fans aus dem Hotel herauszuschaffen. Natürlich geht Ash auf das Angebot ein, doch sie hat keine Ahnung, dass sie sich damit auf ein äußerst gefährliches Abenteuer einlässt…

Mein kleines Kai-Meyer-Experiment

Kai Meyer gilt nicht nur als vielleicht bester deutscher Fantasy-Autor, sondern ist bei seinen Lesern zudem auch noch äußerst populär. So findet sich auch in der Bloggerwelt kaum jemand, der noch keines seiner Bücher gelesen hat und den Neuerscheinung des Autors wird meist ungeduldig und im großen Stil entgegengefiebert. Nun bin ich nicht unbedingt der große Fantasy-Fan, war dann aufgrund des ungemeinen Hypes aber letztlich doch neugierig auf Meyers Bücher. Somit schien „Asche und Phönix“ für mich die perfekte Gelegenheit, um mal in die Werke des Autors hineinzuschnuppern, zumal dieses im Gegensatz zu Meyers zahlreichen Buchreihen eine eigenständige Geschichte bietet und die Inhaltsbeschreibung vergleichsweise bodenständig und gar nicht mal so Fantasy-lastig klang.

Die Schattenseiten des Filmstar-Daseins

Bei der Vorstellung der männlichen Hauptfigur musste ich dann schon ein wenig schmunzeln, schließlich erfüllt Parker Cale auf den ersten Blick wirklich jedes Klischee eines Hollywood-Teenieschwarms: jung, gutaussehend, Darsteller einer 08/15-Filmreihe mit dem wenig verheißungsvollen Namen „Glamour“, verfolgt von Unmengen kreischender Fans und lästiger Fotografen. Das entsprechende Pendant in der Realität kann sich jeder selbst aussuchen, bei mir persönlich musste Parker direkt mal den Stempel „Robert-Pattinson-Verschnitt“ über sich ergehen lassen. Hinter der Hochglanz-Fassade steckt dann aber doch mehr, als man zunächst vermutet, denn obwohl der Filmstar die Aufmerksamkeit braucht, so macht diese ihn jedoch auch immer mehr kaputt, sodass er den Ausweg, den das Zimmermädchen/die Diebin Ash ihm bietet, sogleich erkennt und wahrnimmt. Mit dieser hingegen wurde ich deutlich schneller warm, denn mit der rebellischen Außenseiterin fällt das Solidarisieren relativ leicht, zumal diese mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber den oberflächlichen Hollywood-Glamour und seine gehypten Stars zusätzliche Pluspunkte sammelt.

Romantik, Spannung und fast schon zu viel Action

Natürlich muss man bei dieser Figurenkonstellation nicht allzu lange auf die obligatorische Romanze warten – diese fällt zwar nicht gerade originell aus, fällt aber glücklicherweise auch nicht durch übermäßigen Herzschmerz-Schmalz auf. Außerdem liefert das Buch abgesehen davon auch genug Action, welche die Spannung fast während der gesamten Dauer des Romans relativ hoch hält. Kai Meyer schickt sein ungleiches Duo auf einer kleinen und aufregenden Europareise bis an die Côte d’Azur – immer auf der Flucht vor menschlichen und übernatürlichen Verfolgern, die es aus unterschiedlichen Gründen vor allem auf Parker abgesehen haben. Das Erzähltempo bleibt konstant hoch, ein Showdown jagt den nächsten und gerade der gelungene Mix aus realistischen und fantastischen Elementen macht das Buch zu einem kurzweiligen Abenteuer, bei dem es zuweilen auch überraschend deftig zur Sache geht. Manchmal war es mir sogar fast schon ein wenig zu viel Action, sodass die Erzählung der Geschichte bei all den Kampfszenen manchmal etwas auf der Strecke blieb.

 

Unterhaltsamer Fantasyroman

Ich werde zwar auch durch diesen Roman nicht plötzlich zum große Fantasy-Fan und somit werden wohl auch nicht allzu viele weitere Kai-Meyer-Bücher den Weg in mein Regal finden, aber ich habe mich von „Asche und Phönix“durchweg gut unterhalten gefühlt und bin weit davon entfernt, von diesem Buch enttäuscht zu sein. Auch Sascha Rotermund macht bei der Hörbuchfassung einen guten Job und haucht der Geschichte und den Charakteren durch seine Lesung viel Leben ein.

Fazit:
Rasanter und actionreicher Jugendroman, der gekonnt realistische und fantastische Elemente kombiniert (7/10).

Asche & Phönix
Autor: Kai Meyer; Sprecher: Sascha Rotermund; Spieldauer: 10 Std. 58 Minuten (ungekürzt); Anbieter: HörbucHHamburg HHV GmbH; Veröffentlicht: 29. November 2012; Preis: 17,95 €.

Link zum Hörbuch


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7 Antworten zu diesem Beitrag

  • Schön, dass dir Kai Meyer gefallen hat – auch wenn das nicht dein Genre ist, gerade deswegen finde ich es auch toll, dass du dich trotzdem herangetraut hast. Asche und Phönix muss ich noch lesen, aber ich habe in meiner Kindheit ganz viel von Kai Meyer gelesen, das steht auch noch alles in meinen Regalen :-D. Er ist wirklich ein toller Autor!

    • Der scheint ja auch generell sehr gut bei seinen Lesern anzukommen, der ist ja auch bei Buchmessen immer total gefragt 😀

      Wenn ich mal Fantasy lese dann muss das bei mir eigentlich immer schon ein wenig „erwachsener“ wie bei Got oder HdR sein, aber zur Abwechslung war das mal ganz nett 😉

      • Na ja, das ist ja auch eine andere Art von Fantasy – bei Kai Meyer ist es ja meistens Urban Fantasy und GoT und HdR sind ja High Fantasy, so wie Eragon z.B. Ich mag generell Urban Fantasy mehr, daher sagt mir Kai Meyer sehr zu :-D.

        • Ach, Eragon, da hab ich vor Jahren auch mal die ersten beiden Bücher gelesen, fand ich aber nicht soooo toll 😀

          • Wurde auch immer schlechter ^^. Der vierte war im Prinzip eine Abfolge aus Kampftraining, Kampftraining, Arya-Hinterherlaufen, Kampftraining und Kämpfen. Ich hoffe, Paolini schreibt nicht noch weiter xD.

  • Auch wenn Kai Meyer nicht Dein Lieblingsautor wird und Fantasy nicht Dein Ding ist, mir hat Deine Hörbuchbesprechung richtig Lust auf „Phoenix und Asche“ gemacht. Ich schätze Kai Meyer allerdings schon :-). Dieses Hörbuch kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste. Danke dafür :-).

    • Freut mich wenn ich dich für das Hörbuch begeistern konnte.

      Wenn du die Sachen von Kai Meyer eh grundsätzlich magst, wirst du bestimmt nicht enttäuscht werden 😉