Autor:
 Robert Naumann
Umfang: 256 Seiten
Verlag: rororo
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2011

Inhalt:
Von einem sympathischen Schmarotzer und den Absurditäten im Umgang mit der Agentur für Arbeit. «Die kleine Meise hackte wie wild auf dem Meisenknödel herum. ‹Warum fliegt sie nicht in den Süden?›, fragte ich mich und fand gleich die Antwort: Warum sollte sie die soziale Hängematte – Millionen von Meisenknödeln, aufgehangen von tierliebenden Mitbürgern – verlassen, wenn sie es sich darin bequem machen konnte?» – Heizungsrohreverbieger oder Hüpfburgbeaufsichtiger – Robert Naumann nimmt jeden Job, den ihm das Arbeitsamt bietet. Eine feste Stelle hat er so zwar noch nicht gefunden, aber jede Menge kuriose Erfahrungen gesammelt. Selbstironisch böse erzählt er aus dem Leben eines Langzeitarbeitslosen.

Mein vorablesen.de-Leseeindruck:
Im Zentrum von „Ich hartz dann mal ab“ von Robert Naumann steht der typische, vor Klischees nur so triefende Langzeitarbeitslose Herr Naumann (ich vermute daher mal das Buch ist zum Teil auch eine Art Auto-Biographie), der seit 10 Jahren nichts besseres zu tun hat als zuhause rumzulungern und von der Fensterbank auf Passanten zu spucken. Zweimal im Jahr muss dann der Pflicht-Besuch beim Arbeitsamt hinter sich gebracht werden, dann hat man Gott sei Dank wieder seine Ruhe.

Doch, oh Schreck, jetzt kommt ja plötzlich dieser böse Peter Hartz mit seinen Reformen und Herr Naumann lebt auf einmal in einer „Bedarfsgemeinschaft“. Jetzt ist es ja noch weniger erstrebenswert, einer geregelten Arbeit nachzugehen, da man den Lohn ja nun mit dem (natürlich ebenfalls arbeitslosen) Ehepartner teilen muss und dessen staatliche Unterstützung dann zwangsläufig gekürzt würde. Außerdem heißt das Arbeitsamt mittlerweile Agentur für Arbeit, sodass man ja behaupten kann, man arbeite für eine Agentur (hach, wie ist das lustig!).

Am schlimmsten ist für Herrn Naumann jedoch, dass man nun viel häufiger bei der Arbeitsagentur erscheinen und dann auch noch ein Mindestmaß an Bewerbungen schreiben muss, um weiterhin die volle Unterstützung absahnen zu können. Dies bekommt man dann selbstverständlich von dem typischen Klischee der bösen persönlichen Ansprechpartnerin, dem fetten und übellaunigen Bürodrachen Frau Steputat, mitgeteilt, bei der nicht mal Bestechungsversuche mit Mon Chérie helfen.

„Von einem sympathischen Schmarotzer und den Absurditäten im Umgang mit der Agentur für Arbeit“ – so lautet es in der Buchbeschreibung. Anscheinend habe ich die falsche Leseprobe gelesen: den Schmarotzer habe ich zwar gefunden, sympathisch war mir dieser aber überhaupt nicht. Ein fauler Menschenhasser, der Passanten bespuckt und trotz seiner ach so großen Intelligenz es nicht schafft, eine Bewerbung zu schreiben – nee, was für ein unglaublich liebenswerter Charakter. Dann auch noch einer kleinen Meise den Meisenknödel wegnehmen, weil man dafür auch etwas tun müsse… Viel mehr Sympathie hege ich da für die „gemeine“ Frau Steputat, die Herrn Naumann kräftig in den Arsch tritt.

Blieben noch die „Absurditäten im Umgang mit der Agentur für Arbeit“… Schon verrückt, dass man tatsächlich Bewerbungen schreiben muss, um weiterhin die vollen Leistungen kassieren zu dürfen. Oder dass man regelmäßig bei der Agentur für Arbeit vorstellig werden muss, um dort Bericht über seine Bemühungen zu erstatten. Wer sich so etwas Absurdes bloß ausgedacht hat, tztztz…

So ein Buch ist doch wirklich ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich wirklich ernsthaft um Arbeit bemühen und die dank solcher Personen wie Herrn Naumann ebenfalls pauschal als „Sozialschmarotzer“ angesehen werden. Immerhin ist ja zu begrüßen, dass der Autor dem Staat offenbar nun nicht mehr auf der Tasche liegt und dieses unglaublich bereichernde (Achtung Ironie!) Werk geschrieben hat. Die ersten Seiten sind jedenfalls weder lustig noch selbstironisch sondern einfach nur platt und voller billiger Klischees. Wahrscheinlich will der Autor aber eh nur provozieren, immerhin das scheint (zumindest bei mir persönlich) gut zu funktionieren…

Meine Prognose: 1/5 Sterne

Informationen:
„Ich hartz dann mal ab“ von Robert Naumann erscheint am 01. Dezember 2011 im rororo Verlag, hat einen Umfang von 256 Seiten und wird 9,99 € kosten. Die Leseprobe gibt es bei vorablesen.de, weitere Infos zum Buch findet Ihr auf der Verlags-Homepage.

 


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