Wie so oft in den Monaten nach einer der großen beiden deutschen Buchmessen sieht es auch im April auf den ersten Blick ein wenig mau aus bei den Neuerscheinungen – scheinbar haben die Verlage ihre Hochkaräter bereits (fast) alle im Vorfeld der Leipziger Buchmesse präsentiert. Schaut man aber etwas genauer hin und lässt die großen Namen einmal außen vor, finden sich aber auch in diesem Monat wieder einige vielversprechende neue Titel für Krimi- und Thrillerfans.

So feiert unter anderem eine kanadische Buchbloggerin ihr Debüt als Thrillerautorin, ein weiteres Erstlingswerk bringt voraussichtlich den nächsten großen Spionageroman und wird bereits prominent verfilmt, Sherlock-Holmes-Fans dürfen sich auf gleich mehrere „verlorene Fälle“ freuen und ein Kindle-Bestsellerautor wagt sich an eine neue Krimireihe. Zum Monatsende hin gibt es dann aber doch noch einen großen Namen: Frank Schätzing hat nach fast vier Jahren Pause seit „Breaking News“ wieder ein neues Buch am Start und liefert futuristisch anmutende Thriller-Spannung. Viel Spaß mit den April-Neuerscheinungen!

Lost Souls – Thomas Finn (03.04.)
Fans literarischen Horrors „Made in Germany“ werden seit Jahren zuverlässig vom in Chicago geborenen aber in Deutschland aufgewachsenen Thomas Finn versorgt, und auch sein im April erscheinender neuer Roman verspricht wieder unruhige Lesestunden mit erhöhtem Pulsschlag – zumindest wenn man eine Rattenphobie hat. „Lost Souls“ greift nämlich die berühmte Sage um den Rattenfänger von Hameln auf und macht eben jene Stadt zum Schauplatz der Geschichte, wo es die Archäologin Jessika mit rätselhaften Ereignissen zu tun bekommt: in einer alten Kirche wird bei Bauarbeiten ein Sarkophag entdeckt und beschädigt, woraufhin einer der Arbeiter von einem riesigen Rattenschwarm getötet wird. An dem historischen Fund findet Jessika mysteriöse Hinweise auf den legendären Rattenfänger und während sie versucht, die alten Botschaften zu entschlüsseln, wird Hameln von einer regelrechten Plage höchst aggressiver Ratten heimgesucht… Die Verbindung von klassischer Sage und modernen Horrorelementen klingt zumindest schon mal spannend – ob die Geschichte mit der Idee mithalten kann, können Horrorfans ab dem 3. April herausfinden.

ESCAPE: Wenn die Angst dich einholt – Nina Laurin (03.04.)
Die Kanadierin Nina Laurin hat das geschafft, wovon viele Buchblogger wohl insgeheim träumen: vor kurzem berichtete sie noch selbst auf ihrem eigenen Blog über Krimis und Thriller, nun erscheint mit „Escape: Wenn die Angst dich einholt“ ihr erster eigener Psychothriller für ein internationales Publikum. Hauptfigur ihrer Geschichte ist die 23-jährige Laine Moreno, die als Kind Opfer einer Entführung und anschließenden jahrelangen Missbrauchs wurde, bis sie hochschwanger aus der Gefangenschaft flüchten konnte. Seit zehn Jahren versucht Laine nun schon, dieses Trauma hinter sich zu lassen, doch als sie zufällig auf einem Vermisstenplakat ein junges Mädchen entdeckt, das ihr verblüffend ähnlich sieht, wird sie erneut mit ihrer schrecklichen Vergangenheit konfrontiert – denn ihr Peiniger wurde nie gefasst und es sieht danach aus, als hätte der Täter wieder zugeschlagen… Am 3. April erscheint „Escape“ nun auch auf dem deutschen Buchmarkt und man wird sehen können, wie gut der Schritt von der Buchbloggerin zur Thrillerautorin funktioniert hat.

Wahrheit gegen Wahrheit – Karen Cleveland (10.04.)
Wohl auch bedingt durch die aktuelle weltpolitische Situation und vor allem die momentan eher angespannten amerikanisch-russischen Beziehungen scheinen Spionageromane gerade wieder stark im Kommen zu sein – so hat es z.B. gerade erst Jason Matthews Agententhriller „Red Sparrow“ mit Hollywoodstar Jennifer Lawrence auf die große Leinwand geschafft. Mit „Wahrheit gegen Wahrheit“ steht der nächste Kandidat für eine vergleichbare Erfolgsstory bereits in den Startlöchern, denn international hat Karen Cleveland mit ihrem Debütroman bereits voll eingeschlagen: New York Times Bestseller, Veröffentlichung in 24 Ländern und eine Verfilmung der Geschichte ist ebenfalls bereits in Arbeit – und das mit niemand geringerem als Oscar-Preisträgerin Charlize Theron. Inhaltlich geht es im Buch um eine CIA-Analystin, die nach zweijähriger Arbeit an einem Algorithmus endlich einen Durchbruch bei der Enttarnung russischer Spione auf amerikanischem Boden macht und den Computer eines russischen Agentenbetreuers hackt. Dabei findet sie unter anderem Fotos von fünf „Schläfern“ – feindlichen Agenten, die auf ihre Aktivierung warten. Eines der Gesichter ist ihr dabei bestens vertraut: es ist das ihres eigenen Ehemannes… Dieses explosive Szenario lässt auf Großes hoffen und man darf gespannt sein, ob Clevelands Erstling dem Hype gerecht werden kann.

Pendulum – Adam Hamdy (10.04.)
Man stelle sich vor man wacht auf, fühlt sich ein wenig benommen und stellt dann fest, dass man eine Schlinge um den Hals hat und kurz vor dem eigenen Tod steht… Dieses Schicksal ereilt John Wallace, den Protagonisten in Adam Hamdys Thriller „Pendulum“, dessen Leben vorbei zu sein scheint, als ein Fremder ihm den Stuhl unter den Füßen wegtritt und John verzweifelt gegen das Ersticken kämpft. Wie durch ein Wunder kann sich der Todgeweihte jedoch aus seiner misslichen Lage befreien und flüchten, doch damit gibt sich sein unbekannter Gegner natürlich nicht zufrieden. Fortan muss John herausfinden, wer ihm nach dem Leben trachtet und warum er in das Visier des Killers gelangt ist – und das, während dieser einen neuen Versuch startet, sein Opfer endgültig zur Strecke zu bringen. „Pendulum“ ist der Auftakt einer Trilogie um Hauptfigur John Wallace und dürfte vor allem für Fans schneller und actionreicher Thriller interessant sein. Wer schon mal in die Reihe hineinschnuppern will, kann dies bereits mit der Kurzgeschichte „Run“ tun, der vorab erschienenen Prequel-Novella zu „Pendulum“.

Sherlock Holmes und die Riesenratte von Sumatra – Rick Boyer (10.04.)
Dem Universum von Sherlock Holmes sind scheinbar keine Grenzen gesetzt, denn neben den vier Romanen und 56 Kurzgeschichten aus der Feder von Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle selbst gibt es unzählige weiterer inoffizieller Erzählungen mit dem weltberühmten Meisterdetektiv und seinem kongenialen Partner Dr. John Watson in den Hauptrollen – und es werden immer mehr. Eines dieser sogenannten Pastiches ist „Sherlock Holmes und die Riesenratte von Sumatra“, welches im englischen Original ursprünglich bereits 1976 erschien und dies mit durchaus großem Erfolg. Nun erscheint diese Geschichte zeitgleich mit vier weiteren der „Verlorenen Fälle“, die in den Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle nur am Rande erwähnt wurden (die weiteren Titel sind „Sherlock Holmes und der Fall Houdini“, „Sherlock Holmes und der Fall Sigmund Freud“, „Sherlock Holmes und die Theatermorde“, „Sherlock Holmes und das Phantom der Oper“), in einer Neuauflage bei beTHRILLED, dem eBook-Verlag von Bastei Lübbe. Der Detektiv macht in diesem Roman Jagd auf eine Bestie, die in London mehrere Todesopfer fordert hat und wie eine riesige Ratte aussehen soll. Wie Holmes und Watson das Monster zur Strecke bringen und ob die Geschichte sich würdig in das Holmes-Universum einfügt, könnt ihr ab dem 10. April herausfinden.

The Saint of Wolves and Butchers – Alex Grecian (17.04.)
Der Amerikaner Alex Grecian ist auf dem deutschen Buchmarkt noch eher unbekannt, international hat sich der Autor mit seiner Reihe historischer Krimis um das im viktorianischen London ermittelnde Team vom Scotland Yard Murder Squad aber bereits einen Namen gemacht. Nach fünf Bänden der Serie hat Grecian nun einen Einzelband geschrieben, in dessen Mittelpunkt der Nazi-Jäger Travis Roan steht. Dieser ist mit seinem Hund nach Kansas gereist, um sich dort auf die Suche nach dem ehemaligen Nazi-Arzt und KZ-Leiter Rudolph Bormann zu machen, der nach dem Krieg in die USA geflohen ist und sich dort eine neue Existenz aufgebaut hat. Travis muss aber nicht nur feststellen, dass Bormann in seiner neuen Heimat offenbar mächtige Freunde hat, sondern auch dass der Kriegsverbrecher sein teuflisches Werk auch in Amerika fortgeführt und sich damit einen gefährlichen Kult aufgebaut hat, dem Travis mit aller Macht zerschlagen und Bormann seiner gerechten Strafe zuführen will. Mit der Murder-Squad-Reihe hat Alex Grecian bereits unter Beweis gestellt, dass er spannende Geschichten mit vielschichtigen Charakteren erzählen kann, hoffentlich kann „The Saint of Wolves and Butchers“ (das in der UK-Ausgabe übrigens unter dem Titel „The Wolf“ erscheint) ebenfalls an diese Qualitäten anknüpfen.

Auf zerbrochenem Glas – Alexander Hartung (24.04.)
Mit seiner Thrillerreihe um den Berliner Ermittler Jan Tommen ist der Mannheimer Alexander Hartung zu einem Star der Kindle-Charts geworden und regelmäßig weit oben auf den eBook-Bestsellerlisten zu finden. Sein neuer Roman „Auf zerbrochenem Glas“ ist nun der Auftakt zu einer weiteren Reihe, in der diesmal der Kripo-Kommissar Nik Pohl im Mittelpunkt steht – ursprünglich ein aufstrebender Stern bei der Polizei, nach einigen zum Teil sogar gewalttätigen Eskapaden aber längst in Ungnade bei seinen Vorgesetzten gefallen. Scheinbar am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen wird Pohl von einem Fremden erpresst und soll den Fall einer verschwundenen Frau neu aufrollen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte. Kurz nach Wiederaufnahme der Ermittlungen wird Pohl jedoch in eine fast tödliche Falle gelockt und es hat den Anschein, als sollen seine Nachforschungen um jeden Preis gestoppt werden – was einen Mann wie Pohl natürlich noch lange nicht aufhält… Wie alle Hartung-Romane dürfte sich auch „Auf zerbrochenem Glas“ schnell ganz vorne in den Kindle-Charts vorfinden, ob das neue Buch auch qualitativ mit der Jan-Tommen-Reihe mithalten kann, wird sich dann im April zeigen.

Mörderischer Sommer – Tom Callaghan (24.04.)
Während die ersten beiden Bände („Blutiger Winter“ und „Tödlicher Frühling“) der Reihe um den kirgisischen Inspektor Akyl Borubaew die Leser noch ins unwirtliche und von Gewalt und Korruption geplagte Kirgisistan geführt hat, bietet der dritte Teil nun einen überraschenden Schauplatzwechsel, wie er krasser kaum sein könnte. In „Mörderischer Sommer“ verschlägt es Borubaew nämlich ins heiße Dubai, wo der Inspektor nach seiner Kündigung bei der Mordkommission in Bischkek im Auftrag des Ministers für Staatssicherheit dessen verschwundene Geliebte aufspüren soll. Diese hat nämlich brisante Informationen, welche die Karriere des Ministers mit einem Schlag beenden könnten und so ist diesem sehr daran gelegen, dass die in der Wüste verschollene Frau nicht an die falschen Leute gerät. In Dubai angekommen muss Borubaew aber schnell feststellen, dass er sich wieder einmal auf ein tödliches Spiel eingelassen hat, aus dem es kaum ein Entkommen gibt… Bisher lebte Tom Callaghans Reihe zu nicht unerheblichen Teilen vom ungewöhnlichen, aber sehr atmosphärischen Kirgisistan-Setting, Fans der Serie dürfen also gespannt sein wie die Geschichte den Tapetenwechsel verträgt und ob das hohe Niveau der beiden Vorgänger beibehalten werden kann.

Die Tyrannei des Schmetterlings – Frank Schätzing (24.04.)
Fans des deutschen Bestsellerautors Frank Schätzing sind es längst gewohnt, sich beim Warten auf ein neues Buch des Schriftstellers in Geduld üben zu müssen, was vor allem in der enorm umfangreichen Recherche begründet liegt, die Schätzing für jedes seiner Werke betreibt. Seit dem letzten Roman „Breaking News“ sind nun bereits wieder fast vier Jahre vergangen, doch im April hat das Warten auf Nachschub endlich ein Ende und „Die Tyrannei des Schmetterlings“ kommt in die Buchläden. Die Geschichte scheint dabei unter den Aspekten moderne Technologie und künstliche Intelligenz zu stehen und mutet fast schon futuristisch an: In der Bergwelt Kaliforniens bekommt es der Sheriff einer Goldgräberregion mit dem rätselhaften Tod einer Biologin zu tun, die in den Wäldern seines Reviers ums Leben gekommen ist. Bei den Ermittlungen stößt Sheriff Luther Opoku auf seltsame Experimente, die mit den neuesten Forschungen des Silicon Valley in Verbindung zu stehen scheinen und den Fall äußerst bizarre Ausmaße annehmen lassen, welche sogar die Grenze des Vorstellbaren überschreiten… Die Beschreibung zum Buch klingt noch recht geheimnisvoll und mysteriös, was wirklich dahinter steckt können Leser ab dem 24. April herausfinden.

Das Böse in deinen Augen – Jenny Blackhurst (27.04.)
Mysteriös wird es auch im dritten Psychothriller der Engländerin Jenny Blackhurst, in dessen Mittelpunkt ein elfjähriges Mädchen steht. Die kleine Ellie Atkinson hat bei einem Brand ihre Eltern verloren und wirkt auf die Kinderpsychologin Imogen Reid wie ein hilfloses und traumatisiertes Kind, doch um das Mädchen ranken sich merkwürdige Gerüchte: angeblich sei Ellie gefährlich und immer wenn sie wütend ist, sollen sich schreckliche Dinge in ihrer Nähe abspielen. Für Imogen sind diese Geschichten nur Hirngespinste und übles Geschwätz, doch bei der Arbeit mit dem Kind stellt sie fortan immer mehr Auffälligkeiten fest. Als dann auch in ihrem eigenen Umfeld ein fürchterliches Ereignis eintritt, glaubt auch Imogen immer mehr an die Gerüchte um das Mädchen… „Das Böse in deinen Augen“ wird zwar als Psychothriller vermarktet, die Geschichte scheint aber fast schon in Richtung Mystery zu gehen. Wie viel Paranormales tatsächlich in der Handlung eine Rolle spielt oder ob eine ganz natürliche Erklärung hinter den Phänomenen steckt, wird sich neugierig gewordenen Lesern Ende April offenbaren.

Auf welche Bücher freut ihr euch im April?
Habt ihr vielleicht sogar auf der Leipziger Buchmesse neue Highlights für euch entdeckt?

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